"Impuls" will durchstarten

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Die neue Impuls-Vorstandsmannschaft mit (von links) Tobias Schaber, Karl Bufler, Gabi Gröbl, Vorsitzende Brigitte Kuschel, Irene Schuon, Michael Wegele und Alexandra Hauf; es fehlt Stephanie Felbinger.

Impuls wollte und könnte mehr auf die Beine stellen. Doch das Budget lässt der „Arbeitsgemeinschaft pulsierendes Immenstadt“ wenig Spielraum für ein ausgedehntes Engagement. Ohne attraktive Veranstaltungen laufe es nicht rund für den Einzelhandel in der Stadt – aber gerade dies koste Geld.

„Was lange währt, wird endlich gut“, brachte Bürgermeister Armin Schaupp den Sachstand bei der jüngsten Mitgliederversammlung von Impuls beim Thema Bahnhofstraße auf den Punkt. Damit sei „ein absoluter Meilenstein der Innenstadtgestaltung“ erreicht. Die Arbeiten sollen schon nach Ostern beginnen und Ende Oktober abgeschlossen sein. Wie die Arbeitsgemeinschaft Impuls könne die Stadt jedoch nicht aus dem Vollen schöpfen. Vielmehr sei es Ziel, nach dem Stopp der Neuverschuldung eine Stabilisierung und einen Schuldenabbau anzugehen, verwies Schaupp auf die abgespannte Finanzlage der Stadt. „Das war nicht einfach.“

Zuvor hatte Vorstandsmitglied Peter Seitz angemahnt, dass Impuls Verlässlichkeit erwarte, was die finanzielle Unterstützung seitens der Kommune angehe: „Es muss längerfristig laufen.“ Nur so könne die Arbeitsgemeinschaft ihre Rolle wirklich ausfüllen. Und auch Kassier Bene Wiedemann hatte unterstrichen, dass es ohne städtischen Zuschuss nicht gehe. Heuer hat die Stadt 7500 Euro zum Impuls-Etat beigesteuert; früher war es fast doppelt so viel. Ohne diesen Zuschuss käme Impuls kräftig ins Minus, so der Kassier. Die Krux mit dem Geld skizzierte auch Impuls-Vorsitzende Brigitte Kuschel. Man müsse Veranstaltungen einkaufen, die Menschen in die Stadt bringen. Dabei sollte es eigentlich so laufen, dass man Angebote habe, die „das Geschäft bringen“ mit dem die Events bestritten werden.

Bürgermeister Schaupp versuchte klar zu machen, woran Immenstadt letztlich „kranke“. Man habe es in den vergangenen zehn Jahren versäumt, die Chance für eine Zukunftsaufstellung zu nutzen. „Diese Stadt hat Potenzial.“ Schaupps Versäumnisliste ist lang: Keine Umgehungsstraße, sondern Verkehrschaos; kein Hotel; der Schloss-Innenhof nicht adäquat genutzt; keine finanzielle Entlastung durch Abgabe des Schulzentrums an den Landkreis. „Solche Chancen lassen sich nicht wiederholen – die sind fort!“, kritisierte Schaupp vor allem den Stadtrat.

Dass es der Stadt an touristischer Attraktivität mangle, ließ Schaupp nicht als Ausrede gelten. „Wir haben einen anderen Weg im Tourismus gewählt.“ Aber es gebe Leute, die verhinderten, dass die Früchte der Arbeit geerntet würden.

Auf eine „reiche Ernte“ lassen die Tourismuszahlen für Immenstadt nicht schließen, die Citymanager Alfred Becker skizzierte: Trotz einer leichten Entspannung hinke die Stadt weit hinter den regionalen Werten her. Mit den Leerständen sei er „einigermaßen zufrieden“, berichtete Becker. Gesucht seien jedoch 30 000 Quadratmeter Gewerbefläche im Außenbereich.

Becker riet Impuls zudem zu Vorsicht beim Umgang mit Verkaufsoffenen Sonntagen und verwies auf eine aktuelle Klage der Gewerkschaft ver.di beim Verwaltungsgericht. Ladenöffnungen dürften nur das „Rahmenprogramm“ zu einer entsprechenden Veranstaltung sein, nicht umgekehrt. „Die Dimension der Veranstaltung ist das Entscheidende.“

Auf bewährte Aktionen will Impuls auch heuer setzen. Auftakt ist schon der Verkaufsoffene Sonntag am 6. Mai unter dem Motto „Gesundheit, Garten, Lebensfreude mit IAA“. Die Planungen liefen schon auf vollen Touren, so Brigitte Kuschel. Das Outdoor Festival Allgäu wird heuer ebenfalls wieder stattfinden (26./27. Mai), allerdings ohne den Bayerischen Rundfunk. Der „Klassiker“ mit dem Verkaufsoffenen Feiertag am 3. Oktober und dem historischen Ambiente ist für Impuls längst unverzichtbar.

Italienisches Flair soll es am Brückentag nach dem Fronleichnamsfest am Freitag, 1. Juni, geben. Dabei will Impuls bewusst auch die Salzstraße einbeziehen. Und vom neuen „Genussherbst“ im Oktober versprechen sich Tourimusverein , die Tourismus GmbH und Impuls eine Belebung der Stadt und eine Form der Saisonverlängerung bei der man „wertige Gäste“ und Kaufpublikum erreiche. Das wäre zudem einen Möglichkeit, die Gastronomie mehr als bisher an Impuls heran zu bringen, meinte Brigitte Kuschel. Auch der zweite Brückentag, der 2. November, soll nicht ungenutzt verstreichen: Bei Impuls denkt man an eine „Polarzeit“ als Einstimmung auf den Winter. Brigitte Kuschel ermunterte die Mitglieder zudem, sich Gedanken zu machen wie man von speziellen Internetaktionen wie Black Friday oder Cyber Monday profitieren könne. Und Bori Kösel wies auf eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Center Park bei Leutkirch hin, wo man „gemeinsam mit den Oberallgäuer Nachbarkommunen“ aktiv werden solle.

Bei den Neuwahlen der Vorstandschaft kam es zur „Rochade“, da Kassier Bene Wiedemann nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Alexandra Hauf, bislang Stellvertretende Vorsitzende, wurde in das Amt gewählt. Der dadurch freie Posten des „Vize“ ging in der Wahl an Irene Schuon. Brigitte Kuschel wurde als Erste Vorsitzende ebenso im Amt bestätigt wie Michael Wegele als Schriftführer. Als Beisitzer im Gremium: Stephanie Felbinger, Tobias Schaber, Gabi Gröbl und Karl Bufler. Nicht mehr im Vorstand ist Peter Seitz, der seinen Verzicht als „Signal“ an die Stadt verstanden wissen will.

gts

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