Viele Köche? Fehlanzeige!

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Gute Köche sind gesuchte Fachkräfte, doch immer weniger junge Menschen wollen in den Beruf einsteigen.

Immenstadt - Viele Köche sind es nicht mehr, die sich der Abschlussprüfung der Gastronomieberufe stellen. Zum Ende des Wintersemesters gingen Ende Januar an der Staatlichen Berufsschule Immenstadt gerade einmal neun Köche „ins Rennen“ um das Abschlusszeugnis.

Die Branche müsse sich „was einfallen lassen“, um das Image aufzumöbeln und die Attraktivität der Gastronomie-Berufe zu steigern, so das Fazit von Schulleitung und Lehrkräften anlässlich des Prüfungsessens im Restaurant der Berufsschule. „Mit neuen Köchen, sieben Hotelfach- und fünf Restaurantfachleuten sowie vier Fachkräften im Gastgewerbe ist die Zahl der Winterprüflinge so niedrig wie nie zuvor“, zeichnet Schulleiter Dieter Friede ein wenig rosiges Bild. 

Eine Entwicklung, die Friede mit besonderer Sorge beobachtet: am allgemeinen Rückgang der Schülerzahlen könne er den Trend - noch - nicht festmachen. Für eine Tourismusregion wie das Oberallgäu sei der Rückgang in der Tat besorgniserregend, meint Fachlehrer Manfred Ecker. Für einigen Jahren noch hatte er pro Jahrgang drei Klassen mit mehr als 75 Lehrlingen zu unterrichten; heute sei es nur noch eine. 

„Da muss sich was tun“, fordert Ecker. Nicht zuletzt die Ausbildungsbetriebe müssten sich „was einfallen lassen“, wenn sie gutes und motiviertes Personal für Küche und Service rekrutieren wollten. Familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle wären etwa überfällig. Rund ein Drittel der Koch-Lehrlinge breche die Ausbildung ab, weiß Manfred Ecker. „Köche sind gesuchte Fachkräfte!“ Wer gute Leute gewinnen wolle für seinen Betrieb, müsse auch etwas bieten. Die neun Köche, die sich der praktischen Prüfung stellten, wollen das Handtuch nicht werfen. 

Alle haben sie ihre Pläne für eine berufliche Zukunft in der Branche und werden sich in der Praxis weiter fit machen. Der Landkreis jedenfalls biete mit dem Berufsschulangebot beste Möglichkeiten für den Start ins Berufsleben, ergänzt der Stellvertretende Landrat Heinz Möschel. „Berufliche Bildung ist das Wichtigste.“ Als Sachaufwandsträger gebe der Landkreis Oberallgäu viel Geld aus, um die Berufsschule als attraktive Bildungseinrichtung zu fördern. „Das ist eine Zukunftsinvestition ersten Ranges! Irgendwann werden wir alle davon profitieren.“

Josef Gutsmiedl

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