Oberallgäu: Jetzt kann es losgehen

Impfzentrum bereit zum »Schlag gegen die Corona-Pandemie«

Impfzentrum Oberallgäu
+
Das Impfzentrum Oberallgäu ist in der Hofgarten-Stadthalle in Immenstadt untergebracht.

Oberallgäu – In Immenstadt kann‘s losgehen: Das lokale Impfzentrum für den südlichen Landkreis Oberallgäu in der Hofgarten-Stadthalle „steht“. Ab Sonntag können jeden Tag rund 300 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft werden.

Wenn alles klappt, geht es am Sonntag schon los im Impfzentrum. Sofern das Wichtigste, der Impfstoff nämlich, an Ort und Stelle ist. Was die Infrastruktur, das Impfzentrum an sich, angehe, sei man jedenfalls sehr gut aufgestellt, betonte Landrätin Indra Baier-Müller diese Woche bei der „Bauabnahme“ in der Hofgartenhalle. Betreiber des Zentrums sind die Johanniter im Auftrag des Landkreises.

„In kurzer Zeit ist hier viel geschehen“, sagt die Landrätin. In einer großen Gemeinschaftsleitung der Kreisverwaltung, des Technischen Hilfswerks, von BRK und den Johannitern, sowie Ärzten vor Ort und der Stadt Immenstadt habe man viel erreicht und mit Hochdruck alles Notwendige umgesetzt. „Da zeigt sich die gute Zusammenarbeit vor Ort.“ Die Landrätin hofft auf eine große Impfbereitschaft. Der inzwischen zugelassene Impfstoff habe hohe Wirksamkeit und wenig Nebenwirkung.

Robert Gast, Dienststellenleiter der Johanniter im Oberallgäu, erläuterte den Ablauf eines kompletten Impfvorganges im Impfzentrum in Immenstadt.

Besonders erfreut zeigt sich die Landrätin, dass es gelungen sei, mehr als 100 Ärzte zu gewinnen, die die Impfungen vornehmen und die Abläufe im Impfzentrum fachlich begleiten werden. „Wir sind froh, dass viele Neu-Ruheständler mitmachen“, ergänzt Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung Mensch und Gesundheit am Landratsamt Oberallgäu. Mit der hochmotivierten Mannschaft sehe er eine gute Chance, „einen Schlag gegen die Pandemie“ zu führen.

In 15 Impfkabinen in der Stadthalle sollen täglich bis zu 300 Personen gegen das Corona-Virus geimpft werden. Geplant ist, das Impfzentrum an sieben Tagen pro Woche geöffnet zu halten. Drei ambulante Impfteams sind zusätzlich im Landkreisgebiet unterwegs, um in Senioren- und Pflegeeinrichtungen ebenfalls Menschen zu impfen – sowohl die pflegebedürftigen Bewohner der Einrichtungen als auch das Personal.

Erste Zielgruppe für die jetzt anlaufende Impfkampagne sind ältere Menschen über 80 Jahre. Diese Personen werden zunächst eingeladen: später soll eine Online-Anmeldung eingerichtet werden. Diese Gruppe umfasst im Landkreis Oberallgäu etwa 10000 Personen. Dazu kommt der Kreis von Personen, die in medizinischen Einrichtungen mit großem Ansteckungsrisiko tätig sind, sowie Menschen, bei den ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung bestehen.

Bildergalerie: Impfzentrum in Immenstadt

Corona Impfzentrum Oberallgäu
Impfzentrum Oberallgäu © Josef Gutsmiedl
Corona Impfzentrum Oberallgäu
Impfzentrum Oberallgäu © Josef Gutsmiedl
Corona Impfzentrum Oberallgäu
Impfzentrum Oberallgäu © Josef Gutsmiedl
Corona Impfzentrum Oberallgäu
Impfzentrum Oberallgäu © Josef Gutsmiedl
Corona Impfzentrum Oberallgäu
Impfzentrum Oberallgäu © Josef Gutsmiedl

Knackpunkt bleibt bis auf Weiteres die Logistik der Impfstoffversorgungen. Der zunächst alleinig zur Verfügung stehende Impfstoff muss bei 70 Grad minus gelagert und transportiert werden. Nach dem Aufwärmen auf die „Betriebstemperatur“ für die Impfung soll er binnen 120 Stunden verabreicht sein.

Generell muss im Abstand von drei Wochen eine weitere Impfung erfolgen. Die Frist von 21 oder 22 Tagen sei möglichst genau einzuhalten, betont Dr. Andreas Baumgarten, einer der freiwilligen Ärzte im Impfteam. „Viel Spielraum gibt es nicht.“ Baumgarten schätzt, dass die Zahl von 300 Impfungen rasch gesteigert werden kann; möglich seien rund 1 000 pro Tag. „Mein Traum ist es, bis zum Herbst rund 70 Prozent der Menschen geimpft zu haben...“

Rund 300 Impfungen wollen die Teams in Immenstadt täglich verabreichen. Jedes Impfteam besteht aus einem Arzt, ein oder zwei Medizinischen Fachangestellten, sowie einer Verwaltungskraft. Gedränge soll es keines geben. Die 15 Impfkabinen – ausgestattet mit Tisch, Stuhl und Liege – schaffen so etwas wie „Arztpraxis-Ambiente“ und wahren die Privatsphäre. Nach Registrierung und Abgleich der Anmeldedaten, folgt ein kurzes Aufklärungsgespräch, bevor der „Piks“ erfolgt. Nach wenigen Minuten kann der Geimpfte die Kabine verlassen und verbringt anschließend noch ein kurze Weile im Beobachtungsraum, ehe er „entlassen“ wird. Ein Notarztteam ist während der Öffnungszeiten des Impfzentrums anwesend.

Von JOSEF GUTSMIEDL

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Winterdienst kämpft gegen gewaltige Schneemengen
Winterdienst kämpft gegen gewaltige Schneemengen
News-Ticker Oberallgäu: FFP2-Maskenpflicht auch auf dem Wochenmarkt
News-Ticker Oberallgäu: FFP2-Maskenpflicht auch auf dem Wochenmarkt

Kommentare