Hilfe für Trauernde

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Benno Driendl (links) referierte während der Dekanatskonferenz über das Thema „Trauerbegleitung“ im Johannisheim in Oberstdorf; rechts der gastgebende Pfarrer Maurus-Bernhard Mayer.

Oberstdorf – Was braucht der Mensch als Trauernder in seiner besonderen Situation? Diese Frage müssen sich Beteiligte immer wieder neu stellen, wenn sie in einem Trauerfall Kontakt mit den Hinterbliebenen haben, betont Pastoralreferent Benno Driendl.

Der Mitarbeiter der Kontaktstelle Trauerbegleitung des Bistums Augsburg zeigte während eines Vortrags im Johannisheim in Oberstdorf Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeitern des Dekanats Sonthofen verschiedene Möglichkeiten und Ansatzpunkte zur individuellen Begleitung Trauernder auf.

Benno Driendl betonte, dass nicht nur der Tod Trauernde zurücklasse. Der Verlust von Lebensraum, von körperlichen Fähigkeiten oder von Lebensvorstellungen gehe mit Trauer einher: „Das ist eine natürliche Reaktion und sie umfasst den ganzen Menschen“, schilderte er. Der Körper könne mit Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten reagieren. Das soziale Umfeld verändere sich – häufig seien Hinterbliebene kontaktarm und einsam. Hier sei die Pfarrgemeinde gefragt und müsse sich die Frage stellen: „Wie kann man diesen Menschen auffangen?“

Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei beeinflusst. Mancher sei wie gelähmt und könne nicht seinem Dienst nachgehen, anderen biete die Arbeit ein willkommenes Gerüst für die Alltagsbewältigung. Große Sorgen bereiteten vielen Trauernden auch das Thema der materiellen Sicherheit. Die eigene Spiritualität und Sinnfragen seien außerdem für viele Hinterbliebenen ein wichtiges Thema, bei dem die Seelsorger Hilfe bieten könnten. „Wir müssen hingehen und die Sorgen und Nöte wahrnehmen“, so Driendl. Nicht jeder gutgemeinte Ausspruch sei passend und gewünscht. Er habe einmal von einer Betroffenen die sehr nachdenklich stimmende Bemerkung gehört: „Ratschläge können auch Schläge sein!“

Während der Dekanatskonferenz wurden die unterschiedlichen Angebote der Pfarreien vorgestellt. So gibt es in den einzelnen Pfarrgemeinden bereits Trauercafés, Tischmessen, Jahresmessen mit persönlicher Einladung und der Verteilung von Kerzen sowie Rosen, Witwen-/Witwertreffs zum Wandern oder Frühstücken, angemeldete Besuche der Hinterbliebenen durch Ehrenamtliche oder einen Seelsorger, Verteilung von Briefen und Büchlein „Worte des Trostes“, Gebetsimpulse durch ein Heft „Abschiedsgebete“ und viele andere Angebote. In der Vergangenheit wurden bereits Impulse durch die diözesane Kontaktstelle in den Pfarreien aufgegriffen und in die Tat umgesetzt.

Außerdem wies der Pastoralreferent die Seelsorger auf das Angebot des TrauerTelefons hin. Es sei mittwochs von 19 bis 22 Uhr besetzt und biete unter der Nummer 0821/3497349 allen Menschen konfessionsunabhängige Hilfe durch ausgebildete Trauerbegleiterinnen an. Hier erhielten die Ratsuchenden fachliche Begleitung und Hinweise zu Seminaren für Trauernde.

Informationen und Angebote finden sich auf der Internetseite www.kontaktstelle-trauerbegleitung.de.

pdsf

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