Informationsgespräch der Grünen beim Kinderschutzbund

"Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen – auch bei den Kleinsten"

+
Die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (von links) mit Kreissprecherin Christina Mader, Immenstadts Dritter Bürgermeisterin Rosi Oppold, Landtagsvizepräsident Thomas Gehring, sowie Monika Kohler und Anneliese Schickinger vom Kinderschutzbund.

Immenstadt – Gemeinsam mit dem Landtagsvizepräsident Thomas Gehring besuchte die Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes und Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Ekin Deligöz das Familienzentrum Kinderschutzbund Immenstadt.

„Die Erfahrung der letzten Wochen hat gezeigt, wie wichtig die engagierte und wertschätzende Arbeit des Kinderschutzbundes ist“, so die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Immenstadt, Monika Kohler. Die Corona-Pandemie habe in der gesamten Gesellschaft Spuren hinterlassen – auch bei den Kleinsten hier im Oberallgäu, so Kohler bei dem Austausch mit dem Abgeordneten.

Der Kontakt zu den Familien konnte durch unsere hauptamtlichen Fachkräfte Renate Müller, Familien- und Paartherapeutin, und Irmgard Dittrich, Dipl. Sozialpädagogin, stets über das Telefon gehalten werden. Renate Müller stellte dar, wie besonders die Überforderung durch das Homeschooling verstärkt zu Krisen führte und man eine Zunahme von psychischen Problemen festgestellt hat. Man habe sofort Onlineangebote geschaffen, ein flexibles Raumsystem mit selbstgebauten Trennwänden installiert und Präventionsprojekte wie zum Beispiel die Babygruppe „Leben mit dem Neugeborenen“, am Laufen gehalten. Einzelberatungen wurden unter Berücksichtigungen der Hygieneauflagen abgehalten. Das Motto müsse immer heißen: Prävention vor Eskalation. Das bewährte Konzept des Familienzentrums „Hilfen aus einer Hand“ erweist sich als ideale Ergänzung zur Krisenberatung. Ausgebildete Familienpatinnen unterstützen, entlasten und begleiten Eltern regelmäßig und ganz konkret im Alltag.

Für den Kinderschutzbund Immenstadt stehe fest, dass es einen hohen Bedarf an Austausch gebe und Hilfen aus einer Hand und Vernetzung wesentlicher Bestandteil der Arbeit seien. Bei Bedarf auch die Vernetzung mit anderen Institutionen.

„Die von den Kinderschutzbünden geleistete Arbeit zu Corona-Zeit ist von unschätzbarem Wert“, so Deligöz. Die Vizepräsidentin des Dachverbandes erklärte, dass die „Nummer gegen Kummer“-Hotline sogar um eine zweite Leitung erweitert werden musste, da die Not und Nachfrage so groß waren. „Die Qualität der Arbeit vernetzter Bünde ist wesentlich höher als die der solo arbeitender“, bestärkte sie die Mitarbeiterinnen in ihrer Arbeit. Das vorrangige Ziel der Arbeit des Kinderschutzbundes sei immer die Reduzierung von Gewalt gegen Kinder, etwa über Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“.Nach Erfahrungen der Abgeordneten habe die Gewalt in der Breite der Gesellschaft zwar abgenommen. Wenn aber Gewalt angewendet wird, habe die Intensität zugenommen. Deligöz wünscht sich, dass in Immenstadt auch wieder Kurse als Integrationsbausteine angeboten werden. So wie es schon einmal einen mehrsprachigen Kurs in englisch, farsi und arabisch gab. „Die Leute, die hier leben, müssen auch über die gesellschaftlichen Gepflogenheiten bei der Kindererziehung Bescheid wissen.“ Immenstadts Dritte Bürgermeisterin und Familienbeauftragte Rosi Oppold schilderte, wie die Stadt versuche, mit günstigen Mieten den Kinderschutzbund zu unterstützen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FW Hinang: Das Jubiläum kann kommen
FW Hinang: Das Jubiläum kann kommen
Hygienekonzept für die Nutzung der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen
Hygienekonzept für die Nutzung der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen
Arbeitslosenquote im Juni im Allgäu 2,5 Prozent
Arbeitslosenquote im Juni im Allgäu 2,5 Prozent

Kommentare