Möglichst allen gerecht werden

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Durch Wald und Wiesen, aber dennoch reglementiert – die Stadt Sonthofen macht sich Gedanken über die Ausweisung von Bikerstrecken rund um Sonthofen.

Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Ausweisung von Mountainbike-Strecken im Rahmen der „Radstadt“-Entwicklung waren rund 50 Vertreter aus Alpwegverbänden, Wald- und Weidegenossenschaften, Rechtlervereinigungen, Jagd- und Forstwirtschaft sowie Privateigentümer zusammengekommen.

Inhalt waren die rechtlichen Grundlagen sowie die Vorschläge von Seiten der Stadtverwaltung. Zwei wichtige Aspekte erläuterte Bürgermeister Christian Wilhelm bei der Entwicklung Sonthofens zur „Radstadt“. Zum einen wollen Stadt und Stadtrat grundsätzlich die Infrastruktur für Radfahrer in der Stadt verbessern. Zum anderen solle eine „Marke Radstadt Sonthofen“ entwickelt werden, um eine optimale Ausrichtung in Richtung Radtourismus und Nachhaltigkeit zu erreichen. Dazu gehöre auch, sowohl für Einheimische als auch für Feriengäste, die ihre Freizeit bzw. ihren Urlaub mit dem Fahrrad gestalten wollen, entsprechend attraktive Strecken anzubieten. Nicht nur der „traditionelle Radfahrer“ stehe deshalb im Focus, sondern auch Rennradfahrer, E-Biker, Tourenfahrer und Mountainbiker.

Die rechtlichen Grundlagen der Fahrradnutzung in der freien Natur sowie die Rechte und Pflichten von Fahrradfahrern, Eigentümern oder „Belangträgern“, über deren Grund für das Radfahren geeignete Wege verlaufen, erläuterte Rechtsanwalt Tim-Felix Heinze.

Anschließend stellte Revierförster Robert Baldauf mögliche Streckenvarianten vor, die im Verlauf der nächsten Wochen detailliert mit allen Betroffenen beraten werden sollen. Ziel soll sein, einen breiten Konsens zu erreichen, um über ausgeschilderte Strecken den Großteil der Biker „kanalisieren“ zu können, und so den Druck von Wegen und Strecken abzumildern, die für Jagd, Waldbewirtschaftung oder Naturschutz von Bedeutung seien. Die optimale Lösung seien getrennte Strecken für Wanderer und Biker, um auch dieses Konfliktpotential zu entschärfen. Helmut Maier stellte als Mitglied der Projektgruppe „Radstadt“ Weidegatter und Streckenbeschilderungen als „flankierende Maßnahmen“ für die erhoffte „Kanalisierung“ vor.

Bei der folgenden regen, und stellenweise auch recht kontroversen, Diskussion stellte sich heraus, dass den Anwesenden Rechtssicherheit und Reglementierung sehr wichtig ist. Parallel wurde auch das Konfliktpotential sehr deutlich – Landwirte, Jäger und Naturschützer auf der einen Seite, Biker auf der anderen. Deshalb sucht die Stadt nach umsetzbaren und verträglichen Regelungen, die nur im gemeinsamen Miteinander erreicht werden.

In den kommenden Wochen soll gemeinsam mit allen Beteiligten eine Art Stufenlösung gefunden werden, um möglichst schnell umsetzbare Strecken zu finden. In weiteren gemeinsamen Schritten sollen zwei vorgesehene Basisstrecken um verträgliche und abgestimmte Varianten ergänzt werden. Als optimistisches Ziel könnten dann – sollten sich alle Maßnahmen als realisierbar erweisen, die Konflikte weniger werden und die Biker die ausgeschilderten Strecken tatsächlich annehmen – wieder in gemeinsamer Beratung mit allen Betroffenen sogenannte „Single-Trails“ ausgewiesen werden, die auch versierten Bikern attraktive Betätigungsmöglichkeiten geben. Das Projekt soll sensibel und verantwortungsbewusst angegangen werden, so der Tenor der Veranstaltung.

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