Projekt "Alltag in Deutschland"

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Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm (hinten, Mitte) freute sich mit den beiden Organisatorinnen Naza Edelmann (vor ihm, links) und Dipl.-Soz.Päd. (FH) Caroline Wirth (rechts daneben) über das erfolgreiche Projekt.

Die Außenstelle Sonthofen des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e.V. hat in der Migrations- und Asylsozialberatung vielfältige Erfahrungen mit den Problemen von Flüchtlingen gemacht.

„Die vielen Fragen haben uns motiviert, einen Integrationskurs mit dem Titel ‚Alltag in Deutschland‘ anzubieten“, so Dipl.-Soz.Päd. (FH) Caroline Wirth von der Migrations- und Asylsozialberatung Sonthofen.

Das Flüchtlingsprojekt wurde von der Bosch-Stiftung finanziell unterstützt, weil die Integration und soziale Teilhabe von Zugewanderten ein wichtiges Stiftungsziel sei. Dipl.-Soz.Päd. (FH) Caroline Wirth hatte diesen Kurs für anerkannte Flüchtlinge bereits zum dritten Mal im Oberallgäu realisiert. Die beiden ersten Kurse wurden erfolgreich in Sulzberg und Immenstadt durchgeführt. Das dritte Flüchtlingsprojekt „Alltag in Deutschland“ fand in Sonthofen in den Räumen des Familienzentrums Rockzipfel e.V. für 14 anerkannte Eritreer im Alter von 20 bis 30 Jahren statt.

Das Projekt wurde zu einem frühen Zeitpunkt der Integration und nicht erst nach Abschluss des Deutschkurses auf Deutsch und in der eritreischen Landessprache Tigrinia durchgeführt. Für die beiden Organisatorinnen Caroline Wirth und Naza Edelmann, eritreische Übersetzerin und Flüchtlingsbetreuerin, ist es für eine gelingende Integration wichtig, den Menschen so früh wie möglich Grundlagen und Tipps für den Alltag in der neuen Heimat zu vermitteln. Naza Edelmann weiß das, weil sie schon lange Flüchtlinge aus Eritrea betreut. Ihr sei es wichtig, dass ihre Landsleute „früh die deutsche Kultur und Mentalität kennenlernen“. Sie engagiert sich als Ansprechpartnerin und soziokulturelle Ratgeberin für Flüchtlinge aus Eritrea. So koche und backe sie auch mit ihnen bei ihren regelmäßigen Treffen, aber nur deutsche Küche.

Das Projekt „Alltag in Deutschland“ bestand aus fünf Modulen: Konto, Jobcenter, Wohnung, Energie und Haushaltsplanung, Reinigung. Die Gruppe traf sich dazu an fünf Freitagabenden für jeweils eine Doppelstunde.

Beim Modul „Konto“ ging es um Grundlagen des Geldverkehrs wie Sinn und Zweck eines Kontos, Konto eröffnen, Kontoauszüge verstehen und Überweisungen tätigen. Unterrichtet wurden die Flüchtlinge von einem Bankfachmann. Das Thema „Jobcenter“ wurde von einem Fachmann aus der Arbeitsagentur vermittelt. Es ging um Bescheide und was es dabei zu beachten gibt. Das Thema „Wohnung“ befasste sich mit Wohnungssuche, Mietzahlung und Versicherungen. Das Thema „Energie und Haushaltsplanung“ widmete sich den Energiekosten und -einsparmöglichkeiten, dem Haushaltsplan und Schuldenfallen. Das Thema „Reinigung“ behandelte den sachgerechten Umgang mit Haus­haltsreinigungsmitteln, insbesondere die sichere Aufbewahrung.

Sonthofens 1. Bürgermeister Christian Wilhelm lobte die Organisatorinnen für den praxisnahen Kurs. „Das sind alles wichtige Themen, um sich in einem fremden Land zurechtzufinden“, so Wilhelm. „Ich wünsche den Teilnehmern, dass ihnen die vielen kleinen Tipps und Hinweise das Leben bei uns erleichtern.“ Zum Abschluss konnte er allen ein Kurszertifikat für die erfolgreiche Teilnahme aushändigen.

Hans Ehrenfeld

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