Ein dringlicher Appell

Kliniken am Anschlag

Vollbelegung in den Kliniken
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Die hohen Infektionszahlen könnten bald zu einer Vollbelegung der Kliniken führen. Landratsamt und Klinikverbund appellieren mit Dringlichkeit, die AHA-Regeln einzuhalten.

Sonthofen — Klinikverbund und Landratsamt Oberallgäu mahnen zur Vorsicht. Die Intensivstationen seien kaum noch aufnahmefähig. Ein Appell an die Vernunft.  

Mit Sorgen blicken die Verantwortlichen des Klinikverbunds Allgäu auf die steigende Anzahl an Covid-19 Patienten. „Wir sind am Limit“, sagt Pflegedirektor Matthias Fink, „die Patienten leiden.“

Laut Angaben von Gerhard Zipperlen und Bernd Fischer, verantwortlich für die Krankenhauskoordination im Allgäu, sei die Lage sehr angespannt. Es bestehe die Gefahr einer Vollbelegung der Kliniken. Es sei eine große Belastung für das Personal auf den Intensivstationen, da auch 50 Prozent der dortigen Corona-Patienten den oft langen Kampf ums Überleben verlieren. Schwere Verläufe nähmen aufgrund der Mutationen besonders in der Altersklasse Mitte 50 bis Mitte 70 zu.

Dritte Welle stoppen: Disziplin und Verantwortung gefragt

Man könne die dritte Welle und die seit Wochen hohen Infektionszahlen nur mit großer Disziplin eindämmen. „Wir können nicht warten, bis auch das letzte Covid-Intensivbett belegt ist,“ appelliert Landrätin Indra Baier-Müller. Der Leiter der Oberallgäuer Corona Task-Force, Ralph Eichbauer, mahnt: „Viele Infektionen sind auf Nachlässigkeit zurückzuführen“ und meint damit vor allem Kontakte im Privaten und im Beruf. „Das Virus braucht Kontakte und Nachlässigkeit. Kliniken, Schulen und Wirtschaft brauchen Disziplin und Verantwortung. Alle profitieren von niedrigeren Zahlen“, so Landrätin Indra Baier-Müller.

Allein mit Hilfe der Impfungen sei die dritte Welle nicht zu brechen, nimmt Hausärztesprecher Dr. Stefan Gramlich Bezug auf die Impfkampagne und betont: „Mir liegt am Herzen, dass vor lauter anderer Regeln die Basis-Hygieneregeln nicht vergessen oder in ihrer Wirkung unterschätzt werden – insbesondere das konsequente Tragen von FFP2 Masken, auch im privaten Bereich bei Treffen im Innenraum oder im Büro. Hierdurch lässt sich die Inzidenz deutlich reduzieren und alle anderen Einschränkungen oder ein Lockdown wären dann nicht mehr erforderlich!“

Warmes Wetter wird dritte Welle nicht aufhalten

Auch der Geschäftsführer des Klinikverbund Allgäu, Andreas Ruland appelliert: „Bitte halten Sie sich an die Regeln – Das Kliniken-Personal ist am Anschlag.“

Das Wetter könne entgegen mancher Erwartung hingegen wenig helfen, ergänzt der Pressesprecher im Landratsamt, Michael Läufle. Durch Erfahrungen in wärmeren Ländern müsse man davon ausgehen, dass die Reduktion durch warmes Wetter nur zwischen 10 und höchstens 20 Prozent betrage.

Nur wenn wieder alle die AHA-L Regeln strikt einhalten, behalten wir die Kontrolle über das Virus“, macht Dr. Ludwig Walters, Leiter des Oberallgäuer Gesundheitsamtes, deutlich. Leider gebe es das mutierte Corona-Virus allzu schnell „to-go“, es zeige sich, dass kurze ungeschützte Kontakte ausreichten. „Doch wir dürfen nicht müde werden, denn wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Corona – Go!“

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