Interessantes Gelände

Blaichach erwirbt attraktives Grundstück und die "Schießstätte"

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Das Vereinsheim (links) mit den Schießanlagen bleibt in Besitz der Königlich privilegierten Schützengesellschaft, die Gaststätte (rechts) mit dem Außengelände hat die Gemeinde Blaichach erworben. In wenigen Wochen soll die „Schießstätte“ wieder öffnen.

Blaichach – Drei Fliegen mit einer Klappe konnte die Gemeinde Blaichach schlagen. Die Kommune hat mit dem Kauf der Vereinsgaststätte „Schießstätte“ der Königlich privilegierte Schützengesellschaft Blaichach aus der Patsche geholfen. Die Gemeinde wollte sich zudem das attraktive Grundstück an der Iller nicht entgehen lassen – und die gastronomische Nutzung des Objektes ist mittelfristig ebenfalls wieder möglich.

Eine Teilfläche des Areals um die „Schießstätte“ gehört bereits der Gemeinde. Auf das Angebot der Königlich privilegierten Schützengesellschaft, das Flurstück samt Gaststätte zu erwerben, sei daher naheliegend gewesen. Die Schützengesellschaft behält ihr eigentliches Vereinsheim mit den Luftgewehr -Schießständen sowie den unterirdischen Schießstand für Großkaliber. Letzterer allerdings muss für rund 150 000 Euro saniert und ertüchtigt werden, wenn er weiter betrieben werden soll. „Der Gedanke, dem Verein mit einem entsprechenden Darlehen unter die Arme zu greifen, wurde nicht weiter verfolgt“, berichtet Bürgermeister Christof Endreß.

Verfolgt wurde vielmehr der Erwerb des Geländes samt Gaststätte. Und der ist seit wenigen Wochen unter Dach und Fach. Den Kaufpreis kann der Bürgermeister (noch) nicht verraten. Das Allgäuer Brauhaus als langjähriger Pächter und der Gaststättenbetreiber als Unterpächter sind inzwischen „raus“ aus der Konstellation. Die Kommune hat schon einen neuen Betreiber gefunden, der in den nächsten Wochen die „Schießstätte“ mit ihrem Biergarten direkt an der Iller wieder beleben wird.

Der Gemeinde, so Bürgermeister Endreß weiter, gehe es nicht unbedingt um die Wirtschaft „Schießstätte“, sondern in erster Linie um einen Zugriff auf das Grundstück und die sich raus ergebenden Möglichkeiten in der Zukunft. Konkrete Planungen in dieser Richtung gibt es zwar nicht, doch die „Randlage“ biete einige Varianten über die man nun nachdenken könne. So sei die zukünftige Nutzung der Mehrzweckhalle in der Grüntenstraße bislang offen – Abriss? Vorerst sicher nicht. Eine Grundsanierung koste allerdings eine halbe Million Euro, so Endreß. Und die laufenden Kosten seien auf Dauer nicht tragbar. Für den Sportbedarf habe die Gemeinde schließlich die Dreifach-Turnhalle. Jede Nachnutzung für die Mehrzweckhalle sei an der jetzigen Stelle mit dem Wohnumfeld sicher schwierig, die Alternative „Schießstätte“ wohl die bessere Wahl. „Aber wir haben keinen Plan in der Schublade, wie es dort einmal aussehen könnte“, betont der Bürgermeister.

Raumbedarf werde auf die Kommune ohnehin verstärkt zukommen. Die Kindergärten platzten aus allen Nähten oder müssten wie St. Martin saniert wenn nicht gar neu gebaut werden, erklärt der Bürgermeister. Diverse Sport- oder Freizeit- und Vereinsgruppen benötigten ebenfalls Räumlichkeiten.

Einen weiteren Vorteil sehen Bürgermeister und Gemeinderat in der Nähe des Schießstätten-Areals zur Nachbargemeinde Burgberg. Womöglich stellen Blaichach und Burgberg ja gemeinsam etwas für beide Kommunen auf die Beine. Eine Bereitschaft dazu gebe es auf beiden Seiten der Iller. Man arbeite ja schon in anderen Bereichen zusammen, sagt Bürgermeister Endreß.

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