Truppenübungsplatz Allgäu

Die zeitgenössische Fotografie zeigt einen „Alpenjäger“ mit der Gebirgsausrüstung.

Sonthofen - Am Internationalen Museumstag am Sonntag, 17 Mai, öffnet auch die „Sammlung der Gebirgstruppe“, das sogenannte Gebirgsjägermuseum in der Grüntenkaserne in Sonthofen seine Tür. 

Das Museum bietet einen umfassenden Einblick in die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Spezialtruppe und erläutert auch, wie der einstige Marktflecken Sonthofen vor 100 Jahren zur Garnision wurde.

„Das Museum soll den Soldaten der Bundeswehr, die an Allgäuer Standorten Dienst tun, vor allem den Gebirgssoldaten, aber auch allen anderen Besuchern mit einem besonderen Kapitel der deutschen Militärgeschichte bekannt machen - der relativ jungen Geschichte der Gebirgstruppe“, erläutert Dieter Bischoff das Konzept. Zusammen mit einer Handvoll weiterer Interessierte an der Gebirgstruppen-Geschichte, betreut Bischoff die Sammlung. Jeden Sonntagvormittag zeigen sie den Besuchern im Museum „ihre Schätze“ .

Geschichtlicher Hintergrund für das Entstehen der deutschen Gebirgstruppe war auf jeden Fall der Erste Weltkrieg. An der Westfront zu Frankreich zeigte sich schon im ersten Kriegswinter, dass etwa im bergigen Gelände der Vogesen eine besonders ausgebildete Truppe gefragt war: Soldaten, die sich in tief verschneiten Tälern und Höhen bewegen konnten. Noch im Herbst 1914 bildeten Bayern, Preußen und Württemberg so genannte Schneeschuh-Bataillone.

Bislang war Kriegführung in höheren Bergregionen kein Thema für Militärstrategen gewesen. Schlachten wurden in den Ebenen geschlagen, Gebirge waren allenfalls Hindernisse, die umgangen oder überwunden werden mussten. Entsprechend schlecht war das Militär auf die neuen Anforderungen eingestellt. Ausrüstung, die für die neuen Einsatzgebiete geeignet waren, gab es ebenso wenig wie eine spezielle Ausbildung.

Im März 1915 wurden dann die Schneeschuh-Abteilungen in eine Gebirgstruppe umgewandelt. Die Geburtsstunde der deutschen Gebirgstruppe mithin. Das südliche Allgäu wird zu einem Übungs- und Ausbildungsgelände der neuen Truppengattung. Sonthofen und Immenstadt sind jetzt Garnisonen. In den Dörfern der Gegend sind rund 2 000 Soldaten einquartiert - nicht in Kasernen, sondern in Gasthöfen, halbfertigen Spitälern wie in Sonthofen und Bauernhöfen.

Am Internationalen Museumstag, am Sonntag, 17. Mai, ist die Sammlung natürlich ebenfalls geöffnet. Von 10 bis 16 Uhr finden Führungen statt und eine Sonderschau zeigt Sanitätsgerät und -aussstattung der Truppe im Wandel der Zeit und aktuelle Fahrzeuge der Bundeswehr. Ein kleiner Flohmarkt (vor allem mit Büchern) rundet das Programm ab.

Josef Gutsmiedl

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