Käsefestival in Oberstdorf: Bergkäse auf dem Prüfstand

+
Mit Qualität „ganz oben“. Resi Schwarz (links) vom Verein Alpgenuss und die Spitze des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, Franz Hage (von links) und Dr. Michael Honisch, freuen sich mit den beiden Siegern Wolfgang Finkel und Martin Rinderle über die Erfolge.

Oberstdorf – Einer der Höhepunkte des Oberstdorfer Käsefestivals war der traditionelle Bergkäseausstich des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu AVA. Zur 60. Auflage des Qualitätstests wurden aus der Produktion des vergangenen Alp­sommers 24 Bergkäse und 22 Alpkäse vorgestellt und auf „Herz und Nieren“ getestet.

Mit der „Ernte“ waren die Käsefachleute der Prüfungskommission ebenso zufrieden wie die AVA-Spitze. 

Für den 39-jährigen Martin Rinderle, im vergangenen Sommer Senn auf der Alpe Laufbichl, kam es ganz überraschend. Nach seinem vierten Alpsommer mit Käseproduktion stellte er zum ersten Mal einen seiner Alpkäse beim traditionellen Bergkäseausstich des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu AVA „zur Diskussion“. Und prompt überzeugte der Käse in jeder Hinsicht und Rinderle konnte neben der Goldmedaille auch den Siegerpreis in Form eine schönen Glocke für die beste Punktzahl in Empfang nehmen. Zusammen mit seiner Familie, zwei Hirten und einem Untersenn bewirtschaftet Rinderle die Sennalpe im Hintersteiner Tal bei Bad Hindelang. „Mit 60 Kühen, 30 Schweinen in Freilandhaltung und 40 Stück Jungvieh“, sagt Rinderle.

Sein Kollege Wolfgang Finkel, der diesmal in der Kategorie der Bergkäse den Siegerpreis einfuhr, hat schon oft beim Berg­käse-Ausstich mitgemacht und Goldmedaillen gewonnen. Der Wettbewerb sei immer wieder interessant und spannend und erlaube Rückschlüsse auf die eigene Arbeit am Käse. Beide Siegeralpen sind zudem als „Alpgenuss-Sennalpen“ der Idee regionaler Produkte besonders verpflichtet.

Genau diese Qualitätskontrolle und Beurteilung der Produktion ist seit den Anfängen des Bergkäse-Ausstichs Hintergrund der Prüfung. Für den Geschäftsführer des AVA, Dr. Michael Honisch, liegen die Vorteile auf der Hand: Werbung in eigener Sache, Werbung für die Alpwirtschaft und ihre Produkte. „Es geht letztlich um die Qualitätsverbesserung. Der Bergkäseausstich beleuchtet die Produktion, gibt Hinweise auf notwendige Verbesserungen.“ Gute Qualität sei letztlich auch Garant für gute Erzeugerpreise.

Ob Gold-, Silber - oder Bronzemedaille – die Prämierung sei immer eine Auszeichnung und wesentlicher Mehrwert, so Honisch weiter. „Wer am Bergkäse-Ausstich nicht teilnimmt, verspielt eine Chance.“ Jeder Älpler könne stolz sein. Und der Erste Vorsitzende des AVA, Franz Hage, ergänzt: „Die Alpwirtschaft ist ein Aushängeschild für die ganz Region!“

„Was ist schön?“, meint Chef-Prüfer Valentin Sauerer vom Milchwirtschaftlichen Zentrum in Kempten bei der Begutachtung eines „Kandidaten“. Schaden kann das „schöne Äußere“ nicht, doch wichtiger sind die „inneren Werte“ wie Geschmack, Geruch, Lochung und Konsistenz der Käsemasse. Anhand eines anerkannten Prüfungsschemas wird jeder Käse „abgeklopft“ und entsprechend mit Punkten bewertet. Dass sich über Geschmack streiten lässt, tut der Sache keinen Abbruch. Dann wird in der Jury diskutiert, bis eine „Note“ vergeben werden kann.

gts

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Ein Meilenstein im Käsekeller
Ein Meilenstein im Käsekeller
Jugendtheater Martinszell hält an bewährtem Team fest
Jugendtheater Martinszell hält an bewährtem Team fest
"Good Pratice Day" bei Bosch im Allgäu kommt erneut gut an
"Good Pratice Day" bei Bosch im Allgäu kommt erneut gut an

Kommentare