Investition in den Wald der Zukunft

Die Bayerischen Staatsforsten leisten im Rahmen der jährlichen Frühjahrspflanzung einen aktiven Beitrag, um die Staatswälder weiter für den prognostizierten Klimawandel zu rüsten. Zur Zeit läuft die Pfalzaktion des Forstbetriebs Sonthofen. Ziel ist es, labile Fichtenreinbestände in stabile und baumartenreiche Mischbestände umzubauen. Die zunehmenden Klimaextreme stellen das Ökosystem Wald vor große Herausforderungen. Das Risiko für Naturgefahren wie Berg- und Felsstürze, Lawinen, Stürme und Hochwasser steigt deutlich.

Im Bergwald setzen die Bayerischen Staatsforsten auf die natürliche Waldzusammensetzung aus Buche, Tanne und Fichte in Mischung mit Bergahorn. Insbesondere diese Baumarten erfüllen vielerlei Funktionen: Sie festigen den Boden und verhindern ein Abrutschen der Hänge. Herabstürzende Steine und Felsbrocken werden im dichten Unterholz gestoppt. Fichte und Tanne sind im Lawinenschutz besonders aktiv. Mit ihren immergrünen Kronen nehmen sie einen Großteil der Schneelast auf sich. Gemischte Bestände senken auch das Risiko einer Massenvermehrung des Borkenkäfers. Eine der vorrangigen Maßnahmen für den Umbau labiler Wälder ist die Förderung der natürlichen Waldverjüngung. Dennoch ist es wichtig, durch Pflanzung reine Nadelwälder oder Freiflächen mit bisher nicht vorkommenden Baumarten anzureichern. Die 45 Waldarbeiter des Forstbetriebes Sonthofen werden auch heuer wieder Laubhölzer wie Buche, Bergahorn, Kirsche, Esche sowie Tannen, Lärchen und in den Gebirgsregionen Fichten pflanzen. Der Forstbetrieb Sonthofen hat das Ziel, auf der gesamten Fläche den Laubholzanteil von derzeit 24 auf langfristig 35 Prozent und den Anteil in der Tanne von fünf auf 15 Prozent zu erhöhen. Forstbetriebsleiter Karl Kleiter weiß: „Wir haben uns viel vorgenommen. Im Forstbetrieb Sonthofen werden wir in diesem Jahr rund 83000 Pflanzen setzen und so den Waldumbau weiter vorantreiben. Damit die Pflanzung erfolgreich wird, müssen die empfindlichen und wertvollen Pflänzchen schnell und fachgerecht in den Boden gebracht werden. „Hier ist das handwerkliche Können unserer Waldarbeiter unabdingbar“, berichtet Kleiter. Die Pflanzinvestitionen für den Umbau der Wälder im Forstbetrieb Sonthofen belaufen sich im Geschäftsjahr 2009 auf rund 300000 Euro. Der Anwuchserfolg einer Pflanzung ist abhängig von sehr guter Qualität, sowohl des Pflanzmaterials als auch der Pflanzarbeit. Sind diese sichergestellt, kann unter andrem Wildverbiss zu einem Ausfall der Pflanzung führen. Um diesen Einflussfaktor zu kontrollieren und dem Leitsatz „Wald vor Wild“ gerecht zu werden, halten die Bayerischen Staatsforsten mit der Jagd den Wildbestand auf einem angepassten Niveau.

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