Der Anfang ist gemacht

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Auf ein erfolgreiches erstes Jahr unter Leitung der Rotkreuz-Schwesternschaft blicken Andreas Fischer (Verwaltungsdirektor, von links), Gaby Fischer-Reng (Pflegedirektorin) und Prof. Dr. Thomas Licht (Ärztlicher Direktor) zurück.

Oberstaufen - Ein Jahr nach der Übernahme der Oberstaufener Schlossbergklinik durch die Schwesternschaft München vom BRK e.V. zieht das Unternehmen Bilanz: Wichtige Schritte sind getan, doch anspruchsvolle Aufgaben liegen noch vor den Verantwortlichen.

Im Sommer 2012 waren sich Belegschaft, Schwesternschaft, Politiker und Bevölkerung einig: Die von der Schließung bedrohte onkologische Fachklinik im Oberallgäu sollte bleiben. „Die Übernahmeverhandlungen gestalteten sich äußerst schwierig, doch am Ende wurden wir mit dem vormaligen Betreiber Helios einig und konnten das Haus und seine Arbeitsplätze erhalten“, blickt Thomas Pfeifer, Prokurist der Rotkreuzkliniken Süd, zurück. 

Trotz widriger Umstände – nicht wenige Mitarbeiter hatten die Klinik aufgrund der prekären Lage bereits im Vorfeld verlassen – gelang es den neuen Hausherren, die Belegungszahlen zu steigern, wieder mehr Betten in Betrieb zu nehmen und auch die Mitarbeiterzahl auf knapp 150 zu stabilisieren. „So ergibt die aktuelle Jahreshochrechnung im Vergleich zum Zeitpunkt der Übernahme eine Fallzahlsteigerung im Akutbereich um 74 Prozent. Auch in der Rehabilitation konnten die Patientenzahlen um 23 Prozent gesteigert werden“, belegt Pflegedirektorin Gaby Fischer-Reng. Zu Beginn geschlossene Rehastationen seien wieder geöffnet worden, so dass heute 130 statt wie damals nur 82 Reha-Betten zur Verfügung stünden. 

Um Verbesserungen im Betriebsablauf und eine effizientere Patientenversorgung zu erzielen, brachte die neu zusammengesetzte Klinikleitung, die in den Krankenhäusern der Schwesternschaft traditionell aus Verwaltungsdirektor (Andreas Fischer), Pflegedirektorin (Gaby Fischer-Reng) und Ärztlichem Direktor (Prof. Dr. Thomas Licht) besteht, eine Reihe struktureller Optimierungen auf den Weg: „Wir haben inhaltlich korrespondierende Felder zu Einheiten zusammengelegt, etwa die Servicebereiche Speisesaal, Privatpatientenservice, Cafeteria und Wäsche-/Blumenversorgung. Auch Endoskopie, Stomatherapie, EKG und Ambulanzen sind jetzt eine organisatorische Funktionseinheit. Und im Bereich Patientenservice haben wir die Themen Empfang, Aufnahme, Abrechnung und Terminvergabe gebündelt“, so Fischer-Reng. Für den Patienten bedeute das kürzere Wege und rascheren Service, für den Mitarbeiter klarere Zuordnung von Zuständigkeiten und weniger Reibungsverluste in Koordinationsprozessen. Auch im Reha-Bereich habe man räumlich und organisatorisch umstrukturiert und verfüge nun über verbesserte Abläufe in der Zusammenarbeit von Pflegekräften und Ärzten sowie eine höhere Verfügbarkeit des Personals für den Patienten. Dazu kommen vielfältige Synergien mit der benachbarten, ebenfalls zum Verbund der Rotkreuzkliniken Süd zählenden Rotkreuzklinik Lindenberg. 

Als dringend überholungsbedürftig hatte sich auch das Hygienekonzept der Klinik entpuppt: „Nach einer Begehung durch das Gesundheitsamt und den Einsatz von Hygienefachkräften mussten wir diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene einleiten. Dazu zählen umfangreiche Schulungen und Checklisten, flächendeckendes Anbringen von Desinfektionsmittelspendern oder Verbesserungen bei der Lagerung von Arzneimitteln “, erklärt die Pflegedirektorin, und kann nun erfreut berichten: „Die letzte behördliche Begehung kam zu einem sehr positiven Ergebnis.“ 

Im ersten Jahr nach der Übernahme hat die Schwesternschaft bereits aus Eigenmitteln in das Haus investiert: Dringend notwendige Stations- und Außensanierungen sowie umfangreiche Medizingerätereparaturen wurden durchgeführt. Um die nach wie vor wirtschaftlich schwierige Situation zu stabilisieren, muss die Auslastung allerdings zwingend weiter steigen: „Es muss noch tiefer in das Bewusstsein von Öffentlichkeit und medizinischen Partnern dringen, dass die Schlossbergklinik wieder da ist“, fordert Finanzchef Pfeifer. Stetige Qualitätskontrollen und die Verbesserung von Abläufen blieben ebenfalls auf der Agenda der Verantwortlichen. 

Zudem stünden große Investitionen an: „Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und eine optimale Patientenversorgung gewährleisten zu können, ist zum Beispiel die Generalsanierung zweier Akutstationen inklusive Lüftungsanlage und neuem Bettenaufzug nötig.“ Die Gesamtkosten dafür beziffert der Prokurist auf über fünf Millionen Euro. 

Neben den Strategien für die wirtschaftliche Zukunftssicherung der renommierten Fachklinik liegt der Schwestern- schaft das Wohlergehen der Menschen am Herzen, die Tag für Tag im Dienst an den Kranken stehen: „Schon unser Leitbild gebietet einen fairen und menschlichen Umgang mit den Mitarbeitern. Wir haben viel Bestätigung und Unterstützung aus der Belegschaft erfahren – auch wenn neue Prozesse und Umstrukturierungen immer auch mit Mühe und Umgewöhnung verbunden sind. Ich möchte allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Ideen danken – ohne die tatkräftige Hilfe aus den Reihen der Mitarbeiter aller Bereiche wären wir nicht so weit gekommen“, betont Gaby Fischer-Reng. „Auch in Zukunft zählen wir auf diese Motivation – nicht zuletzt im Sinne unserer kranken Patientinnen und Patienten.“

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