40 Jahre Alpenplan

Kürzlich feierte der Alpenplan des bayerischen Landesentwicklungsprogramms seinen 40. Geburtstag. Der Plan legt Ruhezonen in den Bayerischen Alpen fest, in denen keine Straßen, Lifte oder Skipisten gebaut werden dürfen.

„Der Alpenplan sichert Wanderern, Bergsteigern, sowie Skitourengängern unverbaute Zonen im Alpenraum. Die schönsten Gipfel wären sonst großteils mit Liften verbaut“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. „Der Alpenplan muss deshalb so erhalten bleiben wie er vor 40 Jahren beschlossen wurde!“ Bisher wurde in der Geschichte des Alpenplanes noch keine Ausnahmegenehmigung erteilt. Auch das Riedberger Horn ist wegen des Alpenplanes noch nicht von Skiliften erschlossen, obwohl Liftbetreiber dort eine Skischaukel planen. Die Lifte würden einen Berg zerstören, von dem Luis Trenker schon sagte, es sei der schönste Skitourenberg Deutschlands, so Weiger weiter. Es würde nicht nur ein äußerst attraktives natur- touristisches Ziel zerstört, sondern auch ein ganz besonders wertvolles Biotop in den Allgäuer Alpen vernichtet. Ein solch einzigartiges Mosaik an unterschiedlichen seltenen Lebensräumen, die einer Vielzahl geschützter Tier und Pflanzenarten Heimat bieten, finde sich nur an wenigen Orten im Allgäu. Für Raufußhühner ist es der wichtigste Lebensraum in den Allgäuer Bergen westlich der Iller, der als Quellgebiet für umliegende Lebensräume unverzichtbar sei. Die Bayerischen Natur- und Bergsportvereine feierten deshalb den Geburtstag des Alpenplanes jetzt am Riedberger Horn. Sie forderten, dass es auch in Zukunft keine Verkleinerungen oder Ausnahmegenehmigungen beim Alpenplan geben dürfe. Der größte Teil der Urlauber komme wegen der Landschaft und des Naturerlebnisses in die bayerischen Alpen. Dies belegten zahlreiche Studien. Dabei stehe das Wandern an oberster Stelle der Aktivitäten. Um dieser Mehrheit der Gäste entsprechenden Naturgenuss zu ermöglichen, sei in vorausschauender Weise 1972 der Alpenplan ausgearbeitet worden. Die darin festgelegten Ruhezonen hätten bis heute herausragende Destinationen für den naturnahen Tourismus gesichert, betonen die Bergsportvereine. Neben dem Riedberger Horn im Allgäu konnten in Oberbayern z.B. der Watzmann, die Rotwand, der Inzeller Kienberg oder die Alpspitze bei Garmisch von geplanten Bergbahnerschließungen verschont bleiben. Eine erstmalige Ausnahme von den Zielen des Alpenplanes von 1972 wäre ein Präzedenzfall für ganz Bayern, so die Organisationen beim ortstermin. Die Umwelt- und Bergsportverbände forderten den für den Alpenplan zuständigen bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil auf, den Alpenplan nicht anzutasten und keinerlei Ausnahmegenehmigungen zu erteilen.

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