Bergwacht Sonthofen rückte 2017 zu fast 500 Einsätzen aus

Die Geehrten der Bergwacht Sonthofen: Johannes Höß (10 Jahre, hinten von links), Thomas Klee (20), Martin Zuchtriegel (25), Karlheinz Haberkorn (50), Konrad Müller (40) und Werner Hofmann (60), sowie, vorne von links, der stellvertretende Fabian Rietzler, Roman Müller (10) und Julian Hölzle (10).

Der Angriff einer Wildsau auf eine Skifahrerinwar nicht der einzige Einsatz, der den Sonthofer Bergrettern letztes Jahr mehr als üblich abverlangte. In der Jahreshauptversammlung erinnerte Bereitschaftsleiter Fabian Riezler Der stellvertretende Bereitschaftsleiter Fabian Rietzler an ein anstrengendes Jahr 2017.

Da war zum Beispiel ein Samstag im Spätsommer, an dem drei anspruchsvolle Einsätze gleichzeitig zu bewältigen waren. Schwieriges Gelände in der Nordwand des Grünten, und schwere Verletzungen der Patienten hielten die Mannschaft in Atem. Glücklicherweise herrschte an diesem Tag wenigstens gute Wetterbedingungen – ganz anders als bei einem Einsatz am Riedberger Horn, bei dem die Patientin kräftezehrend mittels Gebirgstrage unter die Nebel­grenze getragen werden musste und erst dann an den wartenden Hubschrauber übergeben werden konnte.

An diesen Beispielen zeigte Rietzler die Bandbreite der Einsätze, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gestiegen ist und sich mit 449 im üblichen Rahmen für die Bergwacht Sonthofen bewegt. Der größte Teil ereignete sich im Winter in den Skigebieten Ofterschwang-Gunzesried, Hörnerbahn Bolsterlang, Balderschwang und Grünten, die von der Bergwacht Sonthofen betreut werden. Auch Entwicklungen und Trends beim Outdoorsport sind erkennbar. So sind beim Skitourengehen und Schneeschuhwandern, aber auch im Sommer beim Mountainbiken und beim Canyoningsport steigende Unfallzahlen zu beobachten. Die Bergwachten stehen somit, wie schon immer, vor der Aufgabe, sich den Trends und neuen Unfallmustern anzupassen und gegebenenfalls neue Techniken zu entwickeln.

In diesem Zuge wies Rietzler auf die aktuellen Entwicklungen in Sachen Digitalisierung hin und berichtete von den ersten positiven Erfahrungen beim neu eingeführten Digitalfunk und zeigte Screenshots der neuen 3D-Karten die den Bergwachten zur Verfügung stehen. Der Erfindergeist habe gerade bei der Bergwacht Sonthofen Tradition, sagte er in Richtung der inaktiven Mitglieder, die ihrerseits die moderne Bergrettung geprägt haben. Beglückwünschen konnte die Bereitschaftsleitung Karlheinz Haberkorn zu 50 Jahren und Werner Hofmann zu 60 Jahren Mitgliedschaft. Auch unter den Aktiven gab es mit Konrad Müller (40 Jahre), Martin Zucht- riegel (25), Thomas Klee (20), Roman Müller, Julian Hölzle und Johannes Höß (jeweils 10 Jahre) Jubilare.

Sonthofens 3. Bürgermeisterin Ingrid Fischer und der Regionalleiter der Bergwacht Allgäu, Peter Eisenlauer, lobten in ihren Grußworten das große Engagement der Sonthofer Bergretter und zollten Respekt vor den Leistungen, die sie bei Einsätzen und Übungen an den Tag legen. Die Tourismusregion Allgäu habe mit der Bergwacht einen verlässlichen Partner, auch für zukünftige Herausforderungen.

Kassiererin Anja Wechs berichtete über ein Jahr, in dem nach dem abgeschlossenen Neubau finanziell wieder Normalität eingekehrt ist. Die Ausgaben für Bau und Werbung sanken, aber auch die Einnahmen aus Veranstaltungen gingen leicht zurück. Trotzdem haben die Berg­retter nebenher auch letztes Jahr wieder einige Gelegenheiten genutzt sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Ein Aufwand, der für die Bergwacht Sonthofen unverzichtbar geworden ist.

Auch Ausbildungsleiter Markus Zacher war froh, dass wieder mehr Ausbildungen als Baustellentage stattfanden. Jeweils 14 Termine im Sommer und im Winter wurden abgehalten. Um so realitätsnah wie möglich zu üben, hielten die 13 Ausbilder ihre Fortbildungen meist draußen im Gelände ab. Auch das Training mit den Luftrettungsunternehmen konnte wieder stattfinden. Bei den 89 Einsätzen, die mit Hubschrauberunterstützung abgewickelt wurden, konnten so alle Einsatzkräfte auf das nötige Hintergrundwissen zurückgreifen.

Zacher lobte das Engagement der Sonthofer Mannschaft, die bei allen Ausbildungen zahlreich und motiviert erscheint. Auch bei den Ausbildern bedankte er sich für die zusätzlichen Stunden, die sie aufbringen. Für das kommende Jahr erwägte Zacher, der auch Jäger ist, Ausbildungen zum fachgerechten Erlegen und Zubereiten von Wildschweinen abzuhalten.

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