Jetzt ist die B19 neu fertig - der Bahnübergang bei Thanners ist "Geschichte"

Mit den Bürgermeistern des „Grenzgebietes“, Kreisräten, Vertretern der Bauverwaltung und Baufirmen eröffnet Landrat Gebhard Kaiser (Mitte) die Höhenfreilegung beim Bahnübergang Thanners. Foto: Josef Gutsmiedl

Mit der Verkehrsfreigabe der B19 neu vor gut zwei Jahren wurde bei der „endlosen Geschichte“ dieses Projektes ein wichtiges Kapitel beendet. Aber das „Schlusswort“ sei erst jetzt, mit der Eröffnung der Höhenfreilegung des Bahnüberganges bei Thanners, gesprochen worden. So jedenfalls brachte der Oberallgäuer Landrat, Gebhard Kaiser, den Abschluss der Bauarbeiten auf den Punkt. „Ein besonderer Tag in meinem Politikerleben.“

„Dieses Projekt ist wichtig und richtig“ stellte der Landrat einmal mehr fest, bevor er zusammen mit Vertretern des Kreistages, der Tiefbauverwaltung und der Baufirmen das symbolische weiß-blaue Band durchnitt. „Diese Brücke ist zukunftsweisend und nicht für zehn, sondern für 100 Jahre gebaut.“ Über Jahre hinweg war die Kritik an der 6,6 Millionen-Investition nicht verstummt. Vor allem, weil nach der Fertigstellung der B 19 neu der beschrankte Bahnübergang bei Thanners nicht mehr der „Knackpunkt“ sei, wurde der Sinn und die Notwendigkeit des gemeinsamen Projektes in Zweifel gezogen. Kaiser erinnerte daran, dass die Höhenfreilegung neben der B19 neu über 30 Jahre lang wesentliche Forderung gewesen sei. „Die Diskussion habe ich nie verstanden“, setzte Kaiser nach. Selbst wenn heute nur 5000 Fahrzeuge statt früher 20000 auf der B19 (alt) gezählt würden, könne ihm „keiner erzählen, dass die Brücke nicht gebraucht“ werde. Kaiser mit Blick auf zunehmenden LKW-Verkehr: „Sicher wäre sie früher noch wichtiger und wertvoller gewesen. Aber sie ist auch heute von großer Bedeutung!“ Auch Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp meinte, dass ein früherer Bau wünschenswert gewesen wäre. Doch gerade jetzt verstehe er die Höhenfreilegung als „Investition in die Zukunft“, da das entstehende Gewerbegebiet beim Ortsteil Seifen so gut angebunden und erschlossen werde. Die endlosen Staus am Bahnübergang Thanners seien längst vorbei, so Kaiser weiter. Und jetzt wohl auch endlose Diskussionen, bei denen, meinte Kaiser, „auch Brücken zu bauen waren“. Er habe sich in seiner Sicht zu dem Vorhaben nie beirren lassen. Die einstige B19 sei auch als jetzige Kreisstraße OA 5 ein wichtige Verbindung im südlichen Landkreis. Nicht nur die Diskussionen über Für und Wider des Projektes waren schwierig. Die Baufirmen hatten eine der schwierigsten Baustellen der vergangenen Jahre „in der Hand“. Schlechter Untergrund und immer wieder Grundwasser behinderte die Arbeiten. Von den Gesamtkosten des Bauprojektes von Bund, Bahn und Landkreis in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro entfallen auf den Landkreis Oberallgäu 700000 Euro plus Planungskosten. Im kommenden Jahr wird die Höhenfreilegung auch mit dem Rad- und Fußwegenetz in Einklang gebracht.

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