Reanimationsschulung für Notfallsanitäter-Azubis

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Reanimationsschulung für künftige Notfallsanitäter.

Allgäu – Die Johanniter im Allgäu bilden derzeit vier Auszubildende zum Notfallsanitäter aus. Dieser relativ neue Lehrberuf löst nach und nach den früheren Rettungsassistenten ab. Gerade fand für die Azubis erstmals eine mehrtägige Reanimationsschulung in Kempten statt.

Künftig sollen Schulungen wie diese sowohl ausbildungs- und jahrgangsübergreifend als auch qualifikationsübergreifend angeboten werden. „Denn“, so Praxisanleiter Tillmann Hofer: „Rettungsdienst ist wie ein Teamsport. Da müssen alle fit sein. Nur wenn das Team funktioniert, funktioniert auch der Einsatz reibungslos.“

„Unsere vier Auszubildenden durchlaufen im Zuge ihrer anspruchsvollen dreijährigen Ausbildung verschiedene Stationen“, erklärt Tillmann Hofer. „Ein Teil der Ausbildung, nämlich 1920 Theoriestunden, wird an der Berufsfachschule in Stein bei Nürnberg absolviert. Das dort erworbene Wissen wird dann in unseren Lehrrettungswachen Kempten und Memmingen mit Hilfe der Praxisanleiter praktisch vertieft und erweitert (1960 Stunden). Hinzu kommt eine klinische Ausbildung im Krankenhaus (720 Stunden).“

„Gerade haben wir erstmals eine Reanimationsschulung für unsere angehenden Notfallsanitäter im Kemptener Ausbildungszentrum der Johanniter abgehalten“, so Hofer. Im Lauf von zwei Tagen à acht Stunden vermittelten er und sein Memminger Kollege Manuel Böschek dabei erweiterte Maßnahmen und Reanimationen. „Dazu gehört beispielsweise die Behandlung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen mit elektronischer Therapie“, erläutert Tillmann Hofer. „Oder auch die medikamentöse Therapie bei Herzinfarkt nach aktuellen Leitlinien, die der Notfallsanitäter als hochqualifizierte nichtärztliche Person durchführen darf.“ Dabei wurden ausschließlich Materialien verwendet, die auch bei einem regulären Einsatz benutzt werden, „damit das ganze Szenario so realistisch wie möglich ist.“

„Die Schulung war sehr intensiv und ist sehr gut gelaufen“; resümiert Hofer. „Künftig möchten wir so etwas häufiger und für alle drei Auszubildenden-Jahrgänge gemeinsam anbieten. Zur noch besseren Vernetzung der Teams im Rettungsdienst ist zudem geplant, Schulungen wie diese für ganze Teams aus Rettungssanitätern, Rettungsassistent und Notfallsanitäter gemeinsam durchzuführen. Schließlich müssen sie bei einem Einsatz perfekt Hand in Hand arbeiten.“

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter gibt es in Deutschland seit 2014. Die anerkannte dreijährige Berufsausbildung löst sukzessive den bisherigen Rettungsassistenten ab. Der Notfallsanitäter ist der am höchsten qualifizierte nichtärztliche Mitarbeiter auf dem Rettungswagen. Aktuell gibt es in Kempten bei den Johannitern zwei fertig ausgebildete Notfallsanitäter und einen weiteren in Memmingen. Rettungsassistenten können die Qualifikation zum Notfallsanitäter durch eine Ausbildungsergänzung erreichen.

Die Johanniter bieten entsprechende Fortbildungen an. Informationen zu Kursen und den Johannitern im Regionalverband Allgäu gibt es telefonisch unter 0831/52157-0 oder im Internet unter www.johanniter.de/allgaeu.

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