Was man bei Hitze beachten sollte

+
Bei Hitze gilt: Viel trinken!

Der Sommer naht und mit ihm Temperaturen im Bereich von bis zu 40 Grad im Schatten. Vielen Menschen macht diese Hitze zu schaffen, sie reagieren mit Kopfschmerzen, Übelkeit und schweren Kreislaufproblemen. Die Johanniter erklären, was bei Sonnenstich und Hitzschlag zu tun ist und geben Tipps.

„Normalerweise ist ein gesunder Körper in der Lage, die Wärme selbst zu regulieren“, weiß Markus Adler, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter im Allgäu. „Wenn die Umgebungstemperatur aber sehr hoch ist, funktioniert diese Regulierung mitunter nicht mehr richtig. Bei dem Versuch, die überschüssige Wärme über das Blut abzutransportieren, steigt der Blutdruck und der Körper schwitzt. Dieses Zusammenspiel aus hohem Blutdruck und Flüssigkeitsverlust führt bei vielen Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Benommenheit und Kreislaufproblemen bis hin zum Kreislaufkollaps.“ 

Der Experte rät: „Bei starken Kreislaufproblemen umgehend einen Arzt aufsuchen!“ Ansonsten gilt: Wer viel schwitzt, muss viel trinken. „Sofern keine gesundheitlichen Probleme dagegensprechen, sollte man am besten zwei bis drei Liter Wasser oder Saftschorle zu sich nehmen. Zudem sollte man Salz und Mineralien zuführen, etwa in Form von Brühe, einer Breze, Salzgebäck oder Ähnlichem,“ so Adler.

Neben dem Grundkurs bieten die Johanniter weitere Kurse für spezielle Zielgruppen an. Sei es Erste Hilfe am Kind für Eltern oder Babysitter, Erste Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder, die beliebten Kurse „Ersthelfer von morgen“ für Kinder ab dem Grundschulalter, Erste Hilfe-Kurse für Menschen mit Handicap sowie Schulungen für Motorradfahrer, Outdoor-Wanderer oder Hundeliebhaber (ja, auch Tiere benötigen manchmal Erste Hilfe), welche auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Interessentengruppe zugeschnitten sind. 

Sonnenstich oder Hitzschlag? 

Immer wieder kommt es im Sommer zu Sonnenstich oder Hitzschlag. Markus Adler erläutert den Unterschied und was zu tun ist. „Ein Sonnenstich entsteht durch zu intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf oder Nacken. Die Infrarotstrahlen des Sonnenlichts führen zu einer Überwärmung des Kopfes. Dadurch werden die Hirnhäute (Meningen) gereizt. Die typischen Anzeichen für einen Sonnenstich treten meist erst einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Zu ihnen gehören Kopfschmerzen und Unruhe, die oftmals von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Auch Schwindel und Fieber sind möglich.“ Als Sofortmaßnahme rät Adler, den Betroffenen an einen kühlen, schattigen Ort zu bringen und mit leicht erhöhtem Kopf und Oberkörper zu lagern. Feuchtkühle Umschläge auf Kopf und Nacken bringen Linderung, ebenso wie die Zufuhr von ausreichend lauwarmer Flüssigkeit. Bei Bewusstseinsstörungen sollte man einen Notarzt verständigen oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen. 

Ganz ausdrücklich warnt Markus Adler vor den Gefahren eines Hitzschlages: „Ein Hitzschlag gilt als medizinischer Notfall und kann lebensbedrohlich sein, da die gesamte Temperatur- und Kreislaufregulation des Körpers zusammenzubrechen droht.“ Zu einem Hitzschlag kommt es, wenn der Körper zu lange hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Entstehung. Symptome sind eine sehr hohe Körpertemperatur (40 Grad und mehr), schneller Puls, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit. Die Haut ist heiß, trocken und eventuell gerötet. Wichtig sei es dann, den Betroffenen sofort aus der Sonne zu bringen und mit erhöhten Beinen zu lagern, so Markus Adler. „Entfernen sie unnötige Kleidung und legen Sie feuchtkühle Tücher oder Coolpacks auf Arme, Beine, in den Nacken und auf die Leiste. Bei einer extrem hohen Körpertemperatur kann ein Eiswasserbad lebensrettend sein. Wenn der Betroffene ansprechbar ist, sollte er lauwarme Getränke zu sich nehmen. Im Zweifelsfall den Notarzt unter 112 anrufen.“

Weitere Tipps für heißes Wetter: 

- Halten Sie sich im Schatten auf

- Die Körpertemperatur lässt sich durch lauwarmes bis kühles Duschen, ein feuchtes, kühles Tuch auf der Stirn und im Nacken oder kühle Arm- oder Fußbäder senken. Dabei wird auch der Kreislauf wieder stabilisiert. 

- Wichtig: Kälte-Schocks vermeiden! Beim Baden niemals erhitzt ins Wasser springen (Lebensgefahr!), sondern langsam abkühlen. Auch der Temperaturunterschied zwischen eiskaltem Wasser (oder auch Eis im Mund) und dem stark erhitzen Körper kann zu Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen führen. 

- Verlegen Sie körperliche Aktivitäten auf den frühen Morgen oder den Abend, wenn die Luft kühl und frisch ist. In der Mittagszeit ist Sport für Herz und Kreislauf zu belastend. 

- Lockere, luftige Kleidung tragen 

- Beim Aufenthalt im Freien: Kopfbedeckung und Sonnencreme nicht vergessen! 

- Mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst, Salat und Gemüse statt schwerer Kost 

- Klimaanlagen sollten nicht zu kühl eingestellt werden, sonst ist beim Schritt nach draußen der Temperaturunterschied zu groß (=> Kreislauf!) 

- Fenster in der Wohnung nur am frühen Morgen (vor der großen Hitze) öffnen und kräftig durchlüften. Dann die Fenster schließen und Jalousien/Vorhänge zuziehen, um Hitze und Sonne auszusperren. Vor dem Zubettgehen einmal durchlüften. In der Nacht die Fenster nur kippen, da Zugluft zu Verspannungen führen kann. 

- Auch bei hohen Temperaturen nicht nackt schlafen, sonst droht eine Erkältung. Statt einer Decke reicht ein dünnes Laken. 

- Keine Schlafmittel nehmen – diese belasten den Kreislauf zusätzlich. 

- Alkohol meiden – er entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe 

- Niemals Kinder, gesundheitlich geschwächte Menschen oder Tiere im geparkten Auto zurücklassen! Bereits wenige Minuten in einem heißen Auto (auch im Schatten) können lebensbedrohlich sein!

Zu guter Letzt bittet Markus Adler jeden, auch auf seine Mitmenschen zu achten. „Ältere Menschen, Kinder und Kranke sind bei hohen Außentemperaturen besonders gefährdet und können sich oft nicht selbst helfen. „Besonders ältere Menschen sollten ständig an das Trinken erinnert werden, da im Alter das Bedürfnis nach Flüssigkeit häufig abnimmt. Am besten gleich morgens zwei Liter Wasser oder Saft gut sichtbar in der Wohnung bereitstellen. Das erinnert beim Vorbeikommen daran, einen Schluck zu nehmen. Wenn Verwirrtheit auftritt, ist das oft ein Warnzeichen dafür, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt. Achten Sie bitte auch auf Kinder (und auch Tiere) in geschlossenen, parkenden Fahrzeugen. Ist der Fahrer nicht auffindbar, scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu alarmieren! Bei kollabierten Personen bitte sofort den Rettungsdienst rufen und bis zu dessen Eintreffen erste Hilfe leisten.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Sonthofen trotzt dem Wetter
Sonthofen trotzt dem Wetter
Grünten BergWelt: Investorenfamilie setzt auf Dialog
Grünten BergWelt: Investorenfamilie setzt auf Dialog
Erfolgreiche "Flaschen"
Erfolgreiche "Flaschen"

Kommentare