Lebenshilfe gehört zum Leben

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Oberallgäuer Käse für den Unterallgäuer Festredner Notker Wolf (Mitte) überreichten Lebenshilfe-Geschäftsführer Hartmut Höger (links) und Vorstand Joachim Wawersich.

Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Lebenshilfe Sonthofen / Südlicher Landkreis Obertallgäu mit einem „offiziellen“ Jubiläumsfest. Viele Veranstaltungen in den vergangenen Monaten trugen dem Jubiläum dieser wichtigen Einrichtung für Menschen mit Behinderung bereits Rechnung.

„Wir sind eine kleine Lebenshilfe, aber eine feine.“ Mit dieser Feststellung eröffnete der Erste Vorsitzende der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Südlicher Landkreis Oberallgäu, Joachim Wawersich, den Festakt im Haus Oberallgäu in Sonthofen. Mit Worten sei das ohnehin nicht zu beschreiben. „Verfolgen Sie diese Veranstaltung und Sie werden sehen wer wir sind und was wir machen“, riet Wawersich allen Gästen und Besuchern der Jubiläumsfeier.

50 Jahre Lebenshilfe in und um Sonthofen sei schließlich „nicht irgendein Jubiläum“; vielmehr ein „Fest für 50 Jahre Mitmenschlichkeit“, sagte Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm. Ihm war wenige Augenblicke zuvor aufgefallen, dass offenbar ein barrierefreier Bühnenaufgang im Haus Oberallgäu fehlt. Da könne man im Sinne der Lebenshilfe „was machen“, deutete Wilhelm an. Auch das sei beispielhaft eine der wesentlichen Fragen der Lebenshilfe: Was kann getan werden, damit die Menschen besser teilnehmen können und mehr Teilhabe erfahren? Er ziehe vor der Arbeit der Lebenshilfe seinen Hut, so Wilhelm weiter. Die Stadt Sonthofen greife die Belange der Lebenshilfe und der Menschen mit Behinderung wo immer möglich auf, versicherte der Bürgermeister weiter. „Wir brauchen Sie.“

Dem schloss sich der Stellvertretende Schwäbische Bezirkstagspräsident Alfons Weber an. Die Einrichtung der Lebenshilfe habe die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung in den Blick der Gesellschaft gerückt. Die Lebenshilfe war und bleibt ein wichtiger Partner der Bezirke. „Sie leisten im wahrsten Sinne des Wortes Lebenshilfe – Hilfe zu einem selbstbestimmten, besseren Leben“, so Weber. Neben dem Abbau von Barrieren im privaten und öffentlichen Bereich, sei der Abbau von Barrieren in den Köpfen wesentlich. Inklusion gelinge nur, wenn möglichst viele mitmachten.

Als Festredner konnte die Lebenshilfe in Sonthofen keinen Geringeren als den Buchautor und ehemaligen Abtprimus Dr. Notker (Werner) Wolf OSB gewinnen. Wolf wurde in Bad Grönenbach im Unterallgäu geboren und trat 1961 in das Benediktinerkloster St. Ottilien ein. Der renommierte Autor zahlreicher Bücher umriss die Arbeit der Lebenshilfe kurz und prägnant: „Uns geht es nicht um die Institution, sondern um die Menschen.“ Jeder brauche immer wieder die Hilfe anderer Menschen – von klein auf bis ins hohe Alter. „Wir brauchen Gemeinschaft. Wir brauchen einander.“ Das sei letztlich die grundlegende Lebenshilfe, auf die jeder Mensch angewiesen sei, so Wolf.

Die Menschen seien so vielfältig wie es das Leben an sich nun einmal sei: „Es ist alles normal. Gott liebt sie alle.“ Eine reife Gesellschaft sei eine Gesellschaft, die zu allen Menschen ja sage, nicht die Spaßgesellschaft. Wolf wünschte der Lebenshilfe weiterhin viel Fantasie, Kraft und die Fähigkeit, unendlich viel Liebe zu schenken: „Sie bekommen so viel zurück.“

gts

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