Ein Kämpfer mit Gefühl

Aglaja und Karl Blaser freuten sich über die Weggefährten aus vielen Jahrzehnten, die zum Geburtstagsempfang gekommen waren. Foto: Josef Gutsmiedl

Er schrieb an der Sonthofer Stadtgeschichte mit: Der Ehrenbürger der Kreisstadt, Altbürgermeister Karl Blaser, feierte zusammen mit seiner gleichaltrigen Gattin Aglaja, seinen 80. Geburts-tag. Bei einem feierlichen Geburtstagsempfang im Haus Oberallgäu skizzierten Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl und der Oberallgäuer Landrat ein lebendiges Bild vom Jubilar und dessen politischem Lebenswerk, an dem natürlich Karl Blaser selbst mitzeichnete.

Eine Besonderheit sei es ohnehin gewesen, als der SPD-Mann Blaser im Jahr 1964, ein Jahr nach der Stadterhebung, ins Amt des Ersten Bürgermeisters kam. „Da muss man schon was Besonderes bringen, als SPD-Bürgermeister in einem schwarzen Umfeld“, spielte der jetzige Bürgermeister Sont-hofens, Hubert Buhl, auf Blasers Alleinstellungsmerkmal in der politischen Landschaft des Oberallgäus an. Doch mit Fingerspitzengefühl, Durchsetzungsvermögen und diplomatischem Geschick habe Karl Blaser „viel erreicht“ für Stadt und Landkreis, erinnerte Buhl an die über 30 Jahre währende Amtszeit seiner Vorgängers. Daran knüpfte auch Landrat Gebhard Kaiser an: „Du bist ein großer Kämpfer, und der Erfolg hat Dir - meistens - Recht gegeben.“ So etwa beim Kampf um den Sitz des Landratsamtes, oder dem Neubau der B19. „Wenn Du von etwas überzeugt warst, hast Du versucht, es auch durchzusetzen, hast aber als Demokrat immer die Mehrheiten akzeptiert. Kaiser: „24 Jahre gemeinsamer Weg verbinden. Nicht immer waren wir einer Meinung, aber wir sind immer fair miteinander umgegangen.“ Karl Blaser habe nicht immer Ja und Amen gesagt. Zum Beispiel bei der Neustrukturierung der Krankenhaus-Landschaft im südlichen Landkreis. Damals war Blaser vehement dagegen, dass Immenstadt zum Schwerpunktklinikum ausgebaut wurde; er favorisierte den Standort Sonthofen. Das Sonthofer „Stadtkrankenhaus“ ist heute Geriatrie- und Reha-Klinik. Zumindest habe er jetzt im Fall des Falles die richtige Klinik gleich vor der Haustüre, räumt Senior Blaser verschmitzt ein. Blaser selbst griff drei Auszeichnungen heraus, mit denen er sein Wirken charakterisiert sehe und die ihm besonders viel bedeuteten: die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sonthofen, den Goldenen Ehrenring des Landkreises Oberallgäu und die Ehrennadel der Bundeswehr in Gold. Das Ehrenbürgerrecht sei „eine Sensation“ gewesen, der Ehrenring „ein Paukenschlag“ und die Ehrennadel werde „kaum einem Zivilisten“ jemals verliehen. Alle stünden in Bezug zu seinem Schaffen in kommunalpolitischen Ämtern. Karl Blaser schloss den offiziellen Geburtstagsempfang in typischer Art und meinte: „Soviele Gutes wird sonst nur auf Beerdigungen gesagt...“ Dann zogen sich Aglaja und Karl Blaser, die beide innerhalb weniger Wochen ihren 80. Geburtstag begehen konnten, zur privaten Feier im Kreis der Familie zurück.

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