Ohne Schnee geht nicht 

Oberallgäu - Landrat Gebhard Kaiser hat in einer Stellungname die hohe Bedeutung von Beschneiungsanlagen hervorgeben. Eine Saison ohne Schnee brächte hohe Umsatzverluste für die Region und gefährde die Existenz zahlreicher Menschen.

Der in der Region niederschlagsarme und relativ warme Winter hätte auf Dauer zu massiven wirtschaftlichen Problemen geführt – gäbe es in den Skigebieten des Allgäus nicht ein effizientes Netz an Anlagen zur technischen Beschneiung, so Landrat Gebhard Kaiser. 

Ein Saisonstart ohne Schnee hätte im Allgäu einen Ausfall von unzähligen Besuchern und Übernachtungen nach sich gezogen. Und damit einen Schaden in mehrstelliger Millionenhöhe verursacht. Die Notwendigkeit der Beschneiung verdeutlichte jetzt der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser: „Ohne technische Beschneiung wäre der Wintertourismus allein den Launen des Wetters ausgesetzt – damit wäre die wirtschaftliche Grundlage für viele tausend Menschen unserer Region gefährdet. Denn die modernen Beschneiungsanlagen der Skilift- und Bergbahnbetreiber sichern Arbeitsplätze für zahllose Beschäftigte.” 

Viele Wintersportler müssten ihren Skiurlaub oft schon Monate im Voraus buchen. Eine Buchung komme aber nur dort zustande, wo Schneesicherheit garantiert sei. Und genau das sei in vielen Skigebieten von November bis Januar das Problem. Das Weihnachtsgeschäft sei aber das bedeutendste des Jahres. Hier würden bis zu 30 Prozent der Umsätze des gesamten Winters verbucht. Technisch erzeugter Schnee ermögliche hier Planungssicherheit auf beiden Seiten: dem Wintersportler für seine Urlaubsplanung, dem Tourismus die Sicherung der notwendigen Einkünfte.

„Ohne den künstlich hergestellten Schnee würden unter anderem die Skischulen samt Skiverleih still stehen und damit zugleich die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrer Existenz bedroht sein”, so Kaiser weiter. Der Schnee stelle einen lebenswichtigen Faktor für Wirtschaft und Tourismus im Allgäu dar, weil auch Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel, Gewerbe und verschiedene weitere Dienstleister in der Region von den Besuchern profitierten. 

Aber auch Vorleister würden empfindlich von einer Schneelosigkeit betroffen, etwa Handwerker, Metzger, auch die Landwirtschaft. Laut aktueller Untersuchungen des Instituts dwif an der Uni München sichere jeder Bergbahnarbeitsplatz im deutschen Durchschnitt 4,2 weitere Arbeitsplätze, im Oberallgäu sei der Multiplikator sogar über dem Faktor 6. 

Kunstschnee von höchster Qualität 

Nicht nur die Technik, sondern auch die Ansprüche an die Skigebiete hätten sich in den letzten Jahren verändert. So würde heute etwa höchste Schneequalität schlichtweg erwartet. „Der Gast geht dahin, wo er die bekommt.“ Der auf Allgäuer Pisten verwendete Kunstschnee habe seinen schlechten Ruf schon seit Jahren nicht mehr verdient. Moderne Beschneiungsanlagen würden Schnee von bester Qualität ohne Zugabe von Chemikalien erzeugen. Auch der Energieverbrauch sei nicht so hoch, wie man glaube. So benötige man für die Beschneiung einer Fläche von einem Quadratmeter und 30 cm Schneehöhe etwa zwei Kilowattstunden. „Wenig mehr, als eine Waschmaschine pro Waschgang braucht”, so Kaiser. 

Für einen ganzen Skitag brauche ein Skifahrer für alle Belange wie etwa Beschneiung, Bahnbeförderung, Gastronomie rund 16 kWh, die Benutzung einer Sauna verbrauche im Vergleich etwa das Doppelte. Das für die Beschneiung benötigte Wasser würde nicht verbraucht, sondern nur genutzt, da der Schnee umgewandelt in Schmelzwasser der Natur zurückgegeben werde. Zudem schütze der Schnee die Flächen vor Erosion. „Ich bin froh, dass wir vor 25 Jahren die ersten Beschneiungsanlagen in Bayern genehmigt haben“, so der Kreischef abschließend. 

In der Schweiz werden werden derzeit etwa 39 Prozent der Pistenflächen beschneit, in Österreich 60 Prozent, in Südtirol über 80 Prozent. In Bayern sind es 18 Prozent.

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