Kamera zum Schlucken

Kleiner als ein Zwei-Cent-Stück ist die Kapsel mit der Kamera, die Bilder aus dem Magendarmtrakt eines Patienten senden kann. Die revolutionäre Technik der Kapselendoskopie wird jetzt auch in den Kliniken Oberallgäu angewendet.

„Der Patient schluckt einfach eine kleine Kapsel“, erläutert Oberarzt Dr. Nis Nissen von der Abteilung für „Innere Medizin“ an der Klinik Immenstadt das Verfahren, das den Betroffenen kaum belastet. Durch das Bild und ein externes Ortungssystem, das der Patient in einem Kästchen mit sich trägt, kann der Arzt erkennen, aus welchem Bereich im Darm das Bild gesendet wurde. Die „Kamera zum Schlucken“ wird laut Nissen vorrangig bei der Erkennung von Dünndarmerkrankungen angewendet. Obwohl in der modernen Medizin vielfältige Möglichkeiten der Untersuchung mit endoskopischen und radiologischen Methoden wie Computertomographie und Kernspintomographie bestünden, sei bislang eine direkte Untersuchung des Dünndarmes kaum möglich gewesen. „Und das, obwohl der Dünndarm – mit einer Länge von über drei Metern - ein großes und für den Stoffwechsel lebenswichtiges Organ ist.“ Mit speziellen Kapseln könne aber auch eine schonende Untersuchung der Speiseröhre sowie des Dickdarms – statt einer Darmspiegelung - durchgeführt werden, erläutert der Internist. Die Auswertung der von der Mini-Kamera gesendeten Daten übernimmt das speziell geschulte Personal an der Klinik Immenstadt. Ein großer Vorteil, so Dr. Nissen: Die Kapseln können auch versandt werden. Somit kann die Untersuchung auch an den Kliniken Sonthofen und Oberstdorf erfolgen.

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