Klimaschutz in der Praxis: Kaminkehrer pflanzen und spenden

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Großartige „Schwarzarbeit“: Die Vertreter der Oberallgäuer Kaminkehrerbetriebe mit Jule Inhofer (von rechts) und Förster Maximilian Bach vom Schutzwaldmanagement vor dem „Einsatzgebiet“ bei Bad Hindelang.

Oberallgäu – Im Alpenraum hat der Schutzwald eine herausragende Bedeutung: Er reguliert den Wasserabfluss, schützt Kulturgüter, Infrastruktur wie Straßen und bisweilen sogar ganze Bergdörfer. Erosionsschutz, Bodenschutz, Hochwasserschutz, Lawinenschutz sind dabei die wichtigsten Schutzfunktionen.

Oberallgäuer Kaminkehrer helfen dem Schutzwald bei Bad Hindelang auf die Sprünge und unterstützen die „Förster vom Amt“. 

Die Schutzwälder in Bayern leiden. Sie sind gefährdet und auf Teilflächen – etwa zehn Prozent – wo einmal gesunder Schutzwald stockte, kann dieser die Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.

Aus diesem Grund betreibt die bayerische Forstverwaltung einen hohen Aufwand, um die Schutzwälder zu reparieren, zu sanieren. Im Allgäu ist hierfür die Fachstelle für Schutzwaldmanagement am Landwirtschaftsamt Kempten zuständig. Oberstes Ziel ist der Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung der Schutzfunktion.

Ob dieser großen Aufgabe erfreut sich die Schutzwaldsanierung über alle helfenden Hände. Die Kaminkehrer und Kaminkehrermeister des Oberallgäus wissen um die Notwendigkeit der Schutzwälder und die Bindung von CO2 im Wald. Daher arbeiten die Kaminkehrer mit der Fachstelle für Schutzwaldmanagement zusammen, um eine Sanierungsfläche bei Bad Hindelang wieder mit Bäumen zu bepflanzen. Aus dieser Fläche erfolgen im Winter des Öfteren Schneebewegungen, welche die darunterliegende Gemeindestraße verschütten.

Der Hang wurde zunächst von den Waldarbeitern mit speziellen Bauwerken (3-Bein-Böcke) verbaut. Anschließend wurden diese Böcke mit Bäumen des Bergmischwalds: Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn, auch Lärche und Vogelbeere bepflanzt. Als ökologische Aufwertung wurde am neuen Waldrand, ein Riegel bestehend aus Wildbirne, Mehlbeere, Weide und Erle gepflanzt.

Die Kaminkehrbetriebe unterstützen das Projekt mit einer Spenden in Höhe von 800 Euro. Insgesamt kostete die Maßnahme etwa 25 000 Euro, von denen circa 20 Prozent die Gemeinde Bad Hindelang und die Grundeigentümer leisteten. Die Restsumme wurde vom Landwirtschafsamt übernommen. Organisiert und betreut wurde die Maßnahme von Maximilian Bach, Mitarbeiter der Fachstelle für Schutzwaldmanagement.

Die gepflanzte Bestockung kann sich nun bei effektiver jagdlicher Begleitung, in einen intakten Schutzwald entwickeln, der die Gleitschneebewegungen verhindern und Kleinlawinen bremsen kann. Das Landwirtschaftsamt und die Kaminkehrer beabsichtigen, weitere gemeinsame Projekte umzusetzen.

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