Kampf um die Post

Die Deutsche Post AG wandelt alle Filialen in Partnerfilialen um; auch der Oberstdorfer Standort am Bahnhof soll bis November 2010 umgewandelt werden. So die Deutsche Post in einer Erklärung. Im Zuge der Umwandlungen aller Filialen der Deutschen Post in sogenannte Partnerfilialen wird nun auch die Oberstdorfer Postfiliale am Bahnhof miteinbezogen. Vertreter der Deutschen Post AG informierten vergangene Woche Bürgermeister Laurent O. Mies über die geplante Umwandlung der Postfiliale in Oberstdorf bis spätestens November 2010.

Für Bürgermeister Mies kam diese Entscheidung offenbar sehr überraschend. „Wir haben von der geplanten Umwandlung des Standortes am Bahnhof sehr kurzfristig erfahren. Nun geht es darum, möglichst schnell einen Partner gemeinsam mit der Deutschen Post AG zu finden, um den Standort am Bahnhof zu erhalten,“, so Oberstdorfs Bürgermeister Laurent O. Mies. Beide Parteien, sowohl die Deutsche Post AG als auch der Markt Oberstdorf, sind sich einig, dass der Standort am Bahnhof erhalten bleiben soll. In den nächsten Monaten werde es nun darum gehen, einen geeigneten Partner für die Betreibung der Filiale zu finden. Interessenten können sich an den Marktbaumeister, Hern Walf, Telefon 08322/700742 wenden. Er hat die entsprechenden Kontakte zur Deutschen Post AG und leitet die Anfragen weiter. Momentan wird auch geprüft, ob es hausinterne Lösungen gibt. SPD kritisiert Untätigkeit Vor einem Jahr forderte die SPD Oberstdorf im Rahmen verschiedener Aktionen den Erhalt der Poistfiliale im Ort zu sichern. Jetzt sei man im Rathaus „überrascht“, dass sich die Deutsche Post AG zurückziehen wolle, so die SPD in einer Erklärung. Die SPD Oberstdorf fordert, wenigstens den Standort am Bahnhof beizubehalten, sei es hausintern durch den Markt Oberstdorf oder durch einen geeigneten Partner. „Jetzt ist man im Rathaus überrascht. Doch warum?“, fragt die SPD Oberstdorf in ihrer ersten Stellungnahme zum angekündigten Rückzug der Post. Es sei doch von Anfang an klar, dass die Post AG die Filiale früher oder später bis spätestens 2011 schließen würde. Und es sei ebenso klar gewesen, dass es galt, einen Partner zu finden, der entweder am Bahnhofsplatz oder in der Nähe die Postdienstleistungen erbringen sollte. „Hier wurde auf Antworten der Post AG gewartet, die man dort offenbar gar nicht geben wollte. Ferner ist die Entwicklung schlicht verschlafen worden, denn erst jetzt, wo die Kündigung der Post schon vorliegt, wird aktiv nach einer Partnerfiliale gesucht“, kritisiert die SPD weiter. Vorangegangen war die Ankündigung der Post AG, die Postfiliale in Oberstdorf bis spätestens 2011 zu schließen. Daraufhin wurden im Rahmen einer Unterschriftenaktion 3.400 Stimmen für den Erhalt der Poststelle gesammelt, dem Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies übergeben und der Post AG zur Kenntnis gebracht. Die SPD Oberstdorf begleitete dies mit mehreren Aktionen. Außer nichtssagenden Standardfloskeln, die eine „möglichst reibungslose und bestmögliche Anschlusslösung“ beschworen, habe es keine wirklichen Antworten für die Betroffenen gegeben. Nachdem klar war, dass die Filiale nicht zu retten sein würde, erklärte die Gemeinde, man sei im Gespräch mit der Post AG. Wirkliche Gespräche auf Augenhöhe mit einem konstruktiven Informationsfluss könnten es nicht gewesen sein, denn jetzt nach einem ganzen Jahr erhielt der Markt Oberstdorf die schriftliche Kündigung der Post AG, so die SPD-Erklärung. Das Gespräch folgte erst danach. Für die Post AG sei das nur „eine unglückliche Fügung zeitlicher Abläufe“. Karin Bäuerle vom Ortsverein der SPD: „Es war doch klar, dass die Post AG die Filiale bis spätestens 2011 schließen würde. Die Entwicklung wurde schlicht verschlafen, denn erst jetzt, wo die Kündigung der Post schon vorliegt, wird aktiv nach einer Partnerfiliale gesucht.“ Die SPD Oberstdorf fordert, wenigstens den Standort am Bahnhof beizubehalten, sei es hausintern durch den Markt Oberstdorf oder durch einen geeigneten Partner. Auch darf nicht zugelassen werden, dass wie in Bad Hindelang die Situation entsteht, dass vorübergehend nur die Briefträger die Arbeit erledigen, weil nach der Schließung der Post direkt kein Partner verfügbar ist.

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