Kapellen und Kirchen in den Pfarreien Immenstadt, stein und Missen-Wilhams

Wanderungen zum Innehalten

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Missens Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer (rechts) und sein Immenstädter Kollege, Armin Schaupp (von links) waren die Ersten, die von Paul Hartmann und Pfarrer Anton Siegel den neuen Kapellenführer bekamen.

Immenstadt - Unter dem Motto „Wandern, Nachdenken und die Natur genießen“ wurde jetzt ein Kapellen- und Kirchenführer für Immenstadt, Stein und Missen-Wilhams vorgestellt. 

Die Broschüre soll anregen, die vielen Kapellen und Kirchen entlang reizvoller Wander- und Rundwege zu besuchen und sich auf diese „besonderen Plätze“ und ihre Geschichte einzulassen. Wandern mit allen Sinnen. Am runden Tisch kann ein solches Werk nicht entstehen. kein Wunder also, wenn der „Erfinder“ des neuen Kapellenführers mit Leib und Seele unterwegs ist – ein Pilger und Wallfahrer aus Leidenschaft. Tatsächlich ist Paul Hartmann aus Immenstadt-Seifen seit vielen Jahren tausende Kilometer gepilgert und gewandert. Nicht nur im Allgäu, sondern unter anderem nach Flüele oder Rom. Zur Zeit wandert Hartmann auf dem Jakobsweg: „Ich bin gerade bei Pamplona. Im nächsten Jahr geht’s weiter...“ Immenstadt ist übrigens „Etappenort“ des internationalen Jakobsweges. Die Idee, die Wanderungen rund um Immenstadt in Form eines kleinen Begleiters, eines Kapellenführers, aufzubereiten und zu beschreiben entstand vor gut vier Jahren bei einer solchen Wallfahrt, bei denen er oft von den Pfarrern aus Immenstadt oder Stein begleitet wird. Für ihn sei es zu einer Art Sucht geworden, bekennt Hartmann, und ein Weg, die eigenen Grenzen auszuloten. „Meine Erlebnisse und Empfindungen sind sehr tiefgreifend und emotional.“ Zu einer Pilgerreise gehören für Hartman auch – seit Kindertagen – Rast- und Einkehrmöglichkeiten, Kirchen und Kapellen. „Wir wollten den Menschen die Möglichkeit geben, in unserer Region mit ihrer Kulturlandschaft, unsere Erfahrungen, Gefühle und Erlebnisse nachzuempfinden“, sagt Paul Hartmann weiter. Mit dem Vorschlag, einen solchen Kapellenführer herauszubringen, stießen Hartmann und seine Mitstreiter gleich auf offene Ohren und fanden Unterstützer. „Ein langer Weg zu einem Gemeinschaftswerk“, bringt Hartmann diese weiteren Schritte auf den Punkt. In der Broschüre sind sechs „Runden“ beschrieben, zwischen 5 und 22 Kilometer lang. Dabei sollten Routen skizziert werden, die unterschiedliche Schwierigkeiten aufweisen. Während die „Rauhenzeller Runde“ mit 51 Metern Höhenunterschied eher flach ist, führt die Missener Runde mit mehr als 800 Meter Höhenunterschied bis auf rund 1200 Meter Höhe. Es sollte „für Jeden“ etwas dabei sein. Und Ökumene wird dabei auch praktiziert: die Evang.-lutherische Erlöserkirche in Immenstadt ist eine Station der sogenannten Immenstadt-Runde. Im Mittelpunkt stehen die Kapellen und Kirchen, die sich entlang der Rundwanderwege finden. „Der Kapellenführer will die Menschen anregen, die Landschaft zu genießen, aber auch dazu, die Kirchen und Kapellen zu besuchen“, sagt Pfarrer Anton Siegel aus Immenstadt. In kurzen Zügen werden die größeren und kleineren Gotteshäuser beschrieben und ihre besondere Ausstattung erläutert und geschichtliche Zusammenhänge hergestellt. Ergänzt werden die Texte zu den einzelnen Stationen der Wanderungen mit Worten und Gedanken „Zum Nachdenken“. Man wollte nicht nur den Weg und Gebäude beschreiben, sondern auch Platz für geistige Impulse geben, zum Innehalten und Nachdenken, zur Meditation, so Pfarrer Siegel. „Vielleicht für den einen oder anderen ein Anstoß, einen neuen Weg zu Gott zu finden...“ Für Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp sind die Kapellen am Wegesrand auch Gelegenheit zur Einkehr in Stille in einer schnelllebigen Zeit. Die Broschüre erinnere zudem an die Menschen, die die Kapellen liebevoll geplegt und erhalten hätten. Die 70-seitige Broschüre „Kirchen und Kapellen in Immenstadt, Stein und Missen- Wilhams“ ist gegen eine Schutzgebühr von drei Euro erhältlich in den Gästeinformationen in Immenstadt, Bühl und in Missen-Wilhams.

Josef Gutsmiedl

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