Karl Geiger siegt in Oberstdorf und wird Tournee-Zweiter

Saugute Sprünge aufs Podest

Karl Geiger
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Grund zu jubeln hatte Karl Geiger beim Auftaktspringen im heimischen Oberstdorf – und zehn Tage später schließlich beim Finale der Vierschanzentournee.

Oberstdorf – Karl Geiger (SC Oberstdorf) siegte beim Tourneeauftakt „vor der Haustüre“: Nach zwei starken Sprüngen auf 127 und 136,5 Meter war es geschafft: Geiger hat sich nach seiner coronabedingten Auszeit wieder ganz nach oben katapultiert. Zweiter wurde der Pole Kamil Stoch, der nach dem vorübergehenden Ausschluss der gesamten Mannschaft wegen eines vermeintlich positiven Coronatests ebenfalls einen „Kaltstart“ vornahm.

Der zweite deutsche Anwärter auf den Gesamtsieg, Markus Eisenbichler, hatte mit einem schlechten ersten Sprung die Chance auf einen Podestplatz verspielt, jedoch mit einem unglaublichen zweiten Durchgang noch den Sprung von Platz 24 auf Rang 5 gemeistert.

Nur drei Athleten des DSV-Teams hatten überhaupt den Sprung in den zweiten Durchgang geschafft. Hinter Geiger und Eisenbichler kam Severin Freund auf den 25. Platz.

Karl Geiger: „Mein Herz hat schon gepumpert. Aber das waren zwei saugute Sprünge. Wenn jetzt noch Zuschauer da wären, dann wäre es perfekt. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll nach all diesen Auf und Ab mit dem Titel Skiflugweltmeister, mit der Geburt meiner Tochter, dann die Quarantäne und nun dies. Ich weiß auch nicht, wie ich das hingekriegt habe. Es war oben schon etwas schwierig mit der langen Gelbphase. Drum bin ich froh, dass sie einen Vorspringer gegeben haben. Und dann: Augen zu und durch mit Vollgas. Ich habe noch wenige Sprüngen in den letzten Tagen gemacht und muss jetzt von Wettkampf zu Wettkampf denken. Wenn da alles passt, nehme ich auch die Favoritenrolle gern an.“

„Alles gut“ zum Ende der Tournee: Rang 2 für Karl Geiger.

Markus Eisenbichler: „Mein erster Sprung war halt nicht gut und das wird dann eben hart bestraft. Aber der zweite, das war ja der Hammer. Zum Nachdenken davor hatte ich nicht viel Zeit, ich musste eher sehen, dass ich schnell wieder oben bin. Dem Karl habe ich den Erfolg so gewünscht.“

Dann „stoperten“ die beiden allerdings. Kamen Geiger und Eisenbichler in Garmisch-Partenkirchen noch mit einem blauen Auge davon, ging auf der Innsbrucker Schanze so gut wie gar nichts für die deutschen „Adler“: Eisenbichler auf Rang 6, Geiger auf 16. Für den Oberstdorfer schwanden die Chancen auf einen Podestplatz. Er habe seine Unbekümmertheit verloren und hoffe auf „gute Sprünge“ und darauf, die Tournee gut zu Ende zu bringen. Der Führende der Wertung, Kamil Stoch, hatte einen Vorsprung von fast 14 Metern „gesammelt“.

Und dann der Coup in Bischofshofen: Mit Rang 3 schob sich Geiger wieder nach vorne und eroberte sich schließlich mit dem versöhnlichen Resultat Gesamtrang 2 der Tournee.

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