Vom Kilimandscharo ins Allgäu

Oberallgäu – Einen weit gereisten Gast konnten Anne und Arno Schweiger aus Sonthofen zum Winterende im Oberallgäu begrüßen: Godfrey S. Mbyallu aus Tansania. Der 31-Jährige ist Bergführer am Kilimandscharo. Daheim hat Godfrey zwar höhere Berge vor der Haustüre, beeindruckt von den Schnee bedeckten Allgäuer Bergen war er dennoch. Und: Bergbahnen gibt es am Kilimandscharo (noch) nicht. Umso neugieriger war der Gast aus Tansania auf die „Seilbahn-Welt“ in den Alpen.

Bergbahnen sind das Metier von Arno Schweiger, dem „seilbahnprofi“ aus Sonthofen. Sein Ingenieurbüro plant und projektiert Bergbahnanlagen in ganz Europa. „Nur am Kilimandscharo fehlt noch eine Seilbahn...“, bedauert Anne Schweiger nach einem Besuch in Tansania, zu dem – natürlich – auch das Gipfelerlebnis auf dem legendären höchsten Berg Afrikas gehört. „Der Sonnenaufgang auf dem Hauptgipfel ist ein einmaliges Erlebnis. Ein fantastisches, unvergessliches Farbenspiel...“, schwärmt sie. Ohne Begleiter, ohne einheimische Guides, darf kaum jemand auf die sechstägige Tour zum Kibo, den interessantesten Gipfel. Und dabei lernten sie Godfrey Mbyallu kennen, der als Guide für ein Touristik-Unternehmen Urlauber, Bergsteiger und Trekking-Abenteurer zum Gipfel bringt. „Rund 200 Guides wie ich arbeiten am Kilimandscharo“, berichtet Godfrey von seiner Arbeit. Dazu kommen noch viele Träger, die die Ausrüstung und Verpflegung für die einwöchige Tour schleppen und sich um das Wohl der Gäste kümmern und das Lager vorbereiten. Die Nationalpark-Aufsicht legt Wert darauf, dass sich jeder Bergsteiger an festen Kontrollpunkten meldet. Alleingänge seien die Ausnahme. „Jeder der Träger darf bis zu 20 Kilogramm tragen; zum Teil transportieren sie ihre Last auch nach afrikanischer Sitte auf dem Kopf“, erklärt Godfrey. 17 Jahre alt muss man sein, wenn man als Träger anheuern will. Übernachtet wird in Zelten; zuerst im Regenwald, dann in kargem Gelände und schließlich in einer winterlichen Bergwelt auf 5000 und 6000 Metern Höhe. Beim viertägigen Marsch zum Gipfel kommen die Bergsteiger durch nahezu alle Klimazonen – vom Regenwald bis in „hochalpine“ Regionen. Zwischen tropischer Hitze und eiskalten Schneestürmen. In der Regel erreichen die Gruppen nach einem letzten sechsstündigen Nachtmarsch den Gipfel des Kibo (5895 m) pünktlich zum Sonnenaufgang und genießen – wie Anne und Arno Schweiger - die Farbenpracht eines unvergesslichen Tagesanbruchs. Nach diesem Schauspiel steht ein Abstieg über rund 2000 Höhenmeter auf dem Programm und der Rückweg ins „Basislager“. Auf Einladung von Anne und Arno Schweiger besuchte Godfrey Mbyallu im März Deutschland. Neben der Besichtigung der „klassischen“ Sehenswürdigkeiten hatte Kilimandscharo-Guide Godfrey auch Gelegenheit, mit Seilbahn-Profi Schweiger die Firma Doppelmayer in Österreich zu besuchen. Und ein Abstecher auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, durfte nicht fehlen. Selbst wenn Godfrey mit den drei Gipfeln des Kilimandscharo in seiner Heimat „verwöhnt“ ist, war er doch beeindruckt vom Blick übers Alpenpanorama und hisste die Staatsflagge Tansanias. „Kwaheri - hakuna matata (auf wieder sehen – alles kein Problem)“, sagte Godfrey Mbyallu beim Abschied vom Allgäu.

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