Kleiner Club und großer Segler

Ein Deutscher Meister und zwei stolze Bürgermeister: Sonthofens Bürgermeister, Hubert Buhl (links) und sein Amtskollege Armin Schaupp (rechts) aus Immenstadt, gratulierten „ihrem“ Spitzensegler, Philipp Buhl (Mitte) zum Erfolg. Foto: Josef Gutsmiedl

Mit einer Meisterfeier in der Schrannenhalle in Immenstadt würdigten der Segelclub Alpsee-Immenstadt SCAI, sowie die beiden „Heimatstädte“ des erfolgreichen Seglers Philipp Buhl - Immenstadt und Sonthofen - den jüngsten Erfolg des 20-Jährigen. Nach einer überragenden Saison holte der junge Sportler den Titel „Deutscher Meister im Laser“ ins Allgäu.

Der Titelgewinn war „kein einmaliges Blitzlicht“, wie der Vorsitzende des SCAI, Ulrich Weigel, den krönenden Saisonabschluss für das Segeltalent Philipp Buhl, herausstellt. „Philipp war regelmäßig vorne mit dabei.“ In der internationalen Rangfolge liegt Buhl als 14. in der Gruppe der Weltbesten Laser-Segler. Diese konstante Hochform und verlässlichen Leistungen brachten den 20-jährigen Sonthofer unter der Flagge des Segelclubs Alpsee-Immenstadt an die Spitze der deutschen Rangliste. Zugleich, so freut sich SCAI-Vorstand Weigel, unterstreiche der Erfolg, dass Segeln auch in der Wintersportregion Allgäu einen hohen Stellenwert besitze. Was Buhl allein bei den Wettfahrten zur Deutschen Meisterschaft zeigte, war außerordentlich: Während vier Tagen betritt er 13 Regatten mit vier Einzelsiegen, zweimal präsentierte er sich als Tagesbester. „Eigentlich ging ich nach der Saison ganz gelassen und entspannt auf die Meisterschaft zu“, erinnert sich der Segelsportler. Als aber kurz vor dem Auftakt der Wettfahrten sein Vater „mal nachfragte“, ob er sich den Titelgewinn wirklich vorstellen könne, seien ihm doch leichte Bedenken gekommen: Da steht was auf dem Spiel - Spitzenreiter der Rangliste und womöglich kein Deutscher Titel? Buhl: „Ich wollte gewinnen.“ Tatsächlich wurde es dann sehr spannend. Lange hielt sich der 20-jährige Oberallgäuer an der Spitze des Feldes. Doch dann schmolz der Vorsprung allmählich dahin. Nach riskanten Manövern und eines ungünstigen Winddrehers geriet Buhl in Rückstand und büßte die Führung ein. Jetzt - in der letzten Wettfahrt - war neben seglerischem Können ein Quäntchen Glück gefragt. Zwischen den Führenden Simon Grotelüschen aus Lübeck und Buhl lag Stefan Hoffmann. In einem packenden Duell setzte Buhl den Lübecker unter Druck, während Hoffmann sich an die Spitze kämpfte. Schließlich kam Buhl als Dritter ins Ziel - nur einen halben Meter hinter seinem Hauptkonkurrenten. Das Punktekonto reichte somit für den Titelgewinn des SCAI-Seglers. Sowohl Immenstadt als auch Sonthofen dürfen jetzt für sich in Anspruch nehmen, mit Philipp Buhl einen erfolgreichen Sportler und einen Deutschen Meister vorweisen zu können. In Sonthofen wohnt Buhl, beim SCAI segelt er. Angebote, in einen größeren renommierten Verein zu wechseln lehnte der 20-Jährige bislang ab: „Ich bin stolz und froh, beim SCAI mit seinen 200 Mitgliedern zu sein.“

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