Licht und Schatten in der Bilanz

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Die Kleinwalsertaler Bergbahn AG zeigte sich nicht zufrieden mit dem negativen Ergebnis der Volksabstimmung zur geplanten Panoramabahn am Ifen.

Kleinwalsertal – Licht und Schatten, ein sehr schneereicher, zuweilen sibirisch kalter Winter und ein überragender Sommer prägten das Geschäftsjahr 2011/2012 der Kleinwalsertaler Bergbahn AG. 

Neben den klimatisch gegensätzlichen Einflüssen war das Jahr freilich auch von politischem Gegenwind beim Projekt Ifen geprägt, das, sehr zum Leidwesen des Unternehmens und seiner Aktionäre, aufgrund einer ablehnenden Volksabstimmung zu den Akten gelegt wurde. Kam es im Vorjahr zu einem Jahresüberschusses in sehr erfreulicher Höhe von 1,016 Millionen Euro, so verzeichnet das abgelaufene Geschäftsjahr ein Plus von 361.000 Euro. 

Geschmälert wurde das Ergebnis durch erhebliche Aufwendungen, die für das Genehmigungsverfahren beim Ifen-Projekt notwendig waren. Gemeinsam mit einem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr ergibt sich ein Bilanzgewinn von 554.000 Euro. Die Aktionäre kommen dieses Mal in den Genuss einer Dividende von 18 Euro pro Aktie. Der Rest von 158.000 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. Generell waren die Aktionäre in der Vergangenheit bereit, lange Jahre auf Ausschüttungen zu verzichten, um die hohen, in der Vergangenheit geleisteten Investitionen in die Modernisierung der Bergbahninfrastruktur und neu, das 38-Millionen-Projekt rund um den Ifen zu ermöglichen. Geprägt war das Geschäftsjahr neben dem Ifen-Projekt insbesondere durch außergewöhnliche klimatische Bedingungen. 

Milde Temperaturen im Spätherbst, große Schneemengen um den Jahreswechsel und extreme Kälte im Januar verursachten einen Rückgang der Gästezahlen im Gebiet Kanzelwand-Fellhorn. Die großen Neuschneemengen im Winter 2011/12 ermöglichten in den Skigebieten Ifen und Walmendingerhorn, die nicht über Schneeanlagen verfügen, hervorragende Pistenverhältnisse, die hier erfreuliche Zuwächse bei den Gästen zur Folge hatten. Dieses Plus konnte freilich das Minus im Hauptskigebiet Kanzelwand-Fellhorn nicht ausgleichen, so dass gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang bei den Gästezahlen zu registrieren war. 

Der Sommer wiederum zeigte sich von seiner schönsten Seite und war nicht zuletzt durch einen sehr sonnigen Herbst geprägt. Die Folge ist ein Gästezuwachs in den Sommermonaten gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Geschäftsjahr blieb die Zahl der Besucher jedoch beinahe gleich, es wurde ein leichtes Minus von 0,2 Prozent verzeichnet. Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres stand freilich das Projekt Ifen. Durch die Modernisierung des Skigebiets Ifen, mit dem Bau einer Beschneiungsanlage und zwei Seilbahnen am Ifen, der Beteiligung bei der Umsetzung der vorderen Verbindungsbahn vom Ifen zur Heubergarena, mit Investitionen in die Gastronomie und einer Verbindungsbahn zum Walmendingerhorn (Panoramabahn) sollte mit einem Aufwand von rund 38 Millionen Euro ein zusammenhängendes und modernes Skigebiet entstehen und die weitere Grundlage für das Unternehmen und für die touristische Entwicklung des Kleinwalsertales wesentlich verbessert werden. 

Wie bekannt, sprach sich bei einer Volksabstimmung am 21. Oktober 2012 eine Mehrheit der Wahlbeteiligten gegen die Panoramabahn aus, ohne die das Gesamtkonzept nicht verwirklicht werden kann. „Der Modernisierung des Ifens und der Optimierung des Walmendingerhorns“, so Vorstand Augustin Kröll in seinem Fazit, „wurden dadurch leider die betriebswirtschaftlichen rundlagen entzogen.“ Die Lifte und Bahnen an Ifen und Walmendingerhorn, die über langjährige Betriebsgenehmigungen verfügen, werden wie bisher so gut wie möglich weiter betrieben. Begrüßt wird die Gründung der Kleinwalsertal Tourismus Genossenschaft, an der sich das Unternehmen beteiligt hat. 

Der Dank der Aktionäre und der Firmenleitung galt auch dem Verein „Initiative Zukunft Kleinwalsertal“, der sich stark für das Projekt Ifen engagiert hat. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem planmäßigen guten Verlauf. Dank der modernen Beschneiungsanlagen konnte der Skibetrieb an Kanzelwand-Fellhorn bereits am 8. Dezember 2012 starten. Auch Ifen und Walmendingerhorn verzeichneten eine überdurchschnittlich gute Nachfrage von Wintergästen.

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