Noch besser aufgestellt: Neue Fachabteilung für Gefäßchirurgie im Oberallgäu

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Dr. Thomas Potthast (Mitte) begrüßte die Chefärzte Dr. Joachim Rogg (links) und Dr. Roland Tines (rechts) im Kreis der Kollegen des Ärztlichen Kreisverbandes Kempten.

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße“, sagen Dr. Joachim Rogg und Dr. Roland Tines, Chefärzte der neuen Klinik für Gefäßchirurgie im Klinikverbund Kempten-Oberallgäu. Vom biologischen Alter her gesehen sei 60 nicht gleich 60.

„Der eine ist mit 60 Jahren schon steinalt, der andere ist fit und fühlt sich im Großen und Ganzen wohl.“

Das hänge zu einem großen Anteil vom Zustand der Blutgefäße ab. Sind die erst einmal verkalkt, verengt und krankhaft verändert, drohen schmerzhafte Durchblutungsstörungen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Weil auch in Kempten und im Oberallgäu immer mehr Menschen immer älter werden und Gefäßerkrankungen weiter auf dem Vormarsch sind, wird die Arbeit der Chirurgen in der Region zunehmend gebraucht. Deshalb etablierte sich jüngst an den Klinikstandorten Kempten und Immenstadt eine weitere Fachabteilung: die Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie.

„Krankhafte Gefäßveränderungen haben wir auch bisher schon operiert“, erläutert Dr. Rogg. Jedoch werde man den medizinischen Herausforderungen auf dem Gebiet der spezialisierten Gefäßchirurgie jetzt in besonderer Weise gerecht: Die Klinik bietet eine hochmoderne Diagnostik und Therapie sowie weitere innovative Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten an. Dies an zwei Standorten und deshalb für alle Patienten in der Region besonders wohnortnah. Mit ihrem Team operieren die Chefärzte abwechselnd in Kempten und Immenstadt. Weiterer Vorteil der neuen Klinik: Die chirurgischen Spezialisten sind rund um die Uhr erreichbar. So wurde standortübergreifend abends und am Wochenende ein Rufdienst mit fünf gefäßchirurgischen Fachärzten eingerichtet. Der Gefäßchirurg kommt dabei an denjenigen Standort (Kempten oder Immenstadt), an dem der Notfallpatient ihn gerade braucht. Für den Patienten bedeutet dies, dass er nicht zwischen den beiden Kliniken verlegt werden muss. Die Arbeit der Operateure beginnt, wenn die Gefäße eines Patienten verkalkt oder überdehnt sind. Dabei begegnen die Chirurgen den Durchblutungsstörungen, eng- oder lebensgefährlichen Schwachstellen der Blutgefäße mit modernsten Operationstechniken. „Gefäßchirurgische Eingriffe können wir heute häufig minimal-invasiv und unter örtlicher Betäubung vornehmen“, erläutern die Spezialisten. Ob die Engstelle einer Halsschlagader offen operiert oder diese via Katheter wieder eröffnet wird, liege in erster Linie an Zugänglichkeit und Zustand der Gefäße sowie am allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. „Beide Vorgehensweisen sind in ihrem Ergebnis gleichwertig und auch die offenen Eingriffe sind nicht mehr so belastend wie noch vor einigen Jahren“, sind sich Dr. Rogg und Dr. Tines einig, „bei vielen Patienten führen wir die offene Operation an der Hauptschlagader dank hervorragender Anästhesie heute in örtlicher Betäubung durch.“

Die niedergelassenen Ärzte in der Region begrüßen die neue klinische Hauptabteilung vor Ort. „Wir sind froh, dass wir mit der neuen Klinik für Gefäßchirurgie einen weiteren Baustein gewinnen konnten“, sagte Vorsitzender Dr. Thomas Potthast bei der Vorstellung der beiden Chefärzte. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit an der Klinik Immenstadt ist Dr. Rogg dort bereits bestens bekannt. Ein neues Gesicht im Klinikverbund ist dagegen Dr. Tines. Vor seinem Wechsel ins Allgäu war der versierte Gefäßchirurg als Oberarzt am Klinikum Fürth tätig.

cis

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