"Meilenstein für den Klinikverbund"

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15,5 Millionen Euro investiert der Klinikverbund 2012 in die Baumaßnahmen in der Kemptener Robert-Weixler-Straße.

Oberallgäu – Das Jahr 2012 war ein Meilenstein in der Geschichte des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu. Dieses Resümee zogen jetzt nach Klinik-Angaben die Aufsichtsräte bei der Vorlage des Jahresabschlusses. 

Als markante Stichpunkte nannte Geschäftsführer Andreas Ruland die Einhäusigkeit im Klinikum Kempten, neue richtungsweisende medizinische Fachbereiche und das gemeinsam erwirtschaftete Plus der vier Krankenhäuser in Höhe von 110 000 Euro. „Unter den gegebenen ungünstigen Rahmenbedingungen wird es allerdings eine besondere Herausforderung sein, die positive wirtschaftliche Situation halten zu können“, schränkte Ruland ein. Im Ergebnis enthalten sind dem Verbund zufolge 3,7 Millionen Euro an Abschreibungen für eigenfinanzierte Investitionen. Dadurch fehle Geld für den eigentlichen Klinikbetrieb. Die Leistungen der Krankenkassen seien ebenfalls nicht ausreichend, um die laufenden Kostensteigerungen, wie beispielsweise die tarifliche Lohnerhöhungen, abzudecken. Die dennoch positive wirtschaftliche Situation der Kliniken im Verbund sei nicht zuletzt dem hohen Einsatz der Mitarbeiter zu verdanken. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich tagtäglich und rund um die Uhr mit Hingabe und Fleiß zum Wohle der uns anvertrauten Patienten – und dies meist über das übliche Maß hinaus“, betonte Ruland. 

Durch die nun erreichte Einhäusigkeit in Kempten konnten über 14 medizinische Fachbereiche unter einem Dach vereint werden. Kempten biete damit modernste Medizintechnik in neuen Räumen, kurze Wege für die Patienten und Mitarbeiter sowie eine enge, fachübergreifende Zusammenarbeit. 

Positives berichtete Ruland auch von der Anfang 2012 gegründeten Hauptabteilung Neurochirurgie. Die Akzeptanz sei bei Ärzten und Patienten sehr hoch, die Auslastung bestens. Die Neurochirurgie habe die regionale Versorgungslücke unter anderem für Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirnblutungen jeglicher Art, sowie für Tumorerkrankungen an Wirbelsäule und Kopf geschlossen. Zufrieden nahmen die Gremiumsmitglieder auch die sehr gute Auslastung des Ambulanten Operationszentrums Kempten (AOZ) zur Kenntnis. Aufgrund der positiven Resonanz von Patienten und niedergelassenen Operateuren wurde schon bald nach dem Umzug ins Ärztehaus am Klinikum vergangenes Jahr ein dritter OP-Saal eröffnet. 2012 wurden am AOZ Kempten 3300 Operationen vorgenommen. 

Als weiteren Meilenstein kann die Eröffnung der Gesundheitsallee in Oberstdorf bezeichnet werden. In der Gesundheitsallee Oberstdorf haben sich kompetente Fachärzte in der Richtung Orthopädie, Urologie, Dialyse (Nephrologie), Innere Medizin, Zahnmedizin und Oralchirurgie, Augen und Psychotherapie an der Klinik Oberstdorf eingerichtet. Komplettiert wird das Angebot durch die Praxis für Physiotherapie „AlpinMed“, ein Sanitätshaus und eine Cafeteria. „Die Leistungen der Kliniken werden von der Bevölkerung zunehmend in Anspruch genommen“, freute sich Ruland. 

Die Zahl der stationär behandelten Patienten ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Dadurch konnte auch der Umsatz in den Kliniken gesteigert werden. In Kempten wurde ein Umsatz von 84,4 Millionen Euro erwirtschaftet. In den Kliniken Oberallgäu wurden 50,9 Millionen Euro umgesetzt – ein Umsatzplus von insgesamt 8,9 Prozent. Zu beobachten ist weiter, dass in den letzten Jahren der Fallschweregrad der Patienten kontinuierlich ansteigt. Das bedeutet, dass die behandelten Patienten im Durchschnitt deutlich mehr Begleiterkrankungen haben, was unter anderem zu einem erhöhten Aufwand durch das ärztliche und pflegerische Personal führt. 

Aufgrund der höheren Patientenzahlen in den Häusern stieg auch der Bedarf an zusätzlichem Fachpersonal an. Bis zum Jahresende konnten 120 zusätzliche Stellen im Verbund erfolgreich mit Fachkräften besetzt werden. Insgesamt waren im Klinikverbund und seiner Beteiligungsgesellschaften 2470 Beschäftigte verzeichnet. Investiert wurden 2012 im Klinikverbund insgesamt 27 Millionen Euro. Allein 15,5 Millionen Euro davon flossen in die Baumaßnahmen in Kempten (2,3 Millionen der Kliniken Oberallgäu) der restliche Teil beläuft sich vor allem auf die Neuanschaffung von medizinischen Großgeräten und technischen Anlagen. Im Vergleich dazu wurden 2011 insgesamt 17,2 Millionen investiert. „Allerdings sind mit steigenden Investitionen auch steigende Abschreibungen und Zinsaufwendungen für Darlehen verbunden“, so Ruland. „Dies bedeutet eine größere finanzielle Belastung für die Kliniken, denn in der Vergütung der erbrachten Leistungen durch die Krankenkassen sind solche Positionen nicht enthalten.“ Gefördert werden die Investitionen durch die Regierung nur zu etwa 50 bis 70 Prozent. Die Differenz inklusive der Zins- und Abschreibungsbelastungen müssen von den Krankenhäusern selbst getragen werden.

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