Klinikum beteiligt sich an Modellprojekt der Alzheimer Gesellschaft

Demenz als Herausforderung

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Sie setzen das Modellprojekt „Demenz im Akutkrankenhaus“ im Klinikum Kempten um (von links): Annette Hippeli-Kreutzer (stellvertretende Ärztliche Direktorin des BKH), Renate Barnsteiner (Demenzbeauftragte am Klinikum), Dr. Winfried Teschauer (Deutsche Alzheimergesellschaft, Landesverband Bayern), Sieglinde Denz (Pflegenachsorge/Sozialdienst Kempten) und Markus Treffler (Betriebsleiter Klinikum).

Oberallgäu - Die Demenz gehört zu den folgenschwersten Alterserkrankungen. Etwa eine Million Menschen haben in Deutschland diese krankheitsbedingte Hirnleistungsstörung, bei der das Gedächtnis und die Denkfähigkeit abnehmen. Im Klinikum Kempten startet nun das Modellprojekt „Demenz im Akutkrankenhaus“.  Bayernweit beteiligen sich sechs Kliniken an der Aktion des Landesverbandes Bayern der Deutschen Alzheimergesellschaft. Gefördert wird das Modellprojekt unter anderem vom Bayerischen Gesundheitsministerium, den Krankenkassen und der Robert-Bosch-Stiftung. 

„Wir sind von dem Konzept sehr angetan“, sagt Professor Dr. Georg Täger, „denn die Zahl der Menschen mit Demenz, die wir im Klinikum behandeln, wird aufgrund der demografischen Entwicklung stark ansteigen.“ Dieser Herausforderung wolle man sich stellen, so der Chefarzt der Klinik für Orthopädie-, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Neben den bisherigen sinnvollen Ergänzungen der Behandlungsangebote am Klinikum sieht Täger eine besondere Notwendigkeit für das Modellprojekt. Denn damit könne man für die betroffenen Menschen und die Region eine deutliche Verbesserung erreichen. Unterstützt wird der Chefarzt vom Team um Renate Barnsteiner als Demenzbeauftragte am Klinikum.  

An Projektstationen lernen die pflegenden Mitarbeiter etwa den Umgang mit demenzkranken Menschen. Zudem wird im Rahmen des Modellprojektes ein konkretes demenzsensibles Konzept umgesetzt. Ein Schwerpunkt besteht in der Gründung eines ehrenamtlichen Helferkreises zur stundenweisen Betreuung von Patienten mit Demenz. „Hier hat das Klinikum schon erhebliche Vorarbeit geleistet durch den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern seit 2011“, so   Täger. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sei die Beratung und Miteinbeziehung der Angehörigen. 

Die Bayerische Alzheimer Gesellschaft wertet das Projekt aus und begleitet es wissenschaftlich. Lokaler Projektpartner ist die Alzheimer Gesellschaft Allgäu. Vorstandsmitglied Annette Hippeli-Kreutzer kennt als Oberärztin der Alterspsychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Kempten (BKH)  die Nöte Demenzkranker und ihrer Angehöriger. „Auch das BKH freut sich darüber, im Rahmen dieses Projektes mit dem Klinikum zusammen zu arbeiten, vor allem im Hinblick auf die räumliche Annäherung nach dem Umzug des BKH im Jahr 2014“, betont die stellvertretende Ärztliche Direktorin des Bezirkskrankenhauses. 

Weitere interessierte ehrenamtliche Helfer für das Projekt können sich im Klinikum unter Telefon 0831/530-1414 melden. 

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