Was tun beim Narbenbruch?

Dr. Björn Mück ist Leiter des Hernienzentrums am Klinikum Kempten.

Kempten – Müssen Patienten mit einem Narbenbruch immer operiert werden? Um diese Frage dreht sich eine bundesweite Studie der Charité Berlin zur Behandlung von Narbenbrüchen, an der das Hernienzentrum Kempten Allgäu am Klinikum Kempten teilnimmt.

In Deutschland werden pro Jahr knapp 50 000 Narbenbrüche chirurgisch behandelt. Erforscht werden soll nun, ob bei Patienten mit geringfügigen Beschwerden eine systematische ärztliche Beobachtung anstelle einer Operation gleichwertig ist. „Ein Narbenbruch gehört zu den häufigsten Komplikationen nach einer Operation“, betont Dr. Björn Mück, Zentrumsleiter und verantwortlicher Studienarzt. Die sogenannte Hernie entstehe, wenn nach einem chirurgischen Eingriff am Bauch das Bindegewebe im Bereich der Operationsnarbe auseinanderweicht und sich Gewebe oder Organe aus dem Bauchraum durch die Lücke in der Muskulatur vorwölben. Zwar bestehe dabei grundsätzlich die Gefahr einer akuten Einklemmung des Darms in der Bruchlücke, jedoch trete diese Komplikation nur selten auf.

Für die bundesweite, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte „AWARE-Studie“ werden noch Probanden gesucht. Teilnehmen können Patienten ab 18 Jahren, die unter einem Narbenbruch leiden, der keine oder geringe Schmerzen verursacht. Die Studie sieht vor, dass die Patienten nach dem Zufallsprinzip in eine der beiden Gruppen zur Beobachtung oder zu einer Operation eingeteilt werden. Die Teilnehmer beider Studiengruppen werden über zwei Jahre lang regelmäßig ärztlich untersucht. Dr. Mück: „Während der gesamten Studienzeit werden die Patienten sehr persönlich betreut und nachuntersucht. Für alle auftretenden Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.“

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0831/530-3001 (Sekretariat Allgemeinchirurgie) oder per E-Mail an hernienzentrum@kv-keoa.de wenden.

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