Alfons Hörmann - Landratskandidat der CSU Oberallgäu

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Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, will Landrat im Oberallgäu werden.

„Hätte man mir im März die Frage gestellt, ob ich für den Posten des Landrats kandidieren will, hätte ich vermutlich abgelehnt“, sagt Alfons Hörmann. Inzwischen habe er es sich anders überlegt und sich bewusst entschieden, nochmal einen ganz neuen Lebensweg anzutreten, erzählte der Sulzberger.

Hier, in seiner Heimatgemeinde, hatten sich die Delegierten der Oberallgäuer CSU versammelt, um über ihren Landratskandidaten zu entscheiden: 129 Ja bei drei ungültigen Stimmen wurden schließlich für Hörmann gezählt.

Kreisvorsitzender Eric Beißwenger berichtete den Delegierten von „einem langen Findungsprozess und von sehr guten Kandidaten“. Ausdrücklich betonte er, man hätte sich nicht „gegen“, sondern „für“ einen Kandidaten entschieden – Alfons Hörmann.

Auch Hörmann freute sich in seiner Sulzberger Heimat „einige bekannte Gesichter“ begrüßen zu dürfen. Die Anspannung und die Berührtheit vor dieser Rede wären anders gewesen, gibt der Vorstandsvorsitzende der Schöck AG zu. Für gewöhnlich sei er das Reden vor großen Auditorien gewohnt, da es sich aber wohl um eine letzte berufliche Lebensentscheidung handelte, wäre er doch angespannter als erwartet gewesen. Und natürlich: Eine solche Entscheidung treffe man nicht mehr ganz so leichtfertig, wie in jungen Jahren.

Hörmann erzählte von seinen Kinder- und Jugendjahren beim Schlossbauern, unterhalb der Burgruine in Sulzberg. Diese landwirtschaftlichen Wurzeln hätten ihm letztendlich auch die Bodenständigkeit, Kraft und Orientierung gegeben, die er immer brauchte – sogar auf der großen Bühne des Sportes sei sie ihm ein wichtiger Anker gewesen.

Bereits in seinen Jugendjahren war er aktiv in der Vorstandschaft der örtlichen Landjugend, ein Jahr später kam er über die junge Liste in den Sulzberger Gemeinderat und wurde schließlich auch zum zweiten Bürgermeister der Oberallgäuer Marktgemeinde ernannt. 2002 ist Hörmann dann in den Oberallgäuer Kreistag, erst als Fraktionsmitglied, dann als Vorsitzender, eingezogen. Zeiten, in denen er immer aus „Überzeugung für die Heimat“ unterwegs gewesen war. Nach mehreren Führungspositionen und Vorstandsvorsitzen in unterschiedlichen Firmen der Baustoffbranche arbeitet er seit 2018 im Vorstandsvorsitz der Schöck Unternehmensgruppe, einem Bauzulieferer in Baden-Baden. Außerdem widmet sich Hörmann seit 20 Jahren ehrenamtlich nicht nur dem regionalen Sportgeschehen sondern ist auch auf nationaler Ebene tätig. So war er nicht nur Vorsitzender des Allgäuer und Bayerischen Skiverbandes, sondern auch Präsident des Deutschen Sportbundes. 2013 wurde er an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Präsidenten berufen. Davor war es jedoch schon gelungen 2005 die WM nach Oberstdorf und 2011 die WM nach Garmisch-Partenkirchen zu holen.

Als Landrat will Hörmann beweisen, dass er nicht nur „Sport“ im Kopf habe und viel mehr als ein Sportfunktionär sei. Schließlich würde all das, was er sich die letzten Jahrzehnte erarbeitet und angeeignet hatte, punktgenau zu diesem Amt passen. Getreu dem Motto: „Wir brauchen keine Besserwisser, sondern Bessermacher“, will Hörmann die Region zum attraktivsten Arbeitsmittelpunkt machen. Er ist sich sicher, dafür lohne es sich, sich zu engagieren, denn „Heimat ist nicht nur der Ort in dem man lebt, sondern ist die Gemeinschaft der Gefühle“. Mit diesem Sprichwort verwies er auch auf künftige Herausforderungen, wie zum Beispiel die anstehende Klinikfusion, den demographischen Wandel der Region, den ÖPNV und die Stärkung der Allgäuer Tourismusbranche, für die er sich einsetzen will.

Gerade in Landstrichen, in denen Menschen gut leben, müsse es auch gelingen, die sozial Schwachen auf den Weg zu bringen, sagte Hörmann. Er komme mit einem Netzwerk und Erfahrung in die Heimat zurück und werde diese Kontakte zum Wohle der gesamten Region nutzen und sich für die gemeinsamen Interessen einsetzen. Die Arbeit als Landrat werde er qualitativ, professionell und ohne Interessenskonflikte angehen. Der 58-Jährige will jetzt die Nachfolgersuche für den Vorstandsvorsitz bei der Schöck-Gruppe anstoßen. Von der Spitze als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB werde er allerdings nicht zurücktreten – und daran werde er auch nichts ändern, betonte er. Die Unterstützung für diese Entscheidung käme sowohl von Altlandrat Gebhard Kaiser (CSU) als auch von Ex-Bundesinnenminister, Thomas de Maizière, der ihn an der Sportspitze nicht verlieren will.

Von 132 Stimmen der Delegierten, wurden drei ungültige Stimmen und 129 gültige Stimmen für Hörmann gezählt. Ein eindeutiges Ergebnis für den Sportfunktionär. Hörmann bedankte sich und versprach, all seine Kraft und sein Herzblut in dieses Amt zu stecken: „Jetzt geht‘s los!“

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