Ministerin Ulrike Scharf im Gespräch mit Landwirtschaft

Nach dem Gespräch über landwirtschaftliche Themen bedankte Staatsministerin Ulrike Scharf (von links) bei Eric Beißwenger und Franz Hage vom Alpwirtschaftlichen Verein.

Oberjoch – Der Alpwegebau im Allgäu könnte künftig leichter vorankommen. Das ist unter anderem das Ergebnis eines Kamingesprächs auf Einladung des Oberallgäuer Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger mit der bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf im Kinderhotel in Oberjoch.

Demnach müssen beim Bau eines Alpwegs nur Ausgleiche für Flächen im Rahmen der Kompensationsverordnung durchgeführt werden, wenn dieser über Schutzgebiet (zum Beispiel so genannte FFH-Gebiete) verläuft. Ausgenommen vom Ausgleich sind auch nicht genehmigungspflichtige Wege.

Die Kompensationsverordnung gerade in der ländlichen Gegend umzusetzen sei „nicht immer einfach“, so Gottfried Mayrock, der Leiter der Abteilung Natur, Gesundheit, Verbraucherschutz und Kommunales am Landratsamt Oberallgäu. Als Beispiel nannte Mayrock das Hintersteiner Tal, wo Ausgleichsflächen für neue Bauvorhaben wie Laufställe zur Erweiterung von landwirtschaftlichen Betrieben oder zur Schaffung heute üblicher Standards Mangelware seien. „Die meisten Flächen dort sind geschützt.“

Zusammen mit dem Grundstückseigentümer würden daher immer pragmatische aber legale Lösungen gesucht, einen Ausgleich zu schaffen. Eine Lösung wäre hier beispielsweise, dass Gemeinden und Städte entsprechende Flächen kaufen, Punkte auf so genannten Ökokonten sammeln und diese dann als Ausgleich bei entsprechenden Gewerbeansiedlungen einbringen.

Wichtiges Thema war auch die Entnahme von Biber und Wolf, sprich der Abschuss der geschützten Tiere im Extremfall. Vor allem beim Biber will das Landratsamt als zuständige Behörde notwendige Genehmigungen erteilen. Einigkeit herrschte bei den Anwesenden, dass es Bereiche geben müsse, in denen sich Biber und Wolf befinden und solche, in denen diese Tiere nichts zu suchen hätten. Schließlich habe er sich in München vehement für diese Sache eingesetzt. Bürgermeister Zengerle meinte dazu: „Wir haben in den vergangenen 100 oder 150 Jahren gut ohne Bär und Wolf gelebt und in manchen Dingen sollte man die Zeit nicht zurückdrehen.“

Als Umwelt- und Verbraucherschutzministerin habe man es „nicht immer leicht“, meinte Scharf, schließlich müssten sorgfältig die Belange des Naturschutzes und der Wirtschaft abgewägt werden, aber auch bei kritischen Themen behalte man im Ministerium die notwendige Gelassenheit, so Scharf.

Der Alpwirtschaftliche Verein lobte Beißwenger für „seinen Einsatz für die Heimat in München“, so Vorsitzender Franz Hage. Es sei wichtig, dass es einen regionalen Abgeordneten vor Ort gebe, der die Belange und Interessen entsprechend vertrete.

Auch die Staatsministerin stellte fest: „In sehr vielen Dingen sind wir einer Meinung.“ Beißwenger hole die zuständigen Staatsminister in die Region, um die Probleme vor Ort nicht nur zu besprochen, sondern sie möglichst auch direkt zu lösen, so die bayerische Umwelt- und Verbraucherschutzministerin abschließend.

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Amtseinführung von Prädikant Harald Müller
Amtseinführung von Prädikant Harald Müller
Kleinkunst-Förderverein "Klick" will weiter "frischen Wind" machen
Kleinkunst-Förderverein "Klick" will weiter "frischen Wind" machen
Missen-Wilhams und Weitnau sind nun Alpen-Modellregion
Missen-Wilhams und Weitnau sind nun Alpen-Modellregion

Kommentare