Ende der Hängepartie in Oberstdorf

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Allmählich kommt Bewegung in das Bauprogramm für die Nordische Ski-WM 2021.

Der Oberstdorfer Gemeinderat hat sich mit knapper Mehrheit (12 zu 9 Stimmen) auf einen Beschluss geeinigt, wie die Vorbereitungen auf die Nordische WM 2021 weiter gehen. Zuvor hatten sich überfraktionell vor allem Freie Wähler und CSU mit Bürgermeister Laurent Mies auf einen Kompromiss verständigt.

Danach sollen im Langlaufstadion im Ried die Funktionsgebäude erweitert und ein Rampengebäude entstehen, damit ein kreuzungsfreier Zugang in den Stadioninnenraum möglich ist. Dieser Punkt war im Vorfeld mit am Meisten umstritten. Der Kompromiss beinhaltet weiter einen „Richtwert“ von 30 Millionen Euro netto an Baukosten verteilt zu etwa zwei Dritteln für den Langlaufbereich und zu einem Drittel für das Skispringen. Davon soll die Gemeinde im Rahmen ihrer Haushaltsplanungen höchstens vier Millionen tragen. Die Gemeinde bittet den Landkreis Oberallgäu sich in gleicher Höhe an den Kosten zu beteiligen.

Einige Baukörper wurden schon verkleinert und die Projektleitung soll weiteres „Optimierungs- und Einsparpotential in allen Bereichen des gesamten Bauprogramms“ ausloten. Bis Ende Mai/Anfang Juni sollen das weitere Vorgehen strukturiert werden und Detailunterlagen vorliegen.

In den vergangenen Wochen war das Thema mehrfach vertagt worden, da keine Einigkeit über die Kosten und Baumaßnahmen erzielt werden konnte. Vor dem Mehrheitsbeschluss waren noch einmal Argumente und Bedenken ausgetauscht worden. Die Befürworter einer kleineren Lösung machten deutlich, dass sie nicht gegen die WM an sich, sondern „gegen einen übermäßigen Flächenverbrauch“ im Ried seien und konkrete Zahlen erwarteten, was die Kosten betrifft. „Wir wollen keine Tunnellösung am Scheidplatz und die Hoheit über unsere Sportstätten zurück“, so Martin Rees (AO/FDP).

Mehrere Räte beschwerten sich, dass sie nicht in die Diskussion für eine überfraktionelle Lösung eingebunden wurden. Josef Dornach (UOL) mahnte „einen maßvollen Umgang mit unserer Kulturlandschaft“ an. Adalbert Schall (CSU), Peter Titzler (FW) und Toni Weiler (UOL) verteidigten den Kompromissvorschlag. Man habe sich „mit der Planung ein Stück nach vorne bewegt“, so Schall. Von „zwei unterschiedlichen Sichtweisen“, sprach Weiler. Trotzdem sei es Zeit weiter zu kommen. „Der Beschluss ist kein Freibrief“, so Helmut Schratt (FW) mit Blick auf die Wünsche der Veranstalter.

hb

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