"Längst überfällig" - Modernisierung verschlafen

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Einen großen „Aufholbedarf bei der Modernisierung der Liftanlagen” am Söllereck sieht die „Allianz für Oberstdorf/FDP”.

Oberstdorf - Heftig ins Gericht geht die „Allianz für Oberstdorf / FDP“ mit den Verantwortlichen bei der Oberstdorfer Kur AG. In einer Pressemitteilung wirft die „Allianz / FDP“ der Kur AG vor, „mehr mit sich selbst beschäftigt“ zu sein als mit den dringenden Aufgaben ihres Kerngeschäftes.

Die dringlichste Aufgabe sei die Entwicklung des Söllereck Ski- und Wandergebietes, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die „Allianz“ sieht großen Aufholbedarf bei der Moderniserung der Liftanlagen.

Bei der jüngsten Hauptversammlung sei einmal mehr deutlich geworden, wie sehr man bei der Kur AG „auf der Bremse“ stehe. Allein schon der Zwischenruf des Alt-Bürgermeister Edi Geyer „tut ihr eigentlich etwas außer der Hauptversammlung?“ sei Zeichen, dass es offenbar nicht voran gehe, so Otto-Mäx Fischer, Fraktionsführer der „Allianz / FDP“ im Marktgemeinderat. Eine Antwort auf seine Frage habe Geyer überdies nicht erhalten. 

Der stellvertretende Aufsichtsrat-Vorsitzende und Kreisrat Walter Renn stellt fest: „Die Anlagen der Höllwies-, Schrattenwang und Ochsenhöfle-Lifte sind hoffnungslos veraltet, die technische Beschneiung unvollständig, und die Söllereckbahn auch schon wieder in die Jahre gekommen. Seit Jahren bemühen sich die Vorstände um die Erneuerung der Anlagen. Dazu haben gerade in jüngster Zeit mehrere Termine, Begehungen und Gespräche mit dem Landrat und anderen Behördenvertretern stattgefunden. Nur der Bürgermeister war nicht dabei.“ 

Der langjährige Kurdirektor, Gemeinderat und ehemaliges Aufsichtsrat-Mitglied Michael Schmidl wirft dem Hauptaktionär Markt Oberstdorf und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bürgermeister Mies vor, die Zeichen der Zeit nicht erkannt und die Zukunft mangels Ideen, Visionen und Aktivitäten verschlafen zu haben: „Der Markt Oberstdorf hat als größter Anteilseigner zweier Bergbahnen am Söllereck und am Nebelhorn eine zentrale Verantwortung für diese unverzichtbaren Motoren unseres Tourismus.“ 

Martin Rees, Gemeinderat und ehemaliges Aufsichtsrat-Mitglied wirft ein: „Der Mehrheitsaktionär muss wissen, wo er hin will. Diese Fragen hätten längst auf die Agenda der politischen Beratungen gehört. Das Bergbahngeschehen ist von strategischer Wichtigkeit für Oberstdorf. Hier muss man Flagge zeigen und sich nicht schildkrötenartig wegducken.“ 

 „Längst überfällig“ sei es, dass das Familien- und Allwettter-Ski- und Wandergebiet zukunftstauglich gemacht werde, unterstreicht auch der Bürgermeisterkandidat der „Allianz / FDP“, Stephan Thomae. „Die kleinen Nachbarorte Bolsterlang, Ofterschwang/Gunzesried und Hindelang/Oberjoch scheinen – was den technischen Zustand ihrer Skigebiet anbelangt – längst am Söllereck vorbeigezogen zu sein. Sie machen es vor, wie man Skigebiete mit Bürgerbeteiligung und Zuschüssen auf technisch neuesten Stand bringt und ein attraktives Angebot an die Einheimischen und den Winter- und Sommergast macht.“ 

Dabei müssen die Grundeigentümer „fair behandelt und alle Register der Kapitalbeschaffung bei den Haupteigentümern, Bürgern, privaten Investoren und Zuschussgebern ausgeschöpft werden“, stellt Thomae fest. Und weiter:„ Ich bin mir sicher, dass die Oberstdorfer Bürger und Leistungsträger mithelfen werden, wenn ihnen ein attraktives Angebot gemacht wird!“

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