Ein "Kulturparadies" schaffen

Geht es nach dem Kulturbeirat Sonthofen, soll in Zukunft die Durchfahrt unter dem „Turm“ der Jägerkaserne wieder geöffnet werden und als Einfahrt in das „Kulturparadies“ dienen. Foto: Josef Gutsmiedl

Bei zwei Begehungen der Grünten- und der Jägerkaserne untersuchte der Kulturbeirat Sonthofen alle Gebäude und Räumlichkeiten darauf, ob sie nach Abzug der Bundeswehr für kulturelle oder gesellschaftliche Zwecke genutzt werden könnten. Durch das Fachwissen von zwei Architekten, die Mitglieder des Kulturbeirates sind, wurden die Gebäude dahingehend bewertet, ob die Stadt sie erhalten sollte oder nicht. Die Ergebnisse inklusive Vorschlägen, wie man die Räumlichkeiten nutzen könnte, wurden der Stadt übergeben mit der Bitte, sie in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK zu übernehmen.

Hintergrund der Begehung war, dass der Kulturbeirat bei der Erstellung der Broschüre „Kultur in Sonthofen“ (erhältlich unter anderem in Rathaus, Gästeamt oder beim KREISBOTEN) vor vier Jahren feststellte, dass es in Sonthofen zahlreiche Kulturangebote, aber verhältnismäßig wenig Veranstaltungsorte gibt. Die anstehende Konversion empfindet der Kulturbeirat als einmalige Chance, das Raumangebot, nicht nur für kulturelle Veranstaltungen, zu erweitern, wie Gertrude Goldner, Kulturreferentin der Stadt Sonthofen und Mitglied im Kulturbeirat, gegenüber dem KREISBOTEN betonte. Wohnen, Arbeiten, Kultur Nach Meinung des Kulturbeirates sollten auf beiden Kasernenarealen Wohnflächen, Gewerbeflächen, kulturelle und sportliche Einrichtungen nebeneinander existieren. Auf dem Gelände der Jägerkaserne könnten beispielsweise der „Turm“ und angrenzende Gebäude als Kulturzentrum mit Räumlichkeiten für die Volkshochschule (Büros und Seminarräume), für Stadtbücherei, Musikhochschule oder Musik-Proberäume genutzt werden. Ein großer Speisesaal mit moderner Holzbalkendecke in einem Nebengebäude des Turmes, der bis zu 1000 Besucher fasst, könnte als neuer Stadtsaal für kulturelle und wirtschaftliche Veranstaltungen dienen. Die Durchfahrt durch den „Turm“ sollte künftig als Einfahrt in dieses „Kulturparadies“ dienen. In den Hallen auf dem Gelände der Grüntenkaserne könnte man das Gebirgsjägermuseum (derzeit in der Jägerkaserne untergebracht), ein Feuerwehrmuseum oder ein Jagd- und Waldmuseum unterbringen. Auch ein Berufsbildungszentrum für Handwerker könnte sich der Kulturbeirat dort vorstellen. Die Sporthalle sollte auf jeden Fall erhalten bleiben und als Sporthalle für beispielsweise Seniorensport genutzt werden. Ein derzeitiges Unterrichtsgebäude mit einem Hörsaal für bis zu 300 Besucher könnte als Forschungseinrichtung, Krankenpflegeschule oder auch Theater dienen. Das Casino der Betreuungsgesellschaft ist ein ortsprägendes Gebäude mit schönem Saal, eigener Küche, Unterkünften und Kegelbahnen. Hier wären verschiedene Nutzungsszenarien vorstellbar, wie beispielsweise einem Großen Biergarten oder ein Haus der Vereine (der KREISBOTE berichtete). Jugend und Natur Auch auf dem Areal der Grüntenkaserne sind nach Meinung des Kulturbeirates viele Gebäude zu erhalten. Eines der Unterkunftsgebäude ist bereits saniert und könnte als Jugendhotel, auch für Schulklassen, dienen. Ein nahe stehendes Küchengebäude verfügt über zwei große Speisesäle und wäre für die Versorgung des Jugendhotels bestens geeignet. Für die Grüntenkaserne gilt ebenso wie für die Jägerkaserne: ein Großteil der Verkehrsflächen sind Betonpanzerstraßen, die auf- wendig und teuer zu entsorgen sind. Dies sollte bei allen Neuplanungen beachtet werden. Turnhalle, Sportplatz und Kleinspielfeld für verschiedene Sportarten sollten auch auf dem Gelände der Grüntenkaserne bestehen bleiben als Messehallen oder für Sport. Der Kulturbeirat möchte, falls der Vorschlag vom Stadtrat bewilligt wird, für Sonthofen eine Bewerbung für die Kleine Landesgartenschau „Natur in der Stadt“ im Jahr 2012 einreichen. Die Idee hinter „Natur in der Stadt“ ist die Präsentation konkreter Verbesserungen der Grün- und Erholungsstrukturen in der ausrichtenden Stadt. Städte, die diese „Kleine Landesgartenschau“ ausrichten, bekommen von der bayerischen Regierung Fördermittel zugewiesen. Das in der ISEK bereits vorgesehene „Grüne Band“ durch Sonthofen vom Kalvarienberg über Friedhof, beide Kasernen bis zur Ostrach, ließe sich in diesem Zusammenhang gut realisieren. Die Sportanlagen in der Grüntenkaserne könnten als Gartenschaugelände dienen. Nach Wunsch des Kulturbeirates sollen diese „konkreten, machbaren Anregungen in das ISEK einfließen,“ so Kulturreferentin Gertrude Goldner.

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