Heimat und Brauchtum

Landrat Anton Klotz (rechts) mit den Trägern des Kulturpreises des Landkreises Anton Wintergerst (von links), Josef Bettendorf, Hubert Jäger und Josef Ott.

Oberallgäu – Im Anschluss an die letzte Kreistagssitzung übergab Landrat Anton Klotz den Kulturpreis des Landkreises Oberallgäu 2014 in der Sparte „Heimat und/oder Brauchtumspflege“ an Anton Wintergerst, Josef Bettendorf, Hubert Jäger und Erhard Ott.

„Wir wollen unseren Allgäuer Kultur- und Lebensraum für seine Bewohner lebens- und liebenswert erhalten!“, so Landrat Anton Klotz in seiner Laudatio. Die vier Geehrten hätten sich Verdienste um das Allgäu als Kultur- und Lebensraum erworben und seien deshalb von einer Jury aus vielen Vorschlägen für den Kulturpreis ausgewählt worden.

Anton Wintergerst schreibt seit 40 Jahren Gedichte und heimatliche Kurzgeschichten, fast ausschließlich im Dialekt. 1982 gründete er mit drei weiteren Autoren die „Immenstädter Dichterstube“. Wintergerst organisierte zahlreiche Dichterlesungen. „Viele Immenstädter Senioren kennen Ihre seit über 33 Jahren stattfindenden Auftritte bei den Altennachmittagen, und seit 25 Jahren führen Sie weihnachtliche Literaturbeiträge bei der Einsamen-Weihnachtsfeier durch“, lobte Klotz auch das soziale Engagement Wintergersts, der zudem weit über 100 Benefizlesungen gestaltet habe.

„Sie sind ein wichtiger und beeindruckender Träger und Verbreiter der Allgäuer Kultur, ein Kulturschaffender, dem die Beobachtung seiner Mitmenschen ein Anliegen ist und bleibt“, so Klotz weiter. Mit seinem hintergründigen Humor rege Wintergerst zum Nachdenken an. Als Erhalter der Allgäuer Mundart sei ihm immer auch die „gute Sache“ wichtig gewesen.

Seit mehr als 15 Jahren betreut Josef Bettendorf das Carl-Hirnbein-Museum in Missen. Bettendorf erforscht und dokumentiert weiterhin die Geschichte des berühmten Allgäuer Pioniers. „Die Vergangenheit lebendig zu machen, das historische Erbe einer Region zu pflegen, in dieser Hinsicht leisten Sie einen überwältigenden Beitrag für unsere Heimat“, betonte Landrat Anton Klotz. Josef Bettendorf hat in den letzten Jahren zahlreiche Schriften und Broschüren verfasst, beispielsweise einen „Kapellenführer“, in dem die fünf kleinen Kapellen in den Ortsteilen Missen-Wilhams mit ihrer Baugeschichte dargestellt sind. Vor allem die kulturgeschichtliche und theologische Bedeutung der Ausstattung der Kapellen arbeitete Bettendorf heraus. Er habe sich „um die Pflege, die weitere Erforschung und die Bewahrung der Orts- und Heimatgeschichte in höchstem Maße verdient gemacht“.

„Isny Bähnle – Geschichte der Bahnlinie Kempten-Isny“ lautet der Titel des Buches, das Hubert Jäger und Erhard Ott verfasst haben und für das sie mehrere Jahre recherchiert hatten. Das Buch diente als Grundlage für einen Film über die ehemalige Bahnlinie, den die beiden in zweijähriger ehrenamtlicher Tätigkeit produziert haben. Für den Film sammelten Jäger und Ott Bilder, Filme von Amateurfilmern und weitere Informationen. „Mit verblüffender Professionalität haben Sie Filmaufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren mit den historischen Originalfotografien auf gefällige Weise vereint. Mit gekonnten Tricks, bester Tonqualität, passender Musik und amüsanten Kommentaren haben Sie den Film lebendig gemacht“, lobte Klotz. Der Film vermittle die Aufbruchstimmung beim Trassenbau ebenso wie die Wehmut über das Ende der Bahnlinie. Mit Buch und Film hätten die beiden „wertvolle Geschichtsdokumente für die an den Bahnlinien liegenden Oberallgäuer Gemeinden geschaffen“, so Klotz.

Eva Veit

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