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Lärmproblem am Riedbergpass: Schilder sollen Motorradfahrer „leiser machen“

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Aktion „Leise kommt an ADAC
Mit der Aktion „Leise kommt an“ wirbt der ADAC um Rücksicht beim Motorrad-Spaß. © sl-pictures.de

Oberallgäu – „Easy leiser! Rücksicht kommt an. Danke!“: Seit Anfang der Woche ließt man am Fuße des Riedbergpasses in Obermaiselstein und Balderschwang diese Worte.

An den beliebten Bikerstrecken am Fuße des Riedbergpasses in Obermaiselstein und Balderschwang stehen mehrere Schilder der ADAC Aktion „Leise kommt an“. Mit dem Hinweisschild und etlichen anderen Motiven möchte die Aktion Motorradfahrer für eine umsichtige Fahrweise sensibilisieren.

Die Kommunen und das Landratsamt Oberallgäu haben sich gemeinsam dazu entschlossen, diese Verkehrsinitiative umzusetzen. Mit den vom ADAC entworfenen Hinweistafeln sowie einem elektronischen Lärmdisplay soll für eine rücksichtsvollere Fahrweise geworben werden. Denn zahlreiche Biker sind vor allem an den Wochenenden auf Bayerns attraktivsten Strecken – viele davon im Allgäu – unterwegs und sorgen dabei teilweise für einen starken Lärmpegel.

Anwohner fordern Fahrverbote für Motorradfahrer

Aus diesem Grund fordern bayernweit immer mehr Anwohner in den Ortschaften entlang dieser beliebten Routen Fahrverbote für Motorradfahrer. „Mit den Schildern möchten wir ein Bewusstsein für die Lärmproblematik schaffen, ohne die Mobilität einzuschränken. Denn Kollektivstrafen, wie Streckensperrungen oder Grenz­werte, tragen nicht zur Lösung des Problems bei. Schließlich sind die meisten Motorradfahrer vernünftig unterwegs und am einfachsten lässt sich der unnötige Lärmausstoß schlicht mit der Hand am Gasgriff regulieren“, betont Rüdiger Lode, Vorstand für Verkehr, Technik und Umwelt im ADAC Südbayern und freut sich, dass Obermaiselstein und Balderschwang als erste Gemeinden im Allgäu die ADAC Aktion umsetzen.

Viele reizvolle Strecken im Oberallgäu

Der ADAC setze auf Kontrollen und die Ahndung von Verstößen. Die Sperrung beliebter Motorradstrecken würde lediglich dazu führen, dass auf andere Strecken ausgewichen würde. Mit dem Riedbergpass, Deutschlands höchstem befahrenen Gebirgspass, und vielen weiteren reizvollen Motorradstrecken ist der Landkreis Oberallgäu ein attraktives Ziel für Biker.

„Natürlich freut uns das und wir gönnen allen ihren Fahrspaß. Aber wir wissen eben auch, dass die schnellen Kurven insbesondere am Riedbergpass zum Gasgeben verleiten. Das macht die Strecke nicht nur zu einem Unfallschwerpunkt, sondern eben auch zu einem geräuschvollen Ärgernis für Einheimische und Gäste. Wir hoffen, mit der ADAC Aktion den Interessen von Anwohnern und Bikern gleichermaßen gerecht zu werden“, betont die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller.

Bitte mit Hirn und Verstand

Auch Obermaiselsteins Bürgermeister Frank Fischer setzt auf die ADAC Verkehrsinitiative: „Das gesellschaftliche Miteinander soll wenn möglich nicht auf Verboten begründet sein, sondern vor allem auf Respekt und Rücksichtnahme. Genau hierfür steht ‚Leise kommt an‘“, und Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle ergänzt: „Nur mit Hirn und Verstand können wir alle gemeinsam diese einzigartige Passstraße und unsere wunderbare Bergwelt erleben und genießen.“

Lärmpegel bestätigt

Bevor die Schilder aufgestellt wurden, wurde per Lärmdisplay am riedbergpassseitigen Ortseingang von Obermaiselstein die Lärmbelastung gemessen und bestätigt. Die Auswertungen des ADAC gezeigt, dass im Durchschnitt mehr als jedes sechste Fahrzeug – vermutlich oft unnötig – in die Kategorie „laut“ fällt, was zwischen 77 und 89 Dezibel bedeutet.

„Wir stehen als ADAC allen betroffenen Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite und geben kostenfreie Hilfestellung bei der Standortbestimmung und beim Layout des Schildes“, so Lode.

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