Landeswettbewerb in Immenstadt – Warnung vor Fachkräftemangel

Hauswirtschaft hat Zukunft

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Schulleiter Dieter Friede mit den Siegerinnen (von links) des Landesentscheids Elisabeth Müller (4. Platz) aus München, Julia Braumüller (3.) aus Ansbach, Elisabeth Graf (2.) aus Miesbach und Dorothea Kitzeder (Platz 1) aus München, sowie Ministerialrätin Gisela Miethaner.

Immenstadt – 23 Hauswirtschafterinnen aus ganz Bayern stellten sich in der Berufsschule Immenstadt dem Wettkampf; die zwei Erstplatzierten – Elisabeth Graf aus Miesbach als Zweitbeste und die Siegerin in Immenstadt, Dorothea Kitzeder aus München – werden Bayern beim Bundeswettbewerb vertreten.

Der Bundeswettbewerb findet im März in Göppingen statt. Zugleich war der Wettbewerb „Rahmen“ für das 35-jährige Jubiläum des „Bayerischen Landesausschusses für Hauswirtschaft“. „Bayerns beste Hauswirtschafterinnen“ ermittelten beim 47 Landes-Leistungswettbewerb an der Berufsschule in Immenstadt die beiden „Allerbesten“. Startberechtigt sind die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt von 1,8 und besser; die Schülerinnen besuchen die 12. Klasse bayerischer Berufs- oder Berufsfachschulen. 

Das Wettbewerbsmotto lautete: Der Bayerische Landesausschuss für Hauswirtschaft wird 35 Jahre. Für das Oberallgäu am Start war Isabell Hatt aus Sonthofen-Rieden als regionale Jahrgangsbeste. Das Rennen in dem zweitägigen Leistungswettbewerb machten schließlich Elisabeth Graf aus Miesbach als Zweitbeste und die Siegerin in Immenstadt, Dorothea Kitzeder aus München. Beide werden Bayern beim Bundesentscheid in Göppingen vertreten. 

Die Aufgaben, die die Teilnehmerinnen im Bereich Theorie zu bearbeiten hatten, betrafen die Allgemeinbildung, Wirtschafts- und Sozialkunde, Versorgungs- und Betreuungsleistungen. Auch eine Teamaufgabe galt es zu meistern. Bei der Präsentation müssen Ideen aufgezeigt werden, um möglichst wenig Lebensmittel als „Abfall“ zurück zu lassen. Gekrönt wurde die Wettbewerbsaufgabe mit der Zubereitung einer vollwertigen Abendmahlzeit für sechs Personen. Zudem galt es im Fach Gestalten für eine Jubiläumsveranstaltung einen Büffettisch und eine Begrüßungsdekoration zu entwerfen. „Volles Programm“, wie es eine Teilnehmerin bei der festlichen Siegerehrung auf den Punkt brachte. 

Der nächste bayerische Landes-Leistungswettbewerb Hauswirtschaft findet im kommenden Jahr in Vilshofen statt. Reiner Selbstzweck sei der Landes-Leistungswettbewerb nicht, meinte die stellvertretende Oberallgäuer Landrätin, Gertrud Knoll, bei der Siegerehrung. Das Fach Hauswirtschaft werde allzu oft als „fünftes Rad am Wagen“ betrachtet. Und, so setzte sie ihren Vergleich mit dem Fahrzeug fort: oft hätten wir nur ein kleines Reparaturset zur Hand wenn es tatsächlich einmal eine ernsthafte Reifenpanne gebe, und kein Reserverad. „Das müssen wir ändern“, so Gertrud Knoll. „Der Wert der Hauswirtschaft fällt nur auf, wenn sie ausfällt.“ 

„Ein Irrtum mit fatalen Folgen“, setzte Gertrud Knoll ihren bildhaften Vergleich fort. Als Selbstverständlichkeit angesehen, drohe aktuell „ein gewaltiger Fachkräftemangel“. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung und die neuen Anforderungen wie Betreuung, Pflege, Versorgung. Die gesellschaftlichen Auswirkungen dieses Wandels seien kaum abschätzbar. Dass die Hauswirtschaft und ihre Ausbildung auf sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen reagieren müsse, findet auch Ministerialrätin Gisela Miethaner vom bayerischen Landwirtschaftsministerium. „Erfolg braucht Veränderung“, so ihr Appell. 

„Noch nie war die Hauswirtschaft so wichtig für unsere Gesellschaft wie heute!“ Diesen Änderungen trage auch die neue Ausbildungs- und Berufsbezeichnung Rechnung: staatlich geprüfte Assistentin für Ernährung und Versorgung. Wer diese Ausbildung absolviere, habe einen Beruf gewählt, der wie kaum ein anderer mit Zukunft zu tun habe – und somit Zukunft habe, versicherte Schulleiter Dieter Friede. Auf gut ausgebildete Hauswirtschafterinnen warteten in Zukunft „gut bezahlte Jobs“ und ein weites Betätigungsfeld, schloss sich Gisela Miethaner an. „Hier finden Sie gute Jobs, wenn auch vielleicht nicht vor der eigenen Haustüre“, gab die Ministerialrätin den 23 Teilnehmerinnen des Wettbewerbes mit auf den Weg.

Josef Gutsmiedl

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