Landkreis macht Dampf beimDigitalfunk

An den „Autobahnen der modernen Kommunikation“ wird auch im Allgäu kräftig gebaut: In den nächsten Jahren sollen die Grundlagen für eine Bayern weite flächendeckende Einführung eines digitalen Funknetzes für Polizei, Feuerwehr und andere Rettungsdienste - so genannte Blaulicht-Organisationen - geschaffen werden. Die Suche nach Standorten für Sende- und Empfangsanlagen ist inzwischen im Landkreis abgeschlossen. Bald sollen die Gespräche mit Grundeigentümern anlaufen. Es sind allerdings nur wenige neue Standort notwendig.

Eine lückenhafte, instabile Mobilfunkversorgung scheint im privaten Bereich zumindest ärgerlich. „Aber wenn es um die Sicherheit von Bürgern geht, ist eine optimale Netzabdeckung unerlässlich!“ Das betonte Landrat Gebhard Kaiser bei der Vorstellung des zukünftigen Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. „Da darf es keinen weißen Flecken mehr geben.“ Bislang hatten Polizei, Feuerwehren aber auch die Bergwacht nicht selten Probleme, „in Verbindung zu bleiben“. Die Einsatzkräfte der Bergwacht zum Beispiel seien häufig in Gebieten unterwegs und im Einsatz, wo die Mobilfunknetze privater Anbieter nicht verfügbar sind, erklärt Heini Malue von der Allgäuer Bergwacht. „Die Bergwachtleute sind oft allein unterwegs und in gefährlichen Situationen auf sich gestellt.“ Eine stabile Funkverbindung sei „eine unabdingbare Voraussetzung“ für die Tätigkeit der Bergwacht. Der herkömmliche Funkbetrieb in analogen Netz zu unzuverlässig. Ganz ähnlich sehen oft die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis aus. Eine sichere Alarmierung sei nur durch sichere Erreichbarkeit gegeben, betont Kreisbrandrat Michael Seger. Im Gegensatz zu kommerziellen Mobilfunknetzen könne man beim Sicherheitsfunknetz keine Lücken hinnehmen: „Es geht um den Schutz und die Sicherheit von Menschen.“ Mangelnde Flächendeckung weist auch das bestehende Analog-Funknetz auf. Zudem ist es leicht abhörbar, so dass die Sicherheitsorgane vertrauliche Mitteilungen über Mobiltelefone abwickeln. Bis Ende des Jahres 2012 soll das neue Digitalfunknetz in Bayern stehen. Die rund 3500 bestehenden Analogfunkstationen werden dann weitgehend überflüssig und abgebaut. Michael Staudacher vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten ergänzt: „Der Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist Grundvoraussetzung - für die Polizei wie für Rettungskräfte. Nur so kann die Rettungskette schnell in Gang gesetzt werden.“ Staudacher vergleicht den neuen Digitalfunk mit „Autobahnen der Kommunikation“, die es erlaubten, schnell und schlagkräftig zu reagieren. Der Digitalfunk für Sicherheitsorgane sei eine Art „Handwerkszeug und Führungsinstrument“ der Einsatzkräfte vor Ort, sagt Ralph Eichbauer vom Landratsamt Oberallgäu. „Da muss es richtig laufen.“ 27 Standorte im Landkreis (und zwei weitere im Stadtgebiet Kempten) sollen das neue Digitalfunknetz tragen. Wo möglich, werden bestehende Mobilfunkanlagen genutzt. Pro Standort nehme der Staat bis zu einer Millionen Euro in die Hand. „Es geht um die Sicherheit der Bürger“, betont Eichbauer. Landrat Kaiser verweist auf die guten Erfahrungen mit der neuen Funktechnologie in Tirol. „Es darf keine Versorgungslücke geben. Was in Tirol möglich ist, muss auch bei uns möglich sein!“ Er hoffe, dass das erarbeitete Standortnetz so verwirklicht werden könne. Die Gemeinden werden bei neuen Standorten Gespräche mit den Grundeigentümern aufnehmen.

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