Schweres Paket beim Straßenbau

Landkreis Oberallgäu will in den nächsten Jahren an vielen Kreisstraßen anpacken

Bauarbeiten an der Kreisstraße bei Obermaisestein
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Im vergangenen Sommer wurde die Kreisstraße bei Obermaiselstein neu gebaut und damit ein weiterer Abschnitt der Riedbergpass-Straße „abgehakt“.

Oberallgäu – Die Arbeit an der Verkehrsinfrastruktur im Landkreis wird so schnell nicht ausgehen. Nach einem kurzen Blick auf laufende oder kürzlich abgeschlossene Straßenbauarbeiten im Oberallgäu, stellte die Tiefbauverwaltung zahlreiche zukünftige Baustellen vor. Ein „Paket“, das 17 Brennpunkte zwischen Altusried und Oberstdorf auflistet.

An der Dauerbaustelle Riedbergpass wurden weitere Bauabschnitte heuer abgeschlossen, wie Christoph Wipper, der Chef der Kreistiefbau-Verwaltung, dem Bauausschuss berichtete. Ebenso das Kapitel Ortsdurchfahrt Sulzberg, die Arbeiten an der Bolsterlanger Steige und einige weitere Baustellen des Landkreises.

Wenig Gehör fand die Nachfrage von Grünen-Kreisrat Thomas Frey, ob die Riedbergpass-Straße weiter im „Rang“ einer Kreisstraße bleiben müsse, oder etwa als Staatsstraße in die Zuständigkeit des Landes überführt werden könnte. Kreiskämmerer Reinhard Reitzner erinnerte an „die Mühe, die es brauchte, eine Aufstufung für den Abschnitt zu bekommen“. „Balderschwang ist es uns wert“, habe es damals geheißen, zitierte Reitzner den früheren Landrat Gebhard Kaiser. Kaiser hatte in zähen Verhandlungen den außergewöhnlichen Zuschuss des Freistaats in Höhe von 90 Prozent auf Dauer erkämpft.

Christoph Wipper ergänzte, dass sich die weitgehend sanierte Straße über den Pass „vor Staatsstraßen nicht zu verstecken“ brauche. Zukünftig werde man wohl mit weniger hohen Förderungen rechnen könne, deutete Wipper an: „Von 60 Prozent zu 90 Prozent – da fehlen halt 30 Prozent.“ Ungewiss sei angesichts der Pandemie-Auswirkungen auf die Haushalte von Bund und Freistaat die weitere Entwicklung der Förderpraxis. Generell sei man gut beraten, das zur Verfügung stehende Budget möglichst gut auszuschöpfen, wolle man nicht Gefahr laufen, in Zukunft weniger zu bekommen.

Auf der Agenda der Kreistiefbau-Verwaltung stehen laut Wipper 17 konkrete Maßnahmen, die in den nächsten Jahren angepackt werden sollten oder müssen. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Vorhaben, etwa Verbesserungen von Bahnübergängen, neue Rad- und Gehwege entlang von Kreisstraßen, aber auch um den Ausbau von Straßen oder einen neuen Kreisverkehr in der Ortsmitte von Blaichach.

Beim Stichwort „Ausbau“ machten die Grünen-Kreisräte allerdings mehrfach Bedenken geltend. Sowohl die Überlegungen zu einem B12-Anschluss bei Betzigau, als auch der Ausbau von Kreisstraßen bei Reichholzried oder im Bergstätt-Gebiet bei Immenstadt, wurden von Kreisrat Thomas Frey kritisiert. Das Argument, dass die da und dort angestrebte Verbreiterung auf 6 Meter deutlich mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer bringe, ließ er nicht stehen; ein Tempolimit erreiche mehr. Dies gelte auch für den geplanten Ausbau der Kreisstraße von Bolsterlang nach Kierwang, gab Andreas Fisel (Grüne) zu bedenken. „Ein Ausbau auf 6 Meter verändert den Charakter der Straße und zieht weiteren Verkehr an.“ Eine Substanzverbesserung genüge hier durchaus.

Generell, so die Sichtweise der Straßenbau-Fachleute, müsse man vielfach dem heutigen landwirtschaftlichen Verkehr Rechnung tragen. Besonders krass sei die Situation bei der OA 32 Binzen – Legau, meinte Wipper. „Das ist einer Kreisstraße nicht würdig und kann so nicht bleiben.“ Die Straße sei derart marode, dass zum Teil ein Tempolimit von 30 km/h bestehe. „Wenn es eine Kreisstraße bleiben soll, muss etwas geschehen“, appellierte Wipper. Auch hier sah Kreisrat Frey die Sache anders: Womöglich könne man mit entsprechender Beschilderung den Fahrzeugverkehr auf die nur einen Kilometer entfernte Staatsstraße nach Legau lenken.gts

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