Keine gravierenden Verstöße gegen Lebensmittelrecht im Oberallgäu

Keine "Ekel-Betriebe" im Oberallgäu

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Verschimmelter Käse und ranzige Butter – kein appetitlicher Anblick, und ungesund noch dazu.

Oberallgäu – Seit September vergangenen Jahres sind die zuständigen Behörden verpflichtet, die Öffentlichkeit über bestimmte Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelrecht zu informieren. 

In Bayern geschieht dies online über die Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

www.lgl.bayern.de

. Für den Landkreis Oberallgäu befinden sich derzeit keine Einträge in der Liste. 

Die „Liste der Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelrecht” umfasst derzeit 115 Einträge bayernweit, darunter je ein Eintrag aus Kempten und dem Landkreis Unterallgäu; zum Vergleich: aus München liegen 29 Einträge, aus Nürnberg 14 vor. 

Seit der Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzes vom 1. September 2012 müssen die zuständigen Behörden – im Falle des Oberallgäus die Abteilung für Gesundheit und Verbraucherschutz des Landratsamtes – aus Gründen der Markttransparenz über zweierlei Arten von Verstößen informieren: Zum einen über Rechtsverstöße durch Überschreitungen von Grenzwerten, Höchstgehalten und Höchstmengen, zum anderen über Verstöße „in nicht nur unerheblichem Ausmaß oder wiederholt” gegen Vorschriften des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene, die mit einem Bußgeld von mehr als 350 Euro geahndet werden. 

Die betroffenen Betriebe (zum Beispiel Lebensmittelhersteller, Gaststätten oder Imbissstände) werden in der Liste namentlich und mit Anschrift genannt. Angegeben werden außerdem die Gründe für die Veröffentlichung. Wenn die Mängel in dem Betrieb beseitigt wurden, wird auch dies in der Liste vermerkt. Nach sechs Monaten wird ein Eintrag aus der Liste gelöscht. 

Bei den regelmäßigen Lebensmittelkontrollen im Oberallgäu tauchen laut Ulrike Dannheimer, Sachgebietsleiterin der Abteilung Verbraucherschutz und Veterinärrecht im Landratsamt, natürlich immer wieder Verstöße auf. Diese seien aber geringfügig und müssten demnach auch nicht veröffentlicht werden. 

Im Landkreis gäbe es etwa 5.000 überwachungspflichtige Betriebe, davon 2.600 Gaststättenbetriebe. Die Gaststätten würden einer Risikoanalyse unterzogen, nach deren Ergebnis die Häufigkeit der Kontrollen in den einzelnen Lebensmittelbetrieben festgelegt werde, erklärt Dannheimer weiter. Sie betont jedoch, dass jeder Betrieb mindestens einmal im Jahr von den Lebensmittelkontrolleuren des Landkreises besucht werde. 

Der Landkreis Oberallgäu lege Wert auf „Vorbeugung und Beratung”, dennoch käme es oftmals zu Bußgelderhebungen unterhalb der Grenze von 350 Euro. Schwarze Schafe gibt es überall, weshalb nicht auszuschließen sei, dass sich auch im Oberallgäu einmal ein Lebensmittelbetrieb unbelehrbar zeige und alle Kriterien für eine Veröffentlichung auf der „Ekel-Liste” erfülle. Und wenn der Fall auftaucht? „Wir würden uns auch nicht scheuen”, den Betrieb dann zu veröffentlichen, betont Andreas Kaenders, Pressesprecher des Landratsamtes.

Eva Veit

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