Ohne TBC-Test geht es nicht

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Ohne Tests geht es nicht. Das Landratsamt will bei den TBC-Untersuchungen nicht nachgeben.

Oberallgäu - Erneut hohen Wogen schlägt die engagierte Bekämpfung der Rinder-Tuberkulose im Landkreis Oberallgäu. Vor Kurzem verweigerten zwei Landwirte die Untersuchung ihrer Rinderbestände. Beim Landratsamt Oberallgäu zeigt man kein Verständnis für die „Verweigerer“, die den Erfolg der bisherigen Kampagne gefährdeten.

Die beiden Landwirte halten die Zuverlässigkeit des Testverfahrens für fragwürdig und das Risiko der unnötgen Schlachtung gesunder Tiere für groß. Zudem sei die auf TBC-Verdacht verhängte Betriebssperre überzogen. In beiden Fällen ordnete die Behörde ein Zwangsgeld an und wird demnächst einen weiteren Anlauf unternehmen, die Tests doch noch durchzusetzen.

Behördensprecher Andreas Kaenders bricht eine Lanze für alle, die die Maßnahmen des Landratsamtes von Anfang an mitgetragen haben: „Diese Landwirte verdienen unseren vollen Respekt und unsere ganze Anerkennung.“ Zum Teil seien damit nicht nur tragische Situationen für die betroffenen Familien verbunden gewesen, sie hätten auch massive finanzielle Einschnitte in Kauf genommen. Kaenders weiter: „Alle werden gestestet!“ Wenn jetzt einige wenige ohne Tests durchkämen, müssten sich alle anderen „wie die Deppen vorkommen“. Wer den Weg der Vernunft mitgegangen sei, dürfe nicht der Dumme, der Verlierer, sein.

Nicht gelten lässt Kaenders die Kritik an den TBC-Testverfahren. „Es gibt derzeit nichts Besseres.“ Sowohl der Simultantest als auch der immunologische Nachweis mit Bluttest seien weltweit eingesetzt und anerkannt und führten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einer richtigen Reaktion beim untersuchten Tier. Einen Beweis, dass der angewendete Test Aussagekraft habe, sieht Kaenders etwa in der Tasache, dass in anderen Landkreisen, etwa Miesbach oder Bad Tölz in Oberbayern, nur sehr wenige TBC-positiv getestete Rinder „auftauchten“. Wäre der Test unzuverlässig, seien ähnliche Ergebisse wie im Oberallgäu zu erwarten gewesen. „Genau das Gegenteil war der Fall“, so Kaenders. „TBC findet dort nicht statt.“

Mit Blick auf die seit anderthalb Jahren laufende Kampagne gegen die Rinder-TBC sieht Kaenders einen „Brennpunkt Oberallgäu“. Verbunden sei das Phänomen mit der Rotwildpopulation im Allgäu, die – so die Untersuchungsergebnisse – ebenfalls TBC-belastet sei. „Der Erreger ist derselbe“, sagt Kaenders. Umso mehr vermisse er dabei das Engagement der zuständigen Ministerien.

Im Landkreis Oberallgäu sieht man jedenfalls keinen Anlass, nachzulassen. „Wir sind überzeugt, dass die Test wichtig und richtig sind.“ Letztlich sei es dem entschlossenen Handeln der Veterinärbehörde zuzuschreiben, dass es nur wenige Einzelfälle mit massiven Krankheitsbildern gegeben habe. Die Maßnahmen dienten dem Verbraucherschutz. Als „Lebensmittel-Unternehmer“ seien die Landwirte verpflichtet, gesunde Produkte in hoher Qualität zu erzeugen.

Josef Gutsmiedl

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