Die Bewahrer packen zu

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Fachexkursionen, hier mit Förster Ludwig Geitner (rechts), erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Tagesgeschäftes des Landschaftspflegeverbandes.

Zwei lange Listen konnten die Verantwortlichen beim Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten der jüngsten Verbandsversammlung vorstellen: Einmal das Paket an Projekten, die im  in Arbeit waren; zum anderen eine Liste mit Projekten, die fortgeführt oder heuer zumindest angefangen werden sollen.

Dank einer guten Ausstattung mit Geld soll mithin erneut einiges bewegt werden beim Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften im Oberallgäu.

Recht optimistisch blickt der Verbandsvorsitzende, Herbert Seger, auf die Bilanz des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten – sowohl auf das abgelaufene Jahr als auch generell in seinem Rückblick. Die Landschaftspflegeverbände seien an wichtiger Stelle aktiv und „Bewahrer von Heimat und Schöpfung“. Seger zeigte sich auch froh, dass die Arbeit auch von staatlicher Seite gewürdigt und finanziell unterstützt werde. „Wir haben viele kleine Projekte, aber auch einige tolle Leuchtturmprojekte!“, freute sich Seger und erinnerte an die Arbeiten im Tuffenmoos, im Strausbergmoos oder das Großprojekt Blausee bei Oy-Mittelberg.

„Die Zahlen sind gut.“ Damit meinte der Verbandsvorsitzende nicht nur die finanzielle Ausstattung, sondern auch die Zahl der Projekte, die so hoch war wie noch nie. Der Verband werde „bestens wahrgenommen“ und sei gut vernetzt. Seger: „Wir haben Grund zu einem großen Maß an Zufriedenheit.“ Doch das sei auch Ansporn, weiter gut zu arbeiten. „Und vielleicht auch das Unmögliche möglich zu machen.“

Schwerpunkte im abgelaufenen Jahr waren die Maßnahmen am Blausee bei Oy-Mittelberg. Der einzige Moorsee im Allgäu soll durch aufwändige Arbeiten vor der weiteren Verlandung bewahrt werden. Tatsächlich sei der Blausee vor ein, zwei Generationen deutlich größer gewesen, berichteten Bewohner aus der Gegend. Um den Prozess zu stoppen, sind komplexe Maßnahmen vorgesehen, wobei auch eine tiefgründige Spundwand eingebaut wird; provisorische und dauerhafte Wege müssen in das Moor gebaut werden. Alles Kosten steigernde Arbeiten. Allerdings steigt die Regierung von Schwaben mit einem Fördersatz von 90 Prozent ein. Insgesamt gingen rund 320 000 Euro über das Maßnahmenkonto des Verbandes.

Auch heuer wird sich am Blausee einiges tun. „Die Arbeiten laufen jetzt wieder an“, erklärt Stefan Pscherer, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten. Neben dem See stehen die Streuwiesen im Mittelpunkt, die durch Mahd als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten an Qualität gewinnen werden. Am Widdumer Weiher an der Gemeindegrenze zwischen Waltenhofen und Sulzberg geht es ebenfalls um „Lebensraumoptimierung“, speziell um die kleinste Libellenart überhaupt, die Zwerglibelle. Aufwändige Arbeiten bringen zudem zwei weitere Projekte im südlichen Landkreis mit sich. Im Mahdtal im Kleinwalsertal und auf der „Schleifalpe“ bei Blaichach werden die Lebensräume des Apollofalters erweitert und verbessert. Pscherer hofft zudem, dass beim Projekt Tiefenberger Moos bei Ofterschwang heuer zumindest der Pflege- und Entwicklungsplan in die Gänge kommt. Neben einer ganzen Reihe weiterer größerer und kleinerer Projekte, die seine 24-Punkte-Liste umfasst. Knapp eine halbe Million Euro stehen dafür zur Verfügung – plus 300 000 Euro aus dem Haushalt des Vorjahres.

„Aber die beste Projekte sind auf die gute Arbeit der Akteure vor Ort, die Mitarbeiter der Landschaftspflegegruppen angewiesen“, betonte Pscherer und lobte den leidenschaftlichen und engagierten Einsatz der Landwirte bei allen Maßnahmen.

gts

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