Viele Projekte helfen dem Arten- und Naturschutz auf die Sprünge

Landschaftspflege lohnt sich doch

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Arbeiten in sensiblem Gelände: Im Strausbergmoos bei Sonthofen werden Gräben geschlossen, um die Entwässerung des Moores zu stoppen.

Oberallgäu – Landschaftspflege lohnt sich – auch wenn es manchmal Jahre dauert bis man das Ergebnis sehen kann. Ein Fazit, das die Vorstandschaft und Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten bei der jüngsten Mitgliederversammlung ziehen konnte.

Neben einem Rückblick auf die Projekte des vergangenen Jahres und dem Ausblick auf aktuelle Maßnahmen des Verbandes standen Neuwahlen auf dem Programm. Die Vorstandschaft wurde dabei im Amt bestätigt.

„Die Erfahrung zeigt: nicht alles was man will, kann gleich passieren.“ Landschaftspflege brauche einen langen Atem und die notwendige finanzielle Ausstattung, bringt es Geschäftsführer Stefan Pscherer auf den Punkt. Dank der Personalaufstockung seien im Jahr 2016 deutlich mehr und kostenintensivere Projekte angepackt oder fortgesetzt worden. Und im laufenden Jahr will der Verband noch eins draufsetzen. Immerhin habe man rund 50 Projekte mit einem Volumen von einer Million Euro auf der Warteliste, ergänzt der Verbandsvorsitzende Herbert Seger.

Den Umsatz für das Jahr 2017 überschlägt Pscherer mit rund 613 000 Euro. In der Regel kann der Landschaftspflegeverband für seinen Projekte mit einem Zuschuss von 70 bis 90 Prozent durch die Regierung von Schwaben rechnen. Dickster Brocken wird heuer das Projekt „Hydrologische Sanierung des Blausees“ bei Oy-Mittelberg sein. Um das allmähliche „Verschwinden“ dieses einzigartigen Moorsees durch Wasserabfluss zu verhindern soll eine neue Wasserfläche neben dem Blausee eingestaut werden. Dazu, so erläutert Pscherer das Projekt, müssten „erhebliche Materialmengen“ für einen Dammbau bewegt und ein bestehender Weg ertüchtigt werden. „Da ist exakte Arbeit erforderlich“, so Pscherer. Rund 150 000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt.

Große Baustellen

Weitere größere „Baustellen“ sind die Lebensraumverbesserungen am Radweg Kempten-Weitnau (Pscherer: „hier sind die Orchideen explodiert...“), das Magerrasen-Projekt Sölleralpe oder der Pflege- und Entwicklungsplan für das Tiefenberger Moos bei Ofterschwang. Fortgesetzt werden unter anderem die Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplanung für das Strausbergmoos bei Sonthofen oder Lebensraumverbesserungen im Gebiet der Nagelfluhkette.

Befürchtungen, dass die Arbeit der Landschaftspflegeverbände wegen Mittelkürzungen ausgebremst werden könnte, seien nicht eingetreten, betont Stefan Pscherer. „Der Naturschutz musste beim Doppelhaushalt für den Freistaat keine Federn lassen.“ Als überaus förderlich schätzt Pscherer zudem die Tatsache ein, dass die Ausschreibungsgrenze auf 50 000 Euro verdoppelt wurde. Das erleichtere die Vergabepraxis ganz deutlich.

„Zufrieden“ mit den Ergebnissen, die der Landschaftspflegeverband vorweisen könne, zeigt sich der langjähriger Vorsitzende Herbert Seger. Aus bescheidenen Anfängen habe man das Volumen auf mittlerweile mehr als 250 000 Euro pro Jahr gesteigert. „Bald arbeiten wir mit 300- und 400 000 Euro“, freut sich Seger über die gute Entwicklung. Inzwischen sei der Verband in fast jeder Gemeinde des Landkreises aktiv. Die gute Bilanz sei nicht zuletzt dem großen Engagement des Teams und des Geschäftsführers zu verdanken.

Seger stellte sich bei den Neuwahlen des Vorstands wie alle Kollegen im Gremium erneut zur Wahl – allerdings befristet auf zwei Jahre. Er wolle in dieser Position noch offene „finanzielle Themen“ abwickeln. Konkret geht es vor allem um die Beteiligung des Landkreises an den Personalaufwendungen. Der Landkreis profitiere von der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes erheblich. „Wenn wir Aufgaben und Maßnahmen für den Kreis übernehmen, muss auch Geld fließen.“

Der 12-köpfige Verbandsvorstand setzt sich paritätisch aus jeweils vier Vertretern der Kommunalpolitik, der Landwirtschaft und der Naturschutzverbände zusammen. Dieses neu gewählte Gremium wählte als erste Amtshandlung Herbert Seger zum Verbandsvorsitzenden; Stellvertreter sind der Landwirt Karl Tannheimer aus Buchenberg und Henning Werth vom Landesbund für Vogelschutz.

Josef Gutsmiedl

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