Sanfte Landung in der Iller

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Beidsetig des abzusenkenden Mittelfeldes wurden Hilfsstützen eingebaut.

Immenstadt-Stein – Sehr umfangreich sind die erforderlichen Vorarbeiten für den Abbruch der Illerbrücke bei Stein. Voraussichtlich am Dienstag, 10. April, wird die Absenkung am späten Vormittag durchgeführt.

Während im Herbst vergangenen Jahres die Illerbrücke an der Kreisstraße OA 29 zwischen Burg- berg und Blaichach gesprengt werden konnte, muss die Brücke bei Immenstadt-Stein „Stück für Stück“ demontiert werden. So wird der mächtige Hohlkastenüberbau des Mittelfeldes zunächst mit Baumstämmen, Betonwänden und zahlreichen Stahlstreben verstärkt, bevor dieser langsam in die Iller abgelassen wird. Ebenso müssen die verbleibenden äußeren Brückenfelder mit Hilfskonstruktionen unterfangen werden, da sich durch das Abtrennen des Mittelfeldes die Kräfte im Bauwerk umlagern.

Eine schnelle Sprengung scheidet hier aus, da zum einen die Pfeiler und Widerlager der alten Brücke teilweise wiederverwendet werden und keine Teile auf die Bahnstrecke fallen dürfen. Ebenso wäre es unmöglich, die Betonteile der vollständig gesprengten Brücke binnenweniger Stunden abzutransportieren, damit keine erhöhte Überschwemmungsgefahr für benachbarte Häuser und die Bahnstrecke besteht.

Damit Interessierte das faszinierende und wahrscheinlich einzigartige Abbruchverfahren durch Ablassen des rund 1000 Tonnen schweren Mittelfeldes in die Iller mit anschließendem Zerkleinern durch große Bagger beobachten kann, lädt das Staatliche Bauamt Kempten am Dienstag, 10. April, zwischen 10 Uhr und 16 Uhr die interessierten Bürger zur Baustelle der Illerbrücke Stein ein.

Der Beobachtungspunkt liegt im sicheren Abstand zur Baustelle östlich der Iller. Dabei stehen Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes Kempten von 11 bis 12 Uhr für Fragen über die bevorstehenden Abbruch- und Bauarbeiten sowie Umleitungsstrecken und die Bauzeiten zur Verfügung.

Der Absenkvorgang dauert von 10.30 bis etwa 14 Uhr. Anschließend werden von mehreren Baggern im „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“ die Betonteile aus der Iller geholt und am östlichen Ufer zerkleinert.

Der geplante Absenktermin kann erst endgültig am Montag, 9. April, durch den Hochwassernachrichtendienst bestätigt werden, wenn die Prognosen ergeben, dass an den drei folgenden Tagen kein Hochwasser zu erwarten sein wird.

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