Laser-Segler Buhl bleibt auf Erfolgskurs

Philipp Buhl aus Sonthofen segelt weiter auf Erfolgskurs. Foto: privat

Bei der Weltmeisterschaft im englischen Ärmelkanal hat Laser-Segler Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt seine Zielsetzung erreicht. „Top 15“ setzte der Sonthofener für seine bisher zweite Senior-WM fest. Nach 14 Wettfahrten bei mittleren bis kräftigen Winden während sieben Tagen konnte Buhl zufrieden resümieren: „Der zwölfte Platz in diesem Weltklassefeld ist doch wirklich ein super Ergebnis.“

Am Start waren 159 Athleten aus 54 Ländern, aufgeteilt in drei Gruppen (Fleets). Austragungsort war Hayling Island, das berühmteste und wegen der starken und wechselhaften Gezeitenströmungen anspruchsvollste Segelrevier Englands. Den Titel sicherte sich souverän der Australier Tom Slingsby vor Nick Thompson (England) und Andrew Murdoch (Neuseeland). Der amtierende Olympiasieger und WM-Titelverteidiger Paul Goodison (England) musste mit Platz fünf zufrieden sein. Der Sportsoldat aus Sonthofen fand zu Beginn nicht sofort die Erfolgslinie und lag nach den zwei Wettfahrten des ersten Tages an über 80. Position, eine Belastung von Anfang an. Doch ohne größere Enttäuschung stelle Buhl fest: „Bin nicht entmutigt. … Der Umgang mit den Strömungen muss noch verfeinert werden.“ Bereits am zweiten Wettfahrttag stellte sich für Buhl eine Wende ein. Er segelte über den etwa sieben Kilometer langen Kurs die zweitbeste Zeit. Über die fünf weiteren Qualifizierungs-Wettfahrten gelang dem Segler vom Alpsee abwechselnd jeweils ein sehr gutes einstelliges Ergebnis oder eines im Zwanzigerbereich. Damit rückte er in den Zwischenklassements schrittweise nach vorne und hat sich schließlich als 30. sicher für das Goldfleet (bestes Drittel) qualifiziert. Von da an war die Leistungsdichte maximal. Buhl zeigte auch im neunten und zehnten Race des Godlfleets gute Leistungen. Sie reichten in dieser Form aber nicht, um näher an sein Top-Fünfzehn-Ziel zu kommen. Gemäß seiner Gefühlsäußerung, „Ich spüre es, dass ich jetzt bald fehlerfreie Rennen durchbringen könnte.“, folgte am sechsten Tag (Final-Race zwei und drei) tatsächlich der Durchbruch zu Spitzenergebnissen. Buhl und der zweifache ehemalige und neue Weltmeister Slingsby fighteten in beiden Races spektakulär um die Tagesführung. Sie demonstrierten zudem durch ihren souveränen Abstand zu den Verfolgern, dass sie heute kaum reale Angriffschancen hätten. Der Allgäuer näherte sich mehrfach ganz nah dem Australier und „entriss“ ihm sogar auf einem der Vorwindkurse die Führung. Das zweimalige Resultat im Ziel: Slingsby vor Buhl. Sehr zufrieden sagte er: „Einen Weltklasse-Segler wie Slingby an der Spitze eines WM-Goldfleetes zu jagen, ist etwas ganz Besonderes und ein unvergesslich schöner Erfolg.“ Aufgrund dieser Topleistung schrammte Buhl im Zwischenklassement auf Rang 15 vor. Der Finaltag bescherte den Athleten den stärksten Wind, die höchsten Wellen und sehr schwierig einzuschätzende Veränderungen der Meeresströme. Buhl konnte sich mit erneut guten Leistungen im Gesamtergebnis noch um drei Positionen auf den zwölften Rang vorkämpfen. „Ich habe mein Ziel gut erreicht und das Gefühl, dass in naher Zukunft noch mehr möglich sein dürfte“, kommentierte Buhl sein WM- und Saionsergebnis. Auf der internationalen Ebene ist die Segelsaison 2010 nun zu Ende. Wäre bereits heuer die Olympianorm zu erzielen gewesen, Buhl hätte als einziger Athlet der deutschen Laser Nationalmannschaft die hochgesteckten Kriterien erfüllt. Informationen im Internet unter www.philipp-buhl.de.

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