Neues Wohnhaus für zwölf Bewohner in der Sonthofer Rauhhornstraße eingeweiht

Ein neues Zuhause bei der Lebenshilfe

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Joachim Wawersich, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Sonthofen (von links), Geschäftsführer Hartmut Höger, Martin Kaiser, Geschäftsführer des SWW Oberallgäu, Pfarrer Marek Pokorski und Pfarrer Gerhard Scharrer bei der Einweihung des neuen Wohnhauses der Lebenshilfe Sonthofen in der Rauhhornstraße in Sonthofen.

Bei strahlendem Herbstwetter fand vergangenen Freitag die Einweihung des neuen Wohnhaus der Lebenshilfe Sonthofen in der Rauhhornstraße statt. Der Umzug der Bewohner war notwendig geworden, da das alte Gebäude nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hatte.

hört zu den Grundbedürfnissen eines Menschen“, sagte Joachim Wawersich, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Sonthofen bei seinen einleitenden Worten zur Einweihungsfeier. Die zwölf Bewohner des neu renovierten Hauses in der Rauhhornstraße hatten zuvor ihr „Dach über dem Kopf“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Ausstattung des alten Hauses hatte jedoch nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprochen, so gab es dort beispielsweise keine barrierefreien Duschen.

Der Umzug war für die Bewohner des Wohnhauses der Lebenshilfe, die zwischen 24 und 72 Jahre alt sind und wegen ihrer geistigen Behinderungen Unterstützung im täglichen Leben brauchen, eine große Herausforderung. Dass sich ihr neues Zuhause in der gewohnten Umgebung befindet, machte es ihnen wesentlich leichter, sagte die Hausleitung Susanne Vogel gegenüber dem Kreisbote.

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Die Lebenshilfe Sonthofen betreut in zwei Wohnhäusern – Am Alten Bahnhof und in der Rauhhornstraße – Menschen mit geistiger Behinderung ab 18 Jahren. Jeder der Bewohner hat sein eigenes Zimmer, das er nach eigenem Geschmack einrichten kann und in das er sich auch zurückziehen kann, wenn ihm nach Ruhe ist.

Die Bewohner können durch die Unterstützung der Betreuer ein – fast – „normales“ Leben führen. Tagsüber gehen sie entweder in den Allgäuer Werkstätten ihrer Arbeit nach oder, falls sie schon in Rente sind, sie verbringen die Zeit betreut in der Tagesgruppe Am Alten Bahnhof. Einkaufen, kochen, Staubsaugen und andere häusliche Arbeiten werden gemeinsam erledigt, und auch ihre Freizeit verbringen die Bewohner oftmals gemeinsam mit ihren Betreuern. Morgens, Abends, Nachts und am Wochenende sind Mitarbeiter der Lebenshilfe als Betreuungs- und Pflegepersonen im Haus anwesend. Die Wohnplätze sind begehrt, erzählt die Bereichsleiterin Wohnen Annette Jonetz, etwa 15 Personen stehen derzeit auf der Warteliste.

Die Räumlichkeiten in der neuen Wohngruppe in der Rauhhornstraße sind freundlich, hell und offen gestaltet. Küche und Esszimmer, ein großer Garten, ein heller Wintergarten und ein Bastelraum im Keller dienen als Gemeinschaftsräume. Das SWW als Vermieter des Gebäudes hat das Haus ansprechend und den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend renovieren lassen.

Menschen helfen Menschen 

Der katholische Pfarrer Marek Pokorski zelebrierte gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Gerhard Scharrer die Segnung des neuen Wohnhauses. Die Heilung des Gelähmten durch Jesus stand im Mittelpunkt ihrer Predigt. Für Pfarrer Gerhard Scharrer zeigt die Geschichte, wie ein Mensch mit Behinderung in die Gemeinschaft aufgenommen wird, schließlich hätte der Gelähmte ohne Hilfe der Dorfbewohner nicht zu Jesus gelangen können. Ebenso verhalte es sich mit der Lebenshilfe – Menschen helfen Menschen zu Leben. Das Wohnhaus in der Rauhhornstraße diene dazu, dass Menschen mit Behinderung ein eigenständiges, aber betreutes Leben führen können. „Wir alle können Lebenshelfer sein durch unsere Offenheit“, so Scharrer.

Auch der Geschäftsführer des SWW Oberallgäu, Martin Kaiser, hob den hohen Stellenwert der Lebenshilfe hervor, die mit der Betreuung ihrer Bewohner eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft erfülle. Das SWW habe das Haus errichtet für „Menschen, die es schwer hätten auf dem normalen Wohnungsmarkt“.

eva

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